Aquatisches Artenschutzzentrum

Aquatisches Artenschutzzentrum

Das Aquatische Artenschutzzentrum dient der Erhaltung und dem Schutz bedrohter autochthoner Fischarten und Krebse, sowie der Sicherung des Genpools bedrohter Fischarten.

Die Agentur Landesdomäne führt die Struktur seit 2017. Im Zuge der Umstrukturierung der Ex-Landesfischzucht sind verschiedene Umbaumaßnahmen notwendig, damit die Vermehrung und Aufzucht der Fische und Krebse möglichst naturnah geschieht.

Der Arbeitsschwerpunkt des Aquatischen Artenschutzzentrums liegt in der Sicherung des Genpools der Marmorierten Forelle, der Äsche, sowie von sechs der sieben geschützten Kleinfischarten Südtirols, der Elritze und des Dohlenkrebses.

Marmorierte ForelleDie Sicherung und der Erhalt der Marmorierten Forelle ist einer der Schwerpunkte des Artenschutzzentrums.
Die Vermehrung erfolgt in einem offenen System, d.h. jährlich werden männliche und weibliche Laichtiere den natürlichen Populationen (Wildfische) entnommen. Nur jene Tiere, welche die genetischen Qualitätskriterien erfüllen, werden abgestreift. Die Elterntiere werden ausnahmslos in ihr Ursprungsgewässer rückbesetzt. Der Großteil der Nachkommen wird in den Gewässern des Landes besetzt, während ein überschaubarer Teil im Artenschutzzentrum behalten wird, um einen kleinen, möglichst naturnah gehaltenen Mutterfischstock aufzubauen. Die Eier dieses Mutterfischstocks werden mit Milch von wilden Milchnern (genetische Analyse) befruchtet. Alle diese Nachkommen dienen der Stützung der Wildpopulationen („Supportive breeding“).
Durch die naturnahe Haltung (Fließgerinne und Nassfutter) werden Domestizierungseffekte auf ein Minimum reduziert.

DohlenkrebsDas Artenschutzzentrum hat sich zum Ziel gesetzt, verschiedene Herkünfte von bedrohten Kleinfischarten, des Dohlenkrebses und der Elritze zu sichern.

Diese sogenannten Genpools dienen einerseits der Sicherung dieser Arten, andererseits können sie im Rahmen von Renaturierungsprojekten oder als Initialbesätze nach Katastrophenereignissen herangezogen werden.

Forschung in der LandesfischzuchtÄhnlich wie der Agrarbetrieb Laimburg seine Flächen als Versuchsflächen zur Verfügung stellt, soll in Zukunft das Aquatische Artenschutzzentrum der Forschung als Struktur für die Durchführung von Versuchen dienen.

Projekte

Interreg

www.interreg.net

Alffa

INTERREG Italien-Österreich (ITAT1041 ALFFA)

Projektlaufzeit: 08/2017 – 06/2019

Mit zunehmender Nutzung unserer Kulturlandschaft unterliegen auch die Gewässersysteme einem ansteigenden Einfluss durch diverse anthropogene Maßnahmen. Die meisten Gewässer sind durch Eingriffskombinationen mehrfach belastet, ein sich daraus ergebender Multiplikationseffekt kann zu dramatischen Veränderungen der aquatischen Lebensräume und ihrer Organismengemeinschaften führen. Als Qualitätsindikatoren für Gewässersysteme werden europaweit Fische als Bioindikatoren verwendet. Über das vorhandene Artenspektrum, die Abundanz- und Dominanzverhältnisse und den Populationsaufbau der einzelnen Arten können verlässliche Aussagen über den Zustand eines Gewässers getätigt werden. Die teilweise dramatischen Veränderungen der Fischfauna in Tirol und Südtirol reichen vom lokalen Rückgang einzelner Populationen bis zur aktuellen Bedrohung der Bestände und im Einzelfall sogar bis zum Verschwinden von Arten. Eine weitere Bedrohung liegt in der genetischen Verunreinigung der ursprünglichen Arten durch Fehlbesatz. Durch diese Fehlbewirtschaftung kann es zum Verschwinden autochthoner Arten kommen. Im Gegensatz zu den meisten bisherigen Untersuchungen sollen nicht einzelne Verursacher, sondern die Kombination möglichst aller Einflüsse großräumig erfasst und mit Hilfe geostatistischer und skalenübergreifender Modelle erkennbar gemacht werden. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen bei zukünftigen Entscheidungen bezüglich Gewässer- und Umweltmanagement eine wichtige Hilfe darstellen.

Das Projekt ITAT 1041 – ALFFA ist durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und Interreg V-A Italien-Österreich 2014 – 2020 gefördert. Projektpartner sind das Institut für Alpine Umwelt (Eurac Research, Bozen), das Institut für Zoologie (Universität Innsbruck), sowie die Agentur Landesdomäne (Autonome Provinz Bozen-Südtirol).Weitere unterstützende Partner sind: Amt für Gewässerschutz (BZ), Amt für Jagd und Fischerei (BZ), Abteilung Umweltschutz (T), Abteilung Wasserwirtschaft (T), Amt für Landwirtschaftliches Schulungswesen, Jagd und Fischerei, Land- und Forstwirtschaft (T), Baubezirksamt Reutte als Koordinator des Projektes LIFE-Lech (T), Dachverband für Natur- und Umweltschutz (BZ), FUST Tirol (T), Landesfischereiverband Südtirol (BZ), Tiroler Fischereiverband (T), TIWAG – Tiroler Wasserkraft AG (T), Versuchszentrum Laimburg (BZ) und Labor für Wasseranalyse und Chromatographie (BZ). 
Projektleitung: Erich Tasser
Projektteam: Roberta Bottarin, Schletterer Martin, Agnes Felber, Wolfgang Mark, Michael Niederwanger, Bernd Pelster, Katja Schmölz, Melanie Thaler, Josef Wieser, et al.

Am Projekt beteiligt

Wie Sie uns erreichen

Aquatisches Artenschutzzentrum
Rothtalerweg 17
39017 Schenna
Tel. +39 0473 946013
Fax +39 0473 946015
E-mail: AASZ-CTSA@provinz.bz.it

Koordinator: Josef Wieser
E-mail: josef.wieser@provinz.bz.it

Verwaltung: Johann Bauer
E-mail: johann.bauer@provinz.bz.it