Frag den Förster!

[Allgemein]
Guten Abend, kann ein Wanderweg, der durch landwirtschaftliches Grün verläuft vom Grundeigentümer bzw. Landwirt einfach so durch einen Zaun abgesperrt werden, obwohl er im offiziellen Wegenetz eingetragen ist?

Falls der angesprochene Wanderweg im Privatgrund seit mindestens 20 Jahren (das entspricht der Ersitzungsperiode nach Art. 1158 ZGB) von der Öffentlichkeit benutzt wurde, so ist ein Recht auf Durchgang der Allgemeinheit entstanden. Der Grundeigentümer muss somit diese öffentliche Nutzung hinnehmen und darf nicht eigenmächtig eine Absperrung mittels eines Zauns errichten. Selbstverständlich hat er das Recht, das restliche Grundstück mittels eines Zauns abzugrenzen.

Wir gehen davon aus, dass Sie als „offizielles Wegenetz“ das Wanderwegenetz gemäß Landesgesetz vom 7. Juni 1982, Nr. 22, in geltender Fassung meinen. Bei diesem obliegen Instandhaltung und Haftung dem jeweils zuständigen Wegehalter (z.B. AVS, CAI…) und nicht dem Grundeigentümer.

Datum: 28.6.2020
[Allgemein]
Hallo, wir wohnen an einem Waldrand, der Wald ist nicht in unserem Eigentum. Es gab im Winter einige Schneeschäden in diesem Wald, und möchten nun den Besitzer auffordern, einige nahestehenden Bäume (ca. Höhe 12-15 m), direkt am Gebäude (Abstand ca. 5-8 m), zu fällen. Ist das aus Sicherheitsgründen möglich? Einige wenige kleinere Bäume in diesem Bereich sind bereits abgestorben und teilweise schon von alleine im Wald umgefallen. Wir möchten nicht dass es in Zukunft zu Schäden am Gebäude kommt. Könne wir hier was ausrichten?

Die aufgeworfene Thematik ist im Artikel 2051 des Bürgerlichen Gesetzbuches geregelt: der Eigentümer haftet für Schäden, die Sachen (auch Immobilien) verursachen, welche er in Gewahrsam hat. Falls die Gefahr besteht, dass Bäume ein angrenzendes Gebäude beschädigen, kann der Gebäudeeigentümer mittels eines Einschreibens mit Rückantwort den Baumeigentümer auffordern, die Gefahrenquelle zu entfernen. Kommt er dieser Aufforderung nicht nach, haftet der Baumeigentümer für den entstandenen Schaden, außer der Vorfall ist auf „höhere Gewalt“ (außergewöhnlicher Sturm…) zurückzuführen.


Darüber hinaus besteht die Möglichkeit die Gefahrensituation beim Bürgermeister zu melden; dieser kann, sofern er die Gefahr anerkennt, eine Verordnung im Dringlichkeitswege erlassen, mit er die Entfernung oder das Zurückschneiden der Bäume vorschreiben kann.


Die dritte Möglichkeit darin, beim Landesgericht eine Dringlichkeitsmaßnahme nach Art. 700 Zivilprozessordnung zu erwirken. Allerdings erfordert diese Möglichkeit einen Anwaltsbeistand, was mit Ausgaben verbunden ist.

Datum: 15.6.2020
[Allgemein]

Hallo, wir haben als Verein eine Hütte, welche bei verschiedenen Veranstaltunegn als Aufschank verwendet wurde. Die Hütte kann mit einem Anhänger weiter transportiert werden. Weil heuer keine Veranstantungen statt finden, wollen wir die Hütte mit dem dazugehörigem Anhänger in einen offenen Maschinenunterstand auf eine Wiese stellen. Könnten wir da Probleme bekommen, weil plötzlich eine Hütte in der Wiese steht? Obwohl sie auf einem Anhänger steht? Oder wäre es auch möglich den Anhänger neben den Maschinenunterstand zu stellen?



Sollte es sich bei den „Maschinenunterstand“ um einen überdachten Holzlagerplatz gemäß Art. 107 Abs. 28 des LG 13/1997 handelt, darf dort nur unbehandeltes Holz gelagert werden. Sollte es sich hingegen um einen landwirtschaftlichen Lagerraum gemäß Abs. 1 desselben LG handeln, könnte dort die Hütte auf dem Anhänger abgestellt werden. Im Freien kann die Hütte auf dem Anhänger nicht dauerhaft geparkt bleiben.


 



Datum: 2.6.2020
[Allgemein]
guten Nachmittag wir haben im herbst 2018 beim Sturm Vaia und auch noch im letzten November 2019 durch Schneebruch großteils unseren altern Baumbestand ums Hotel herum verloren. Die Bäume säumten immer das Gelände und gehörten sozusagen einfach zum Ganzen, spendeten Schatten und dienten auch als Lärmschutz Nun wirkt es leer und die Bäume fehlen uns einfach, Gibt es die Möglichkeit wieder Fichten und Föhren nachzupflanzen? An wen kann ich mich da am besten wenden?

Erster Ansprechpartner in allen forstlichen Fragen ist immer die gebietsmäßig zuständige Forststation. Falls Sie nicht wissen, welche das ist, finden Sie dazu eine Exceldatei auf unserer Webseite (http://www.provinz.bz.it/land-forstwirtschaft/forstdienst-foerster/landesforstdienst/organisation.asp).

 

Datum: 4.5.2020
[Allgemein]
Buongiorno sono a chiedervi se è possibile raccogliere rami tagliati e lasciati abbandonati nei boschi ad uso puramente privato con una quantità massima di circa 2/3 metri cubi. Quali siano eventuali limitazioni di comune, bosco privato, intrressanza e a chi fare eventuale domanda di autorizzazione.

solitamente il diritto di fruire della raccolta gratuita di legna da ardere su terreni altrui è legata al cosidetto “uso civico” che in Provincia di Bolzano è disciplinato dalla LP 16/1980. Chi dimostra di essere stabilmente residente per un periodo di almeno 4 anni in un comune della Provincia acquisisce automaticamente tale diritto su terreni gravati di uso civico.

In tutti gli altri casi occorre chiedere il consenso del proprietario del terreno. Da parte dell’autorità forestale non è richiesta autorizzazione.

 

Datum: 3.5.2020
[Allgemein]
Dürfen in einem Holzlager auch Futtermittel (Heu und Stroh) gelagert werden?

Gemäß Beschluss der Landesregierung Nr. 1526/2009 über die Kriterien für die Holzlagerplätze „dürfen unter dem Flugdach keine Maschinen, Fahrzeuge und Geräte oder andere Materialien als Holz gelagert werden. Ebenso ist die Unterbringung von Tieren nicht gestattet“.

 

Datum: 28.4.2020
[Allgemein]
Ich hätte eine Frage zum fällen von Bäumen für Brennholz. Ab welcher größe braucht man eine Genehmigung zum fällen? Gibt es Ausnahmen bei umgestürzten Bäumen bzw. Sturmschäden? Eine weitere Frage habe ich zum Bau von einem kleinen Weg (kleiner Weg als Verbindung von Wiesen, nicht für die Öffentlichkeit gedacht). Gibt es hierbei etwas zu beachten (evt. Genehmigung, usw.) ?

Genehmigung zum Fällen: außerhalb des verbauten Ortskernes braucht es grundsätzlich für die Fällung von Bäumen – unabhängig von Größe und Durchmesser des Baumes – immer eine vorherige Genehmigung durch die Forstbehörde, also die örtliche Forststation. Die forstliche Genehmigung ist notwendig, falls ein Ermessen besteht, ob ein Baum gefällt werden soll oder nicht. Bei umgestürzten Bäumen (Wind-, Schneedruck) ist dies nicht der Fall, so dass hier eine mündliche Meldung an die Forststation ausreicht.

Bau eines kleines Weges: hier dürfte es sich um einen so genannten „Bagatelleeingriff“ nach DLH 33/1998 handeln. Sie brauchen sich nur an die Gemeinde wenden und dort den entsprechenden Vordruck ausfüllen. Weil Sie ohnedies mit der Forststation in Kontakt treten, sollten Sie auch dieses Thema ansprechen, um eine Beratung zu erhalten.

 

Datum: 20.4.2020
[Allgemein]
In der Naturparkordnung mehrerer Naturparks steht, dass "das Lagern mit Zelten, Wohnwagen u. dgl. untersagt ist, mit Ausnahme des hochalpinen Biwaks." Ich gehe also davon aus, dass geplantes Übernachten mit beispielsweise einem Schlafsack auf freiem Gelände und über der Waldgrenze legal ist. Ist das korrekt? Falls nicht, ist ein geplantes Übernachten bei mehrtägigen Bergtouren erlaubt?

In den sieben Südtiroler Naturparks und in einigen anderen Gebieten Südtirols mit besonderer landschaftlicher Unterschutzstellung sind das Zelten und Campieren, mit Ausnahme des hochalpinen Biwaks, verboten. Beim Biwakieren handelt es sich um eine Sonderform des nächtlichen Aufenthalts im Hochgebirge während eines kurzen durch den Anlass gebotenen Zeitraums, z.B. bei einer Notsituation, einem Witterungsumschwung oder bei Müdigkeit bzw. Erschöpfung. Hierbei kann auch ein mitgebrachtes Zelt oder eine vor Ort vorhandene Biwakschachtel verwendet werden. Die Ausnahme vom allgemeinen Verbot beruht darauf, dass nur unter besonderen Umständen – die nicht geplant bzw. nicht planbar sind – das Übernachten im freien Gelände (in einer Biwakschachtel, in einem Schlafsack usw.) erlaubt ist. Wenn hingegen eine mehrtägige Bergtour geplant wird, müssen vorab geeignete Übernachtungsmöglichkeiten in den rechtmäßig bestehenden Beherbergungsbetrieben bzw. Schutzhütten im Naturpark ausfindig gemacht werden.

 

Datum: 31.1.2020
[Allgemein]
Hallo, für meine Stückholzheizung benötige ich trockenes Holz und möchte meinen Lagerplatz Überdachen. Dazu meine Frage: Kann man im landwirschaftlichen Grün ein überdachtes Holzlager errichten? Wie gross darf die überdachte Fläche sein? Braucht es dazu eine Genehmigung mit Einreichprojekt vom Geometer, oder ist die Errichtung mit einem sog. Bagatelleingriff möglich?

Im landwirtschaftlichen Grün können überdachte Holzlagerplätze a) nach Art. 107, Abs. 1 und b) nach Art. 107 Abs. 28 errichtet werden.

Im Falle a) gilt das allgemeine Kriterium dass „in den für die Landwirtschaft bestimmten Zonen die Errichtung landwirtschaftlicher Gebäude gestattet ist; der Umfang dieser Gebäude darf das für eine rationelle Betriebsführung unbedingt erforderliche Ausmaß nicht übersteigen.“ Das Amt für ländliches Bauwesen verfügt über Tabellen für die Bedarfsberechnung. Es ist ein Projekt für eine Baukonzession einzureichen.

Im Falle b) gilt der Beschluss der Landesregierung 1526/2009 (im Lexbrowser zu finden), wonach die Fläche des Flugdaches maximal 150 qm betragen darf. Bis 50 qm Dachfläche ist ein „Bagatelleingriff“, hingegen von 50 bis 150 qm braucht es ein Projekt und eine Baukonzession.

 

Datum: 15.1.2020
[Allgemein]
Wertes Frag den Förster Team, mit meiner Frau und den 2 Kindern spazieren wir gerne entlang von Wiesen und Wäldern, an öffentlichen, gekennzeichneten Wanderwegen. Öfters ist sind mir folgende 2 Situation bei alten Hofruien entlang dieser Wege aufgefallen: - Der Wanderweg verläuft direkt entlang der Hausmauer einer alten Stadelruine. Gefahr: Herunterfallende Dachziegel oder Bretter. Wer haftet Falls etwas Runterfällt. Müsste hier der Eigentümer nicht eine Gefahrenprävention (sprich zumindest "Einpacken" der Fassade entlang des Wanderweges unternehmen) - Da diese oben genannten Gebäude/Stadelruinen manchmal vermutlich (meine Vermutung - ich bin aus der Baubranche) mit gefährlichen Aspest-Schindeln bedeckt sind, habe ich manchmal die Sorge meine Kinder könnte diese (falls heruntergefallen) in die Hände nehmen und damit Spielen. Wie kann man hier vorgehen, falls der Eigentümer nach freundlichem Hinweis keine Maßnahmen ergreift? Ich bitte um eine Antwort zur Rechtslage, und eine Empfehlung wie sich ein Bürger hierzu verhalten soll/kann.

 

 



Die aufgeworfene Thematik ist im Artikel 2051 des Bürgerlichen Gesetzbuches geregelt: der Eigentümer haftet für Schäden, die Sachen (auch Immobilien) verursachen, welche er in Gewahrsam hat. Falls sich ein Gebäude mit schadhaftem Dach im Ortszentrum befindet, kann der Bürgermeister anordnen, dass Sicherungsmaßnahmen ergriffen werden, da die öffentliche Sicherheit gefährdet ist. Bei derselben Sachlage längs eines Wanderweges – auch wenn er „markiert“, d.h. öffentlich begehbar ist – werden solche Maßnahmen hingegen nicht ergriffen.

Bei Wanderungen ist in ersten Linie immer die Selbstverantwortung erforderlich und die „Akzeptanz des Risikos“ vorrangig: wenn man sich ins freie Gelände begibt, muss man zuerst selbst schauen, alle Maßnahmen zu treffen, um das Risiko für Schaden zu minimieren, beispielsweise geeignetes Schuhwerk und entsprechende Kleidung tragen, das Gelände und die Umgebung aufmerksam mustern oder Hindernisse umgehen.


Datum: 12.11.2019