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Dienststelle für Gesundheitserziehung
Folgende Dienste werden angeboten:
- Planung der Gesundheitserziehung in der Schule
- Lehrerunterstützung mit Material, Vorschläge und Ideen
- Koordination, Planung und Dokumentation von Projekten in den Schule
- Finanzielle und Materielle Unterstützung
- Weiterbilbungs- und Ausbildungskurse für Lehrer und Eltern
- Beratung für Familien
- Zusammenarbeit mit anderen Institutionen die im gleichen Umfeldbereich arbeiten
- Koordinierung der Verkehrserziehung.
Büro
Schulsprengel Abtei
St. Leonhard Str. 11
39036 ABTEI
Bürozeiten:
| Montag | Dienstag | Mittwoch | Donnerstag | Freitag | |
| Vormittag | 8:30 12:00 |
8:30 12:00 |
8:30 12:00 |
8:30 12:00 |
8:30 12:00 |
| Nachmittag | 15:00 18:00 |
15:00 17:00 |
15:00 17:00 |
Mit-verantwortlich für eine gesunde Schule
Zum Orientierungsthema:
Im Rahmen der in den letzten Jahren erarbeiteten Bildungsprofile der Schülerinnen und Schüler in den verschiedenen Schulstufen, treffen wir verstärkt auf einen allgemeinen Teil der alle angeht. Die "Lernziele für das Leben in der Gemeinschaft" umfassen jene Bereiche des Lebens, für die nicht nur die Schule verantwortlich ist, sondern ebenso die Familie und die gesamte Gemeinde. Inhaltlich geht es dabei nicht um ein neues Fach, dessen Lehren einer einzigen Lehrperson obliegt, sondern um fächerübergreifende Kompetenzen, die von allen Erziehungspersonen vermittelt werden können und die miteinander gelebt und gelernt werden müssen, um glaubhaft zu sein. Wir sind somit alle zusammen, sei es als Individuen, wie auch als Gemeinschaft, mitverantwortlich für die Realisierung einer gesunden Schule, die das Wohlbefinden aller Beteiligten fordert und fördert. Die täglichen Herausforderungen und die stets neuen Aufgaben im Hineinleben in die Familie, in die soziale und bürgerliche Gesellschaft stellen für jeden Menschen ein Lebensprojekt dar, und das gilt verstärkt für heranwachsende Kinder und Jugendliche.
Die Anforderungen an die Schule sind in dieser Hinsicht hoch und es werden alle nötigen Maßnahmen getroffen, um dem komplexen Erziehungsauftrag gerecht zu werden. Auch das Unterrichtsministerium hat kürzlich einen "Pakt zur erzieherischen Mitverantwortlichkeit" erstellt, durch den Familie und Schule verstärkt zusammenarbeiten sollen.
Es geht unter anderem darum, die Rechte der anderen zu respektieren und sich dafür einzusetzen, dass die eigenen ebenso beachtet werden. Das allein wäre bereits ein Grundmerkmal für eine gesunde Gesellschaft, die Mitverantwortung tragen muss, damit das aufgebaute soziale und sanitäre System auch in Zukunft aufrecht erhalten werden kann. Eine der Grundfragen, die wir uns heute stellen sollten, ist jene nach den Möglichkeiten, um ein Gleichgewicht zwischen allgemeinen Verboten und individuellen Rechten herzustellen. Immer wieder, vor allem im Präventionsberich, stoßen wir an die Grenze wo die Strafe anfängt und die persönliche Freiheit aufhört. Und der Schrei nach mehr Verhaltenskontrolle wird laut. Und die tagtägliche Erziehung? Was bedeutet sie in der heutigen Zeit und wer ist dafür zuständig? Man könnte fast wie beim Kommunizieren (nach Watzlawick) sagen: man kann nicht nicht erziehen, unabhängig vom Kontext.
Wenn in unserer pluralistischen Gesellschaft ein hohes Maß an persönliche Freiheit gewährleistet werden muss und wenn jede geäußerte Meinung einen hohen Stellenwert hat, so ist es umso notwendiger an gemeinsame Ziele, Notwendigkeiten und Absichten zu arbeiten. Gerade weil Familie, Schule und die Gemeinschaft auch unterschiedliche Sichtweisen in Bezug auf Lebensgestaltung und Erziehung haben, gilt es immer von Neuem nach gemeinsamen Ressourcen zu suchen, um Kinder und Jugendliche während der Schulphase zu begleiten. Die positive Wahrnehmung dieser gemeinsamen Arbeitsfelder führt zu gegenseitiger Wertschätzung und zu einem Streben nach persönlichem und allgemeinem Wohlbefinden.
"Gesundheit" ist, wie wir alle wissen, sehr komplex und umfasst den ganzen Menschen als individuelles, sexuelles und soziales Wesen: mit seinem Körper, den Emotionen, seinen Gedanken und spirituellen Anteilen. Miteinander haben wir durch die Schule (auch als lebenslanges Lernen gemeint) die Chance voneinander zu lernen, miteinander zu arbeiten und füreinander da zu sein.
Die unterschiedlichen Lebensräume des gesamten Bildungsweges, vom Kindergarten bis zur Oberschule bieten vielfältige Möglichkeiten, um die Gesundheitsförderung und -erziehung zu einer tragenden Säule des Unterrichtens werden zu lassen.
Die Betonung der Mitverantwortung aller Beteiligten für eine gesunde Schule soll Positionen klären und aufeinander abstimmen helfen. Es bestehen viele geschriebene Seiten über die Aufgaben der Schule als Stätte des Lernens, aber ebenso etliche ungeschriebene. Wo Menschen sich begegnen, bedarf es immer wieder einer Abstimmung über gemeinsame und unterschiedliche Sicht- und Vorgehensweisen.
In der Gesundheitserziehung und Gesundheitsförderung ist es unumgänglich, dass wichtige Einsichten aus der Wissenschaft, der Medizin, den verschiedensten Untersuchungen nicht nur bekannt gemacht werden, sondern auch so konkret wie möglich in die Tat umgesetzt werden. Wie die Erfahrung zeigt, lässt sich Vieles nur im gemeinsamen Vorgehen konkretisieren: gesunde Jausen und Mahlzeiten, mehr Bewegung, Unfallverhütung, Vorbeugung von Missbrauch, Rauch und Alkohol, Toleranz und ganzheitliches Wohlbefinden. Die Schule, die Familie und „die Anderen" (im Dorf, in der Stadt, im Fernsehen oder im Netz...) agieren nicht unabhängig voneinander, sondern beeinflussen sich ständig gegenseitig.
Die aktive Partizipation aller am Schulleben Beteiligten ist ein Weg, der sich bildet, indem man ihn miteinander geht. Die Mitverantwortung kann das Resultat vieler Begegnungen sein, die es braucht, um gesundheitsfördernde Maßnahmen auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen: und wie geht's dir?
Die Dienststelle für Gesundheitserziehung des ladinischen Schulamtes bietet zwei Formen der Unterstützung an:
1. Fortbildungsangebote für Lehrpersonen und für Eltern
Das Angebot vorgegebener Fortbildungsveranstaltungen für Lehrpersonen ist in Südtirol sehr vielfältig, deswegen bietet diese Diensstelle nur wenige vorstrukturierte Kurse an. Sie nimmt jedoch konkrete Nachfragen von Seiten einzelner Lehrerkollegien am Ende bzw. Anfang des Schuljahres wahr und versucht gezielt eine Hilfestellung zu leisten.
Die Eltern haben die Möglichkeit bei Projekten in der Gesundheitserziehung und -förderung aktiv mitzuarbeiten und dadurch auch an dazugehörige Bildungsveranstaltungen teilzunehmen.
2. Unterstützung und Förderung von Gesundheitsprojekten auf Kindergarten- und Schulebene
Einzelne Kindergärten, Schulstellen und Sprengel haben die Möglichkeit bei dieser Dienststelle, um vielfältige Unterstützung bei der Umsetzung von Initiativen im Bereich der Gesundheitsförderung anzusuchen. Das vorliegende Programm beinhaltet einzelne Projektideen, die gemeinsam mit den Kindergärten und Schulen umgesetzt werden können, und orientiert sich schwerpunktmäßig an die Themen des Assessorates für Gesundheitswesen und die Leitlinien der Suchtpolitik in Südtirol.
Es wird dabei darum gehen, neben der Besoldung von ReferentInnen, auch Materialien, Bücher, Unterrichtsvorlagen, sowie Raumkosten und andere Besonderheiten, die für die Durchführung notwendig sind, anzuschaffen und finanziell zu unterstützen. In manchen Fällen handelt es sich um fortführende Projekte im Rahmen einer kontinuierlichen Erziehungsplanung und diese Dienststelle ist bemüht auch andere Ressourcen (z.B. personelle) zur Verfügung zu stellen. Dieser Teil des Programms bleibt deswegen offen und die Planungsgremien der einzelnen Schulstellen und Kindergärten können ihre Anfragen stellen.
Bei der Durchführung des Programms soll die Zusammenarbeit mit dem Assessorat für Gesundheitswesen, den sanitären und sozialen Diensten und mit anderen Institutionen, die gesundheitserziehende Maßnahmen setzen, gesucht und gefördert werden. Die KoordinatorInnen an den einzelnen Schulen sollen direkte AnsprechpartnerInnen sein.
Die Dienststelle trägt schulamtübergreifende Projekte mit, wie Kariesprophylaxe, HBSC, OKKIO alla salute, Gewalt- und Alkoholprävention, Gesunde Pause, Mini Anne und unterstützt auch andere Iinitiativen, die für die Planungsarbeit von Gesundheitsförderung auf Landesebene notwendig sind.
Die Programmierung und die Methodenauswahl der einzelnen Inhalte sollen dem fächerübergreifenden Kontext und der allgemeinen Planung innerhalb der Schule Rechnung tragen.
2. Unterstützung und Förderung von Gesundheitsprojekten auf Kindergarten- und Schulebene
Es werden hier einige besondere Anregungen für Schulprojekte angeführt:
2.1
"Mitverantwortung": wie schaffen wir das?
Vielleicht wäre es wieder einmal angebracht sich zu fragen in welchen Bereichen wir "mitverantwortlich" sein können. Und in einem zweiten Schritt gilt es zu schauen, ob wir das überhaupt schaffen. Manchmal liegen die Interessen (auch in wichtigen Erziehungsbereichen) so weit auseinander, dass nur ein Nebeneinsander möglich wird. Ein dritter Schritt besteht in der Methode, wie wir eventuell Mitverantwortlichkeit umsetzten und realisieren können. Führungskräfte, Lehrpersonen, Eltern und SchülerInnen haben eine gute Chance miteinander eine gesunde Schule zu bauen.
2.2
Zu dick oder zu dünn?
Die Ernährung beeinflusst zutiefst unser Sein. Produkte und Gewohnheiten gehen Hand in Hand und ebenso unser Körper und was wir essen. Unsere Ernährung will gelernt sein und hängt zusammen mit unserer inneren und äußeren Befindlichkeit, besonders auch was die Getränke betrifft. Die Schule kann Wissen vermitteln, Eltern sensibilisieren und konkrete Versuche anbieten, wie eine gute und sinnvolle Ernährung funktionieren kann.
2.3
Gemeinsam sind wir stark
So heißt der Titel eines beliebten Projektes an Mittelschulen, das zum Ziel hat eine Klassengemeinschaft zu bilden, die stark ist im Miteinander und gegen die Gefahren von außen. Jugendliche hören manchmal mehr auf die Gleichaltrigen und orientieren sich an deren Lebensstrategien. Gute Freunde werden gesucht und sind im Leben sehr wertvoll, deswegen gilt es Identitätsmerkmale und Persönlichkeitsanteile zu stärken, die dafür kennzeichnend sind.
2.4
Bewegung und Beweglichkeit
Das Bedürfnis nach Bewegung ist uns Menschen angeboren, das zeugt der hohe Drang des Kindes zum Spiel und die Schwierigkeit für längere Zeit ruhig zu sitzen. Die Schule ist bemüht nicht nur im Sportunterricht, sondern auch in theoretische Unterrichtsstunden passende Bewegungsspiele einfließen zu lassen. Viele Freizeitinitiativen und Sportarten stehen uns zur Verfügung, um unserer körperlichen Beweglichkeit Ausdruck geben zu können. Körper und Geist beeinflussen sich gegenseitig und das nötige Wissen zu dieser Wechselwirkung kann von der Schule auch in der Praxis vermittelt werden. Es ist ebenso von hoher Wichtigkeit, dass sich alle für die Unfallverhütung verantwortlich fühlen und Schüler und Schülerinnen auf eventuelle Gefahren und Risiken vorbereiten.
2.5
Zu viel Alkohol, Rauch und Rausch?
Prävention besteht aus vielen Facetten... und fängt bei mir an. Es geht um Erfahrungen, um Grenzen und Freiheiten, um Gebote und Verbote. Es geht um Kinder, Jugendliche und Erwachsene, um Männer und Frauen, Mütter und Väter, Lehrer und Lehrerinnen. Es geht um Konsum, um Ferien und Feiern, Genuss und Missbrauch, Gruppendruck und Persönlichkeit. Es geht um Gesundheit und Wohlbefinden, um Krankheit und Tod. Darin spiegeln sich auch die Gefühle, die Freuden und die Nöte des Menschen. Prävention ist mehr denn je ein Weg, den man gemeinsam in gegenseitiger Verantwortung gehen muss... und sie ist nicht immer nur stoffgebunden.
2.6
Sexualerziehung
Auch die Tatsache keine Sexualerziehung anzubieten ist bereits Erziehung (darüber spricht man nicht, ist dann die Mitteilung), es gibt aber unterschiedliche Möglichkeiten sich dieser Thematik zu nähern. Ein besonderes Modell partnerschaftlicher Sexualerziehung für LehrerInnen, Eltern und SchülerInnen ist „LoveTalks".
In fünf Treffen von jeweils drei Stunden wird in einer Arbeitsgruppe von LehrerInnen, Eltern und für die Oberschule auch SchülerInnen über Sexualität gesprochen (ersten drei Treffen) und ein eventuelles Projekt für eine oder mehrere Klassen geplant (letzten zwei Treffen). Dieses Modell wird von ausgebildeten SexualpädagogInnen moderiert.
Nähere Informationen zur Durchführung dieses Modells und über andere sexualpädagogische Methoden gibt es bei dieser Dienststelle.
2.7
Gegen Radikalismus und Gewalt - für Sichtweisen und Akzeptanz
Neben der Erpressung von radikalem Verhalten oder von Gewalthandlungen von Seiten der Aufsichtsbehörden, haben alle Erziehungspersonen verschiedene Register in der Hand, um vorbeugende Initiativen in Gang zu setzen. Radikalismus und Gewalt entstehen nicht zufällig, sondern sind die Folge ganz unterschiedlicher Einstellungen, Emotionen und Verhaltens- und Sichtweisen im zwischenmenschlichen Zusammenleben. Die Schule kann ihren Teil dazu beitragen, die verbalen Botschaften nach einer gerechteren und sichereren Welt in ihrer Struktur so zu realisieren, dass Kinder und Jugendliche lebbare und gesundheitsfördernde Modelle experimentieren und übernehmen können.
Weitere Impulse:
- Neue Medien fordern neue Kompetenzen
- Die Kommunikation und ihre Seiten
- Streiten und schlichten: kann man das lernen?
- Vom ich - zum du - zum wir: eine Interaktion
Fortbildungsangebote für Lehrpersonen und für Eltern
Kontakte
Dr. Lois Kastlunger
Tel. 0471/839597
Fax. 0471/839972
E-mail: kstlsom01@schule.suedtirol.it