Hauptinhalt

Organspende

Immagine

Die Materie der Organspende und Transplantation wird durch eine neue gesamtstaatliche gesetzliche Bestimmung geregelt (Gesetz vom 1. April 1999, Nr. 91). Bis zum heutigen Zeitpunkt wurden die  Durchführungsbestimmungen zu diesem Gesetz  nur teilweise erlassen.

Die Gesetzgebung sieht folgendes vor:

  1. jeder volljährige mündige Bürger wird aufgefordert, sich zu entscheiden, ob er im Falle des Todes seine Organe zur Organspende freigibt oder nicht;
  2. wenn der Bürger der Organspende zustimmt,  können unter bestimmten medizinischen Voraussetzungen die Organe zu Transplantationszwecken entnommen werden. Die Voraussetzungen dafür sind der irreversible Ausfall des Gehirnes in seiner Gesamtheit bei gleichzeitiger künstlicher Aufrechterhaltung des Kreislaufes unter maschineller Beatmung;
  3. falls der Bürger die Organspende schriftlich ablehnt, kommt er im Todesfalle als Organspender nicht in Betracht;
  4. wer sich weder ablehnend noch zustimmend äußert, für den entscheiden im Falle der möglichen Organspende zur Zeit (Übergangsregelung) die nächsten Angehörigen (Ehepartner, Lebensgefährte, volljährige Kinder, Eltern). Sobald diese Übergangsregelung außer Kraft gesetzt wird, gilt derjenige, der sich zu Lebzeiten weder für noch gegen eine Organspende ausgesprochen hat, als Spender („stillschweigende Einwilligung"). Es ist jedoch das Bestreben des Gesetzgebers, möglichst alle Bürger zur dokumentierten Zustimmung oder Ablehnung zu bewegen;
  5. wer sich weder ablehnend noch zustimmend äußert, für den entscheiden im Falle der möglichen Organspende zurzeit (Übergangsregelung) die nächsten Angehörigen (Ehepartner, Lebensgefährte, volljährige Kinder, Eltern). Sobald diese Übergangsregelung außer Kraft gesetzt wird, gilt derjenige, der sich zu Lebzeiten weder für noch gegen eine Organspende ausgesprochen hat, als Spender („stillschweigende Einwilligung"). Es ist jedoch das Bestreben des Gesetzgebers, möglichst alle Bürger zur dokumentierten Zustimmung oder Ablehnung zu bewegen;
  6. für Minderjährige entscheiden die Eltern bzw. deren gesetzliche Vertreter.

Weitere Informationen zur staatlichen Gesetzgebung über Organspende und Transplantationen finden Sie man auch die Webseite des italienischen Gesundheitsministeriums. Um auf die Webseiten über Organspende und Transplantationen des italienischen Gesundheitsministerium zu kommen  hier klicken (Seite auf Italienisch).

Um Organspender zu werden muss ist keine ärztliche Untersuchung notwendig.

Vielfältige Informationen zum Thema können über Internet mittels Homepage AIDO (www.aido.it/bolzano - Seite auf Italienisch) abgerufen werden.

Fragen im Bezug auf die Organspende

IST ES GANZ SICHER, DASS DER MENSCH, DER EXPLANTIERT WIRD, TOT IST?

 Es wird vorausgeschickt, dass in der Erfahrung des Todes auch soziologische, kulturelle und religiöse Aspekte von großer Bedeutung sind;

  • 2. aus medizinischer Sicht ist ein Mensch tot, wenn alle Hirnfunktionen unwiderruflich ausgefallen sind. Der unwiderrufliche Ausfall aller Hirnfunktionen kann sicher und irrtumsfrei festgestellt werden. Bei einem Patienten mit endgültig ausgefallenen Hirnfunktionen wäre schon lange ein Atem- und Herzstillstand eingetreten, wenn nicht auf der Intensivstation Atmung und Kreislauf künstlich stabil gehalten würden;
  1. die Todesfeststellung eines Patienten bei möglicher Organspende unterliegt einer vom Gesetzgeber festgelegten strengen Regelung. In Italien ist dafür eine dreiköpfige Ärztekommission zuständig, die über einen genau festgelegten Zeitraum (6 Stunden beim Erwachsenen) den endgültigen Ausfall aller Hirnfunktionen feststellt und gegebenenfalls bestätigt.

KANN MAN ZU LEBZEITEN ORGANE SPENDEN?

Für die Lebendspende kommen in Italien nur die Niere und ein Teil der Leber in Frage.

Für diese Fälle gibt es eigene gesetzliche Grundlagen, welche stets die Genehmigung von seiten des Bezirksrichters vorsieht.

MUSS MAN SICH ÄRZTLICH UNTERSUCHEN LASSEN, UM ORGANSPENDER ZU WERDEN? HABEN KRANKHEITEN EINFLUSS AUF DIE SPENDETAUGLICHKEIT?

Um Organspender zu werden, ist keine ärztliche Untersuchung notwendig. Die erforderlichen medizinischen Untersuchungen erfolgen erst im Todesfall.

Bestimmte Krankheiten, wie Infektionskrankheiten, Zuckerkrankheit, Nierenleiden und Krebserkrankungen können die Spendefähigkeit beeinflussen oder sogar ausschließen. Die Eignung zur Spende wird jedoch erst dann endgültig geklärt, wenn der mögliche Spender gestorben ist.

ERFÄHRT DER EMPFÄNGER, VON WEM DAS VERPFLANZTE ORGAN STAMMT? 

Der Name des Spenders wird dem Empfänger nicht mitgeteilt. Umgekehrt erfahren die Angehörigen eines Spenders nicht den Namen des Empfängers, um „wechselseitige Abhängigkeiten" zu vermeiden, die psychologisch sehr belastend werden können. Interessierten Angehörigen wird jedoch zu einem späteren Zeitpunkt mitgeteilt, in welcher Gegend der Empfänger lebt (Staat/Region/Stadt/Tal) und ob die Transplantation erfolgreich war. 

GIBT ES EINE FINANZIELLE ENTSCHÄDIGUNG FÜR DEN ORGANSPENDER ODER DESSEN ANGEHÖRIGE? WERDEN DIE BESTATTUNGSKOSTEN ANLÄSSLICH DER ORGANSPENDE ÜBERNOMMEN? 

Organspende ist selbstverständlich freiwillig. Weder dem Organspender noch den Angehörigen werden finanzielle Mittel zugewiesen.

Bis zu einem bestimmten Betrag können vom Assessorat für das Gesundheitswesen die Bestattungskosten übernommen werden. Dies soll als ein symbolisches Zeichen der Dankbarkeit dem gegenüber verstanden werden, der die Gesellschaft um diese wichtige menschliche und solidarische Geste bereichert. 

TRETEN DIE RELIGIÖSEN KONFESSIONEN FÜR ODER GEGEN EINE ORGANSPENDE EIN? 

Die bedeutendsten religiösen Konfessionen befürworten die Organspende. 

IST DER WIDERRUG DES ENTSCHLUSSES, ORGANSPENDER ZU SEIN, MÖGLICH? 

Der Entschluss, Organspender zu sein, kann jederzeit rückgängig gemacht werden. Man braucht lediglich die Eintragung als Organspender löschen lassen.  

KANN MAN BESTIMMEN, WER DIE ZU SPENDENDEN ORGANE BEKOMMEN SOLL? 

Nein, dies ist nicht möglich. Der Empfänger muss nach der Blutgruppen- und Gewebeübereinstimmung ausgewählt werden. Zusätzlich spielen die Dringlichkeit und das Alter des Empfängers eine Rolle.  

 


(Letzte Aktualisierung: 24.01.2011)