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Aktuelles

Bibliotheken | 08.09.2017 | 08:15

Auditierte Bibliotheken: 52 Zertifikate überreicht

Seit 15 Jahren gibt es das Qualitätsaudit für Bibliotheken. Dieses Jahr wurden die Zertifikate an öffentliche und Schulbibliotheken gemeinsam überreicht.

Das Amt für Bibliotheken und Lesen des Landes hat gemeinsam mit dem Bibliotheksverband Südtirol und den Bibliotheken ein Qualitätssicherungsverfahren für öffentliche Bibliotheken entwickelt und umgesetzt – von der Erarbeitung von Standards bis zur Ausbildung zu AuditorInnen. Im Zeitraum von April 2016 bis Ende August 2017 haben 36 öffentliche Bibliotheken (33 Hauptsitze und 3 Zweigstellen), 14 Schulbibliotheken, aber auch das Amt für Bibliotheken und Lesen sowie der Bibliotheksverband selbst dieses Auditverfahren erfolgreich abgeschlossen. Kulturlandesrat Philipp Achammer hat ihnen kürzlich die 52 Zertifikate überreicht.

"Die Ansprüche an die Bibliotheken sind im Laufe der vergangenen Jahre ständig gestiegen", erklärte Landesrat Achammer in seinen Grußworten an die anwesenden VertreterInnen der Bibliotheken und Gemeinden sowie SchuldirektorInnen und betonte außerdem, dass unser Bibliotheksystem weit über die Landesgrenzen hinaus beispielhaft sei. Achammer berichtete, dass jährlich 2,6 Millionen Ausleihungen verzeichnet werden und dass 85,9 Prozent der MitarbeiterInnen ehrenamtlich tätig sind – die allermeisten davon, nämlich 90 Prozent, sind Frauen. Er wies auch auf den Bibliotheksplan 2021 hin, der die Bibliotheken weiterhin bei der Netzwerkarbeit begleiten wird, denn – so der Landesrat – die Stärkung des Netzwerks zwischen Haupt- und Ehrenamt sowie zwischen öffentlichen und Schulbibliotheken sei sehr wichtig. "Der Einsatz in den Bibliotheken ist Einsatz für die Kultur und die Gesellschaft", stellte Achammer abschließend fest.

Die geschäftsführende Direktorin des Amtes für Bibliotheken und Lesen, Marion Gamper, berichtete, dass dieses Jahr erstmals die Zertifikate für die öffentlichen und die Schulbibliotheken gemeinsam vergeben wurden. Besonders erfreut zeigte sie sich darüber, dass auch das Amt selbst sich dem Auditverfahren unterzogen hat und das Qualitätszertifikat erhält.

Der "Blick von außen", den die Bibliotheken durch das Qualitätssicherungsverfahren erhalten, und das Optimierungspotenzial, das aufgezeigt wird, ist in vielfacher Hinsicht von Nutzen. Die BibliothekarInnen bestätigen, dass es gut tut, sich dem Audit zu stellen und sich sagen zu lassen, was positiv wahrgenommen wird oder was man selbst vor lauter Betriebsblindheit vielleicht gar nicht mehr bemerkt. Einhellig wird festgestellt, dass sich dadurch das Denken ändert.

Nicht nur die BibliothekarInnen betonen außerdem, dass sich der Stellenwert der Bibliothek innerhalb der Gemeinde ändert, wenn man auf das Qualitätszertifikat verweisen kann. Auch die KulturreferentInnen der Gemeinden unterstreichen, dass die eigene Ortsbibliothek professioneller wahrgenommen wird, wenn sie sich einem Zertifizierungsverfahren unterzogen hat.

Bei den Schulbibliotheken lag der Einführung von Qualitätsstandards und des dazugehörigen Qualitätssicherungsverfahrens die Überlegung zugrunde, dass die Qualität der Arbeit in den Bibliotheken einen Einfluss auf den Lernerfolg der SchülerInnen hat. Internationale Studien – vor allem aus den USA – beweisen nämlich, dass es einen Zusammenhang zwischen der Schulbibliothek, ihrem Personal, ihrer Ausstattung, ihren didaktischen Aktivitäten und dem Lernerfolg sowie der Freude am Lesen der SchülerInnen gibt. (Quelle: LPA – Martin Ebert)