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Transplantationen

Eine Transplantation oder Verpflanzung ist eine Operation, bei der gesunde Organe oder Gewebe eines Verstorbenen auf einen akut oder chronisch schwer kranken Menschen übertragen werden. Dadurch können beim Empfänger verlorene Funktionen der eigenen Organe ersetzt werden.

Die Transplantation hilft also, das Leben solcher Menschen zu retten oder die Lebensqualität  zu verbessern.

Die Transplantation bewirkt die Wiederherstellung körperlicher Funktionen, die bis dahin verloren  gegangen waren, und die durch maschinelle Ersatztherapie nur teilweise, zum Beispiel durch die Dialyse bei schwerer Niereninsuffizienz, oder gar nicht,  wie bei fortgeschrittener Herzschwäche, ausgeglichen werden konnten. 

WIE GROSS IST DAS RISIKO EINER TRANSPLANTATION?

Jede Transplantation körperfremder Organe löst im Körper des Empfängers Abwehrreaktionen aus, die zur Abstoßung des empfangenen fremden Organs führen können. Diese Reaktionen lassen sich mit Medikamenten abschwächen. Die gegen die Immunreaktion gerichteten Medikamente haben in den letzten zehn Jahren eine wesentliche Verbesserung erfahren. Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass der Körper ein verpflanztes Organ oder Gewebe nicht annimmt, sodass diese abgestoßen werden.

Die angestrebte und medikamentös herbeigeführte Abschwächung der Abwehrreaktion kann beim Patienten Infektionen begünstigen. Deshalb ist unmittelbar nach der Transplantation eine exakte Überwachung erforderlich. Nebenwirkungen, die durch Medikamente verursacht werden, lassen sich nicht ausschließen. Diese sind heute bei verbesserten Medikamenten seltener geworden. 

IST ES GANZ SICHER, DASS DER MENSCH, DER EXPLANTIERT WIRD, TOT IST? 

Es wird vorausgeschickt, dass in der Erfahrung des Todes auch soziologische, kulturelle und religiöse Aspekte von großer Bedeutung sind;

aus medizinischer Sicht ist ein Mensch tot, wenn alle Hirnfunktionen unwiderruflich ausgefallen sind. Der unwiderrufliche Ausfall aller Hirnfunktionen kann sicher und irrtumsfrei festgestellt werden. Bei einem Patienten mit endgültig ausgefallenen Hirnfunktionen wäre schon lange ein Atem- und Herzstillstand eingetreten, wenn nicht auf der Intensivstation Atmung und Kreislauf künstlich stabil gehalten würden;

die Todesfeststellung eines Patienten bei möglicher Organspende unterliegt einer vom Gesetzgeber festgelegten strengen Regelung. In Italien ist dafür eine dreiköpfige Ärztekommission zuständig, die über einen genau festgelegten Zeitraum (6 Stunden beim Erwachsenen) den endgültigen Ausfall aller Hirnfunktionen feststellt und gegebenenfalls bestätigt.

 

Wie läuft eine Transplantation ab?

Wenn bei einem Patienten festgestellt wird, dass dieser als Organempfänger geeignet ist, wird er mit seinem Einverständnis bei einem Transplantationszentrum angemeldet. Das kann beispielsweise an der Universitätsklinik in Innsbruck, welche mit der medizinischen Datenzentrale „Eurotransplant" in Leyden/Niederlande verbunden ist oder an einem der italienischen überregionalen Transplantationszentren, beispielsweise „AIRT" und „NITp" erfolgen.

Nachdem der Tod des Spenders durch die Ärztekommission (ein Rechtsmediziner, ein Neurologe und ein Intensivmediziner) festgestellt und dokumentiert wurde, und seine Einwilligung vorliegt, werden weitere für die Transplantation erforderliche Untersuchungen vorgenommen: Bestimmung der Blutgruppe, Gewebetypisierung, Ausschluss von Infektionskrankheiten, Ausschluss einer Tumorerkrankung usw. Im Vergleich der Gewebetypisierung von Spender und Empfänger wird dann der geeignete Empfänger für das Organ/Gewebe ermittelt.

Die gespendeten Organe werden von einem Ärzteteam durch einen chirurgischen Eingriff entnommen („explantiert") und anschließend zum Bestimmungsort transportiert (per Auto, Hubschrauber oder Flugzeug). Gleichzeitig wird der Empfänger umgehend über die Verfügbarkeit eines Spenderorgans in Kenntnis gesetzt und für die Transplantation vorbereitet.


Informationen zu Organtransplantation

Als Organspender kommen Menschen in Frage, die durch Unfall oder Krankheit gestorben sind. Trotz des eingetretenen Todes wird dabei der Kreislauf, bedingt durch die fehlende Durchblutung der gesamten Hirnstrukturen und der damit erloschenen und nicht wiederherstellbaren Gehirnfunktion, durch Maßnahmen der Intensivbehandlung so stabil gehalten, dass die zu transplantierenden Organe durchblutet und somit funktionsfähig bleiben. Nur unter diesen Voraussetzungen können Organe an Empfänger erfolgreich transplantiert werden.

Von den Organen können zur Zeit vor allem die Nieren, die Leber, das Herz, die Bauchspeicheldrüse, Niere-Bauchspeicheldrüse, sowie die Lungen, Herz-Lunge übertragen werden. Auch die Hornhaut der Augen, Gefäße, Haut, Knochen, Sehnen, Herzklappen oder die Gehörknöchelchen sind für die Transplantation geeignet. Die Nierentransplantation ist die am häufigsten vorgenommene Organverpflanzung.

WAS VERSTEHT MAN UNTER MEHRORGANENTNAHME?

Darunter versteht man, dass beim selben Spender mehrere Organe entnommen werden, die verschiedenen Empfängern zugute kommen können. Die Entnahme mehrerer Organe während einer Operation ist deshalb die Regel, vorausgesetzt, daß diese Organe funktionstüchtig sind.

Wegen der unterschiedlich langen Funktionszeiten der Organe außerhalb des Körpers, also ohne Durchblutung, müssen manche Organe sofort transplantiert, andere können bis zu 36 Stunden konserviert bzw. aufbewahrt werden.

WIE LANGE BELIBT EIN EXPLANTIERTES ORGAN TRANSPLANTIERFÄHIG?

Die am häufigsten transplantierten Organe sind die Nieren. Wenn sie sofort nach der Entnahme mit einer speziellen Nährlösung kalt durchgespült werden, können sie noch nach 36 Stunden transplantiert werden. Der Transport erfolgt in entsprechend gekühlten, keimfreien Spezialbehältern. Herz, Leber und Bauchspeicheldrüse können nur für einige Stunden konserviert werden. Langsam durchblutete Gewebe, wie Augenhornhaut, Knochen, Sehnen und Gehörknöchelchen, können über längere Zeit, wiederum entsprechend gekühlt, aufbewahrt werden. 

BIS ZU WELCHEM ALTER KÖNNEN ORGANE EXPLANTIERT WERDEN UND AB WANN?

Im Gegensatz zu früher gibt es heute keine Altersgrenze mehr. Durch die medizinischen Entwicklungen sind Explantationen vom Neugeborenen bis in das hohe Alter möglich. Nicht das Alter, sondern die Organfunktion ist entscheidend, ob ein Organ für die Transplantation geeignet ist oder nicht.


Transplantationseinrichtungen

Während in vielen Ländern, zahlreiche Menschen oft leider vergeblich auf eine Organtransplantation warten, befindet sich Südtirol hinsichtlich der Möglichkeiten einer zeitgerechten Organtransplantation auch aufgrund der bestehenden Vereinbarung mit dem Land Tirol und der hervorragenden Zusammenarbeit mit der überregionalen Transplantationsvereinigung „AIRT" auf nationaler Ebene, in einer sehr glücklichen Lage. Als extrem positiv beurteile ich in diesem Zusammenhang, dass die Wartezeiten für betroffene Südtiroler Patienten kürzer sind, als jene im gesamtstaatlichen Vergleich. Für eine Nierentransplantation warten Südtiroler ca. 2,5 -3 Jahre, bei Leberentnahmen muss man mit 10-12 Monaten Wartezeit rechnen, im Falle bei Eingriffen der Lunge, sind es 8 Monate. Rund 70 Menschen warten derzeit in Südtirol auf ein Organ, das ihr Leben verlängert oder rettet. Durchschnittlich wurden in letzten Jahren 25 Organe aus Südtirol nach Innsbruck geschickt (Großteil Niere) und rund 50 italienische Staatsbürger (Südtiroler eingeschlossen) wurden in Innsbruck transplantiert. In erster Linie waren es Nieren- und Lebertransplantationen, die dort am häufigsten durchgeführt wurden. An das interregionale Netzwerk AIRT wurden im Durchschnitt 10 Organe aus Südtirol zugewiesen

WAS IST EUROTRANSPLANT? WIE ARBEITET DIESE EINRICHTUNG? WELCHE LÄNDER SIND ANGESCHLOSSEN?  

Eurotransplant in Leyden (Holland) ist die zentrale Sammelstelle für medizinische Daten von Patienten, die zur Transplantation angemeldet sind. Dieser Zentrale sind folgende Länder in Europa angeschlossen: Niederlande, Belgien, Luxemburg, Deutschland, Österreich, sowie die Provinz Bozen.

Für die skandinavischen Länder ist Scandiatransplant mit Sitz in Aarhus (Dänemark) zuständig, für Frankreich Francetransplant mit Sitz in Paris. Großbritannien besitzt eine eigene Zentrale, den United Kingdom Transplant Service (UKTS) mit Sitz in Bristol, welcher auch die Republik Irland betreut.

Die Eurotransplant Zentrale ist mit allen anderen Transplantationszentralen vernetzt.

Über Computer werden die Werte des Spenders und der möglichen Empfänger verglichen. Auf diese Weise wird der am besten für die Verpflanzung geeignete Patient ermittelt.

WAS IST AIRT? WIE ARBEITET DIESE EINRICHTUNG? WELCHE REGIONEN ITALIENS SIND ANGESCHLOSSEN? 

AIRT (Associazione Interregionale Trapianti) ist ein überregionales Zentrum für die Transplantationen mit derzeitigem Koordinierungssitz in Florenz. Diesem überregionalen Zentrum gehören die Regionen Emilia Romagna, Piemont, Toscana, Aostatal, Apulien, sowie die Autonome Provinz Bozen an. Die beiden anderen italienischen überregionalen Transplantationszentren sind NITp, (Norditaliatransplant), mit Koordinierungssitz in Mailand und OCST (Organizzazione Centro-Sud Trapianti). Die drei überregionalen Transplantationssitze werden ihrerseits vom Nationalen Zentrum für Transplantationen, mit Sitz am Obersten Institut für Sanität in Rom, koordiniert. Die zentrale Koordinierungsstelle für die Organspende in Südtirol befindet sich am Krankenhaus Bozen.

AUF GRUND WELCHER KRITERIEN WIRD EIN ORGANSPENDER AN DAS TRANSPLANTATIONSZENTRUM IN INNSBRUCK ODER AN DAS KOORDINIERUNGSZENTRUM IN FLORENZ GEMELDET? 

Da sich seit 1976 der überwiegende Anteil der in Südtirol ansässigen Patienten für die Eintragung in die Wartelisten für Organempfänger an der Universitätsklinik Innsbruck entscheidet,  werden die meisten Spenderorgane, die in Bozen entnommen werden, nach Innsbruck geschickt. Nur ein kleiner Anteil der Patienten unserer Provinz ist in den Wartelisten der zu AIRT gehörenden Organtransplantationszentren (z.B. in Bologna, Modena) eingetragen. Bei der Organzuteilung wird dieser Tatsache Rechnung getragen.