Defibrillatoren-Pflicht im Sport

Defibrillatoren-Pflicht im Sport

Seit Juli 2017 gilt die Defibrillatoren-Pflicht für Amateursportvereine.

Die von den Sportvereinen benutzten Sportanlagen müssen mit einem Defibrillator ausgestattet sein.

Bei Wettkämpfen, die in den offiziellen Kalendern der Sportfachverbände vorgesehen sind, sowie bei Wettkampftätigkeiten, die von den Sportförderungskörperschaften organisiert werden, müssen die Sportvereine zudem sicherstellen,

  • dass in der Sportanlage ein ordentlich gewarteter und funktionierender Defibrillator verfügbar ist;
  • dass eine zur Benutzung des Gerätes ermächtigte Person anwesend ist.

Von der Defibrillatoren-Pflicht ausgeschlossen sind

  • Wettkämpfe, die außerhalb der Sportanlagen stattfinden;
  • Wettkämpfe der Sportaktivitäten mit geringer Herz-Kreislauf-Belastung (siehe Box).

Der Beschluss der Landesregierung vom 9. Dezember 2014, Nr. 1525, legt fest, dass alle Südtiroler Sportanlagen, einschließlich jener der Schulen und der für die Öffentlichkeit zugänglichen, mit mindestens einem Defibrillator ausgestattet werden müssen. Die Pflicht der Ausstattung mit Geräten und deren Wartung obliegt dem Eigentümer der Anlage.

  • Boccia: Beachboccia, Grasboccia (lawn bowl), Pétanque, Raffa
  • Bogenschießen: 3D, Flight und Clout, Ski Archery, Zielscheibenschießen Indoor und Outdoor, Feldschießen
  • Bowling
  • Bridge
  • Dame: 8x8, 10x10, 12x12, englische Variante, internationale Variante, italienische Variante, Problemvariante
  • Darts: Soft Dart, Steel Dart
  • Go
  • Golf: Golf, Beachgolf
  • Luftsport: Modellfliegen, Modellflugbau und Restaurierung historischer Gefärte, Frei- bzw. Heißluftballon
  • Minigolf
  • Motorbootsport: funkgesteuerte Motorboote
  • Orienteering: Trail Orienteering
  • Schach
  • Segeln: funkgesteuerte Segelboote
  • Sportbillard: Boccette, Karambol, Poolbillard/Snooker, Stecca
  • Sportfischen: Sportfischen an der Oberfläche: Bolentino, Angel vom Boot, Angel vom Ufer, Karpfenangeln, Treibfischen, Feederfischen, Kajakfischen, Casting, Casting mit Meergewicht, Stippfischen, Forellenfischen mit natürlichen Ködern im Bach oder See, Fischen mit künstlichen Ködern vom Ufer und vom Boot, Bilancella-Netz-Fischen, Fliegenfischen, Surf Casting, Küsten-Schleppfischen, Hochsee-Schleppfischen
  • Sportjagdwaffendisziplinen : Schießen mit Glattlaufgewehrrn mit Kugelladung, Jagdbogenschießen, Feldschießen mit Rifle-Lauf-Jagdkarabinern mit und ohne Optik, Wurfscheibenschießen mit Glattlaufgewehren im Jagdparkour
  • Sportmedizin
  • Traditionelle Spiele: Kegeln, Fiolet, Horse Shoe, Lippa, Morra, Palet, Rebatte, Armbrustschießen, Zwille, Kreisel
  • Wurfscheibenschießen: Amateur Trap Association (ATA) / Down The Line (DTL), Quirljagd, Duoble Trap, Electrocibles bzw. Helix, Fintello, Automatic Trap, Universal Trap, Sporting, Compak Sporting, Skeet, Combined Game Shooting, schnelles Sportschießen, Olympic Trap
  • Zeitnehmen
  • Zielscheibenschießen: Vorderlader, Bench Rest, Ex Dienstwaffen, Para, Zielscheibenschießen, schnelles Sportschießen, Target Sprint
  • Zynophilie: Zynotechnische Sporttätigkeit

Defibrillatoren dürfen außerhalb des Krankenhauses nicht von allen bedient werden. Das Gesetz vom 3. April 2001, Nr. 120, legt fest, dass das nicht sanitäre Personal (die sogenannten Laienhelfer) dafür eine Ermächtigung braucht, welcher eine spezifische Ausbildung vorangeht.

Das Ministerialdekret vom 18. März 2011 und das Ministerialdekret vom 24. April 2013 regeln diese Ausbildung im Detail. Insbesondere wurde die Ausbildung den Regionen und autonomen Provinzen übertragen, muss im Sinne der internationalen Leitlinien organisiert werden und sieht verpflichtend ein zweijährliches Retraining vor.

Auf Landesebene regeln der Beschluss der Landesregierung vom 11. Februar 2008, Nr. 409, sowie der Beschluss der Landesregierung vom 28. Oktober 2013, Nr. 1651, die Aus- und Fortbildung für die Ermächtigung zur Benutzung des Defibrillators außerhalb des Krankenhauses. Insbesondere sind für den Ausbildungskurs acht und für das Retraining vier Stunden vorgesehen.

Die internationalen Bezugsleitlinien sind jene des European Resuscitation Council (ERC). Dessen italienische Mitgliedsorganisation Italian Resuscitation Council (IRC) sieht vor, dass Laienhelfer, die das zweijährliche Retraining nicht termingerecht absolvieren, den gesamten Ausbildungskurs wiederholen müssen.

In Folge der lange anhaltenden Unklarkheiten über die Verbindlichkeit des Retrainings sowie der wiederholten Aufschübe der staatlichen Defibrillatoren-Pflicht im Sport haben viele Mitarbeiter der Sportvereine nicht termingerecht ihr zweijährliches Retraining absolviert. Der Beschluss der Landesregierung vom 29. Mai 2018, Nr. 499, besagt, dass diese Mitarbeiter der Sportvereine nicht den gesamten Ausbildungskurs wiederholen müssen sondern ein vierstündiges Retraining besuchen können, bei dem auch die allgemeinen Inhalte des Ausbildungskurses wiederholt werden, sofern sie vor nicht mehr als vier Jahren mit Erfolg einen achtstündigen Ausbildungskurs bzw. ein vierstündiges Retraining besucht haben. Ausgangspunkt dieser Bestimmung ist die Überlegung, dass die Defibrillatoren-Ausbildung für Laienhelfer in Südtirol länger dauert als vom ERC sowie vom IRC empfohlen und als in vielen anderen Regionen.

WICHTIG: Diese Bestimmung ermöglicht den Besuch eines vierstündigen Retrainings ohne den Gesamtkurs wiederholen zu müssen, sofern der Gesamtkurs bzw. das letzte Retraining nicht mehr als vier Jahre zurückliegen. Zur Benutzung des Defibrillators außerhalb des Krankenhauses sind wie bisher nur jene Laienhelfer ermächtigt, die vor weniger als zwei Jahren den Gesamtkurs bzw. das letzte Retraining absolviert haben.