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Das Bibliothekenzentrum, das auf dem ehemaligen Longon-Areal
in unmittelbarer Nähe zur Altstadt entsteht, wird drei
Bibliotheken – die Landesbibliothek „Dr. F. Tessmann,
die italienische Landesbibliothek „Claudia Augusta“
und die Stadtbibliothek Bozen „Cesare Battisti“
beherbergen.
Arbeitsteilig werden die drei Einrichtungen einen umfassenden
Dienst für den Bürger leisten – einerseits
als Public Library für die Stadt Bozen und andererseits
als wissenschaftliche Universalbibliothek für alle drei
Sprachengruppen für das ganze Land. Einen besonderen
Schwerpunkt bildet das lokale Schrifttum, das gesammelt und
für die nachfolgenden Generationen aufbewahrt wird.
Drei Bibliotheken
in einem Haus. Der Mehrwert für den Bürger
Im Bibliothekenzentrum Bozen können Bücher und
andere Medien in allen drei Landessprachen in Zukunft benutzerfreundlich
an einem Ort angeboten werden.
Auf rund 11.000 Quadratmetern wird ein einzigartiges Medienangebot
bereitgestellt. Das Spektrum reicht vom Buch über ein
umfangreiches Zeitschriftenangebot bis hin zu elektronischen
Medien, von populärwissenschaftlichen bis hin zu wissenschaftlichen
Inhalten, von Medien für Kinder und Jugendliche bis hin
zu Literatur für Erwachsene. Das real verfügbare
Medienangebot wird durch virtuelle Informationen (Datenbanken,
Internet) und die Anbindung an den nationalen und internationalen
Leihverkehr ergänzt.
Rund die Hälfte des Bestandes wird für den Besucher
frei zugänglich präsentiert. In einem angenehmen
und anregenden Ambiente gibt es ausreichend Platz zum Lernen,
Recherchieren, Lesen, Entdecken und Schmökern.
Als umfangreichste bibliothekarische Einrichtung im Land wird
das Zentrum zum „Herzen“ des Südtiroler Bibliotheksnetzes
und damit sicherlich Anlaufstelle für viele Bürgerinnen
und Bürger aus dem ganzen Land. Es ist zu erwarten, dass
weit über 1.000 Menschen täglich das Zentrum besuchen
und dessen Angebote nutzen.
Der lange Weg zum
Bibliothekenzentrum Bozen
Bereits Mitte der Neunziger Jahre gab es erste Überlegungen,
eine italienische Landesbibliothek und die Stadtbibliothek
Bozen in dem Gebäude gegenüber der heutigen Landesbibliothek
Tessmann unterzubringen und die beiden Bibliotheksstrukturen
durch einen unterirdischen Tunnel miteinander zu verbinden.
Die „Tunnellösung“ wurde jedoch sehr bald
fallen gelassen.
Stattdessen wurde 1996 eine Machbarkeitsstudie in Auftrag
gegeben, die Aufschluss darüber geben sollte, ob alle
drei Bibliotheken auf dem ehemaligen LongonAreal Platz finden
können. Das Ergebnis war positiv. Es gab eine grundsätzliche
Einigung zwischen dem Land Südtirol und der Stadt Bozen:
Die Gemeinde wird das Eigentum zur Verfügung stellen,
das Land die Baukosten übernehmen. Das Raumprogramm der
Machbarkeitsstudie wurde im Jahr 2000 von der Landesregierung
genehmigt und ein Jahr später noch weiter präzisiert.
Im Herbst 2003 wurde schließlich europaweit ein Architektenwettbewerb
ausgeschrieben. Ende Mai 2004 hat eine neunköpfige Jury
bestehend aus Architekten, Ingenieuren und Bibliotheksfachleuten
die 200 eingereichten Projekte überprüft und bewertet.
Am Ende hat sie einstimmig entschieden, keinen ersten Preis
zu vergeben, sondern fünf Projekte Ex-equo mit dem zweiten
Preis auszuzeichnen. In einer zweiten Phase sollen nun diese
fünf Projekte weiterentwickelt und erst dann eine endgültige
Entscheidung getroffen werden.
Die drei Bibliotheken
des Zentrums
Die Landesbibliothek
„Dr. F. Tessmann“ wurde 1982 als zentrale
wissenschaftliche Bibliothek gegründet. Den Ausgangspunkt
bildete die von Dr. Friedrich Tessmann im Jahre 1957 der Österreichischen
Akademie der Wissenschaften gestiftete, vorwiegend aus Tirolensien
und lokaler Grafik bestehende Bibliothek. Ziel der Landesbibliothek
ist die Unterstützung von Studium, Forschung und Lehre
und das Sammeln und Aufbewahren von landeskundlich relevantem
Schrifttum.
Der Bestand von in erster Linie deutschsprachigen Werken ist
mittlerweile auf rund 320.000 Einheiten (Stand: 31.12.2003)
angewachsen. Jedes Jahr kommen durchschnittlich weitere 10.000
Einheiten dazu.
Die italienische
Landesbibliothek “Claudia Augusta” wurde 1999
gegründet. Ihr Ziel ist es in erster Linie, Schrifttum
und andere Medien von landeskundlicher Bedeutung in italienischer
Sprache zu sammeln und aufzubewahren. In drei Jahren wurde
ein Bestand von 13.000 Einheiten aufgebaut. Daneben hat die
Bibliothek einen Schwerpunkt auf elektronische Medien gelegt
und in diesem Zusammenhang eine Datenbank im Bereich des
lokalen Schrifttums sowie die ersten drei digitalisierten
Zeitschriften ins Internet gestellt. Zudem sind etwa 200 wissenschaftliche
Arbeiten zu lokalen Themen gesammelt worden, deren Zuwachs
durch den „Preis Claudia Augusta“ garantiert wird.
Die Stadtbibliothek
Bozen „Cesare Battisti“ besteht seit 1928
und versorgt in erster Linie die Bevölkerung der Landeshauptstadt
mit Medien und Informationen. Das Bibliothekssystem besteht
aus dem Hauptsitz und sechs Zweigstellen, welche sich auf
das gesamte Stadtgebiet verteilen. Die Stadtbibliothek ist
zudem Mittelpunktbibliothek für die Bibliotheken im Einzugsgebiet
und aufgrund des ihr zugewiesenen Pflichtexemplarrechtes offizielle
Sammelstelle für alle in der Provinz Bozen gedruckten
Werke.
Der Bestand im Hauptsitz umfasst heute rund 240.000 Einheiten
(Stand: 31.12.2003). Zwei Drittel des Etats werden für
italienische, ein Drittel für den Ankauf von deutschen
Büchern und Medien ausgegeben.
Die Hauptbibliothek ist heute aufgrund der Platznot eine Magazinbibliothek
mit überwiegend wissenschaftlicher Literatur, welche
für Kinder und Jugendliche bis vierzehn Jahren nicht
zugänglich ist. Die Nachfrage nach Kinder- und Jugend
sowie Unterhaltungsmedien wird durch die Zweigstellen abgedeckt.
Ziel ist es, dass die Stadtbibliothek durch die räumlichen
Möglichkeiten im Bibliothekenzentrum stärker ihre
Aufgabe als Public Library wahrnehmen kann. |