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Förderung EU-Projekte

Interreg und Leader

Ein gutes Zusammenleben von Nachbarregionen, die an Staatsgrenzen liegen, ist in der Europäischen Union von besonderer Wichtigkeit. Ziel ist es, die Grenzen möglichst zu überwinden und die Integration Europas voranzutreiben. In der Verwirklichung von grenzüberschreitenden Kulturprojekten hat Südtirol eine lange Tradition, wie etwa mit dem Arge-Alp-Leserpreis.

Verschiedene EU-Programme ermöglichen es gezielt, nachbarschaftliche Kooperationen zu initiieren oder auszuweiten.
Solche Förderprogramme der Europäischen Union sind zum einen Interreg, durch welches grenzüberschreitende Projekte finanziert werden, zum anderen Leader, durch welches Projekte in strukturschwachen Gebieten gefördert werden.

Derzeit sind folgende EU-Förderungen möglich:

  • Interreg IV Italien - Österreich (2007 - 2013): unterstützt italienisch-österreichische Kooperationsprojekte, welche auf eine Verbesserung der wirtschaftlichen Beziehungen, der Wettbewerbsfähigkeit, des Umweltschutzes sowie auf eine nachhaltige Raumentwicklung ausgerichtet sind.
    Nähere Informationen zu Fälligkeiten und Modalitäten der Projektanträge finden Sie auf der folgenden Webseite: www.interreg.net
  • Leader: Hierfür können Sie sich direkt an das Amt für EU-Strukturfonds in der Landwirtschaft wenden: http://www.provinz.bz.it/landwirtschaft

Projekte des Amtes für Kultur

Folgende Projekte hat das Amt für Kultur in den vergangenen Jahren als Trägerorganisation umgesetzt:

Interaktive und multimediale Informationsquelle: Der Tirol-Atlas
An einem Atlas-Informationssystem für Nord-, Süd- und Osttirol arbeitet derzeit das Geografieinstitut der Universität Innsbruck im Auftrag der Landeskulturabteilungen von Tirol und Südtirol. Der digitale Tirol-Atlas ist ein interaktives Informationsmedium im Internet, wird ständig ausgebaut sowie aktualisiert und ist in den Sprachen Deutsch, Italienisch und Englisch verfügbar. Unter http://tirolatlas.uibk.ac.at/ kann jede und jeder Informationen zu den Gemeinden, Karten und Bilder sowie wichtige Kennzahlen in Tabellen und Diagrammen abrufen. Statistische Daten etwa zur Bevölkerung, Natur und Wirtschaft werden überschaubar dargestellt und sind leicht verständlich.
Auf eigenen Seiten für Kinder kann man Tirol spielerisch kennen lernen.
Der Tirol-Atlas ist eine wertvolle Informationsquelle für die Bevölkerung, für Schüler und Schülerinnen, für das Lehrpersonal und für Touristen/innen. Aber auch Wirtschaftstreibende, Wissenschaftler/innen und Planer finden hier nützliche Daten. Der Zugang ist kostenlos.

Die Dokumentationsstelle für Medien der Zeitgeschichte
In zahlreichen öffentlichen und privaten Archiven und Sammlungen existieren interessante, teilweise unerschlossene Filme, Tonaufnahmen, Bild- und Fotomaterial, die durch dieses Projekt gesichert, inhaltlich erschlossen und einer breiten Öffentlichkeit für Forschung, Weiterbildung, Didaktik und Museumsanimation zugänglich gemacht werden.
Auf einer eigenen Internetseite werden Informationen über Inhalt, Form, Standort und Zugangsbestimmungen zu den erschlossenen Quellen bereitgestellt. Ergänzend dazu gibt es eine digitale Kostprobe mittels Video- bzw. Audioclip.
Es handelt sich dabei um eine Gemeinschaftsinitiative der Kulturabteilung, der Abteilung Denkmalpflege und der Universität Innsbruck. Die Durchführung liegt beim Kuratorium für Technische Kulturgüter.

Alte Volksmusik-Aufnahmen erhalten: Das Projekt „Quellmalz“
Die volksmusikalische Tonbandsammlung des Musikwissenschaftlers Alfred Quellmalz aus den 1940er Jahren wird über ein Interreg-Projekt digitalisiert und somit dauerhaft erhalten und zugänglich gemacht. Projektträger sind die Kulturabteilung, das Institut für Musikerziehung und das Tiroler Volksliedwerk in Innsbruck.
Vor dem Hintergrund der Option 1939 bereiste der deutsche Musikwissenschaftler Alfred Quellmalz (1899-1979) in den Jahren 1940-42 Südtirol, um die vorwiegend mündlich überlieferte Volksmusik zu dokumentieren. Mit einem Aufnahmegerät registrierte er das Liedgut und die Volksweisen. Die Dokumentation umfasst 500 Tonbänder mit einer Gesamtspieldauer von 138 Stunden.
Da die Tonbänder zunehmend altern, könnte ihre Nutzung schon bald nicht mehr möglich sein. Durch die Digitalisierung wird die Volksmusiksammlung bewahrt und kann von der Musikwissenschaft als auch von Musikkapellen, Musikgruppen oder Tanzgruppen genutzt werden. Die Aufnahmen werden voraussichtlich 300 CDs füllen.