Defibrillatoren-Pflicht im Sport - Was, wenn ich das Retraining versäumt habe?

Am 29. Mai 2018 hat die Landesregierung den Beschluss 499/2018 zum Thema Defibrillatoren im Sport verabschiedet. Zwei Aspekte im Beschluss sind von besonderer Relevanz: Einerseits werden zwei staatliche Bestimmungen formalisiert und zwar die zweijährliche Retrainingspflicht sowie die im Juli 2017 in Kraft getretene Defibrillatoren-Pflicht im Sport, andererseits wird für jene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sportvereine, die ihr Retraining nicht termingerecht absolviert haben, eine Lösung gefunden.

Was ist das Retraining überhaupt?

Die staatlichen Bestimmungen sehen vor, dass für die Benutzung des Defibrillators außerhalb des Krankenhauses ein Ausbildungskurs für sogenannte Laienhelferinnen und -helfer absolviert werden muss. Alle zwei Jahre muss zudem verpflichtend ein Auffrischungskurs besucht werden, der „Retraining“ genannt wird.

Warum haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sportvereine versäumt, ihr Retraining termingerecht zu absolvieren?

Da die staatlichen Bestimmungen über die Retrainingspflicht nicht eindeutig waren, haben viele abgewartet. Das Gesundheitsministerium hat erst im Februar Klarheit geschaffen und die zweijährige Retrainingspflicht bekräftigt.

Warum müssten diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jetzt den ganzen Kurs wiederholen?

Das Italian Resuscitation Council IRC sieht vor, dass Laienhelferinnen und -helfer, die das zweijährliche Retraining nicht termingerecht absolvieren, den gesamten Ausbildungskurs wiederholen müssen.

Wie hat die Landesregierung das Problem gelöst?

Die Defibrillatoren-Ausbildung für Laienhelferinnen und -helfer ist in Südtirol besonders ausführlich und dauert daher länger als vom IRC empfohlen und als in vielen anderen Regionen. Deshalb müssen die „säumigen“ Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sportvereine nicht den gesamten Ausbildungskurs wiederholen, sondern können stattdessen ein vierstündiges Retraining besuchen, bei dem auch die allgemeinen Inhalte des Ausbildungskurses wiederholt werden. Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor nicht mehr als vier Jahren mit Erfolg einen achtstündigen Ausbildungskurs bzw. ein vierstündiges Retraining besucht haben.

Konkrete Beispiele

  • Wer 2015 einen achtstündigen Ausbildungskurs und danach kein Retraining absolviert hat, kann ein vierstündiges Retraining besuchen.
  • Wer 2013 einen achtstündigen Ausbildungskurs, 2015 einen vierstündigen Auffrischungskurs und danach kein Retraining absolviert hat, kann ein vierstündiges Retraining besuchen.
  • Wer 2013 einen achtstündigen Ausbildungskurs und danach kein Retraining absolviert hat, muss den gesamten Ausbildungskurs wiederholen.

Hier zur Erinnerung noch einmal zusammengefasst die Defibrillatoren-Pflicht im Sport

Die von den Sportvereinen benutzten Sportanlagen müssen mit einem Defibrillator ausgestattet sein.

Bei Wettkämpfen, die in den offiziellen Kalendern der Sportfachverbände vorgesehen sind, sowie bei Wettkampftätigkeiten, die von den Sportförderungskörperschaften organisiert werden, müssen die Sportvereine zudem sicherstellen,

  • dass in der Sportanlage ein ordentlich gewarteter und funktionierender Defibrillator verfügbar ist;
  • dass eine zur Benutzung des Gerätes ermächtigte Person anwesend ist.

Von der Defibrillatoren-Pflicht ausgeschlossen sind:

WICHTIG

Diese Bestimmung ermöglicht den Besuch eines vierstündigen Retrainings ohne den Gesamtkurs wiederholen zu müssen, sofern der Gesamtkurs bzw. das letzte Retraining nicht mehr als vier Jahre zurückliegen. Zur Benutzung des Defibrillators außerhalb des Krankenhauses sind wie bisher nur jene Laienhelfer ermächtigt, die vor weniger als zwei Jahren den Gesamtkurs bzw. das letzte Retraining absolviert haben.

ls