Frag den Förster!

[Allgemein]
Hallo, ich möchte einige Sträucher in den Bergen sammeln (z.B kleine Pinus mugo, Picea abies). Es ist mir klar, dass dies in geschützten Gebieten nicht erlaubt ist. Aber ist das auch außerhalb von Schutzgebieten verboten? Ist eine Genehmigung erforderlich? Gibt es geschützte Arten von Sträuchern / Bäumen? Vielen Dank!

Grundsätzlich dürfen gemäß Art. 8 LG 6/2010 alle wild wachsenden Pflanzen, und somit auch Bäume und Sträucher nicht ausgerissen bzw. ausgegraben werden. Dies gilt ohne jede Ausnahme für die vollkommen geschützten Pflanzen nach Art. 7 desselben Gesetzes und der dazu gehörigen Anlage B.

 

Häufig vorkommende Waldbäume, wie etwa Fichten, Latschen oder Lärchen können im Wald ausgegraben werden, wenn dadurch kein Schaden am Boden oder Waldbestand angerichtet wird, sofern folgende Regeln eingehalten werden: es darf sich nur um wenige Exemplare handeln (maximal ca. 10), die Bäumchen müssen möglichst klein sein (maximal ca. 30 cm), es müssen mehrere Exemplare vor Ort verbleiben, die Bäumchen müssen dort entnommen werden, wo sie voraussichtlich keine Entwicklungsmöglichkeit haben (z.B. unter Leitungen, an Straßenböschungen…) und es muss sich um öffentlichen Wald handeln (s. http://gis2.provinz.bz.it/geobrowser/?project=geobrowser_pro&view=geobrowser_pro_atlas-b&locale=de).

Datum: 17.8.2018
[Allgemein]
Guten Tag! Im Garten meines Hofes (1.030m.ü.M.) genieße ich seit über 20 Jahren einen Teich, welchen ich mit Frischwasser meiner privaten Quelle speise -etwa 0,2lt/sek. Der Teich hat die Ausmaße: 7m x 4m x 1m tief. Seit Jahren schwimmen dort etwa 10 Goldfische und 5 Graskapfen - alle zwischen 5 und 20 Zentimeter lang, teilweise stammen diese aus eigener Aufzucht im Teich. Ich beabsichtige jetzt, den Fischbestand um einige Autochtone Arten zu erweitern (z.B.: Pfrille, Mühlkoppe). Der Teich wird im Frühjahr regelmäßig von Fröschen zum Laichen besucht, im Sommer ist eine Ringelnatter unser Stammgast. Welche Fischarten können sie mir zum Einsetzen empfehlen? Wo kann ich diese ggf. kaufen? Vielen Dank für ihre Rückmeldung.

Die Eignung Ihres Kleingewässers für den Besatz mit heimischen Fischarten hängt neben anderen Faktoren wesentlich vom vorherrschenden Temperaturregime ab. Auf Basis ihrer Angaben erfolgt im Teich durch den Quellzufluss etwa im 2-Tagesryhthmus ein vollständiger Wasseraustausch. Die Temperatur der Quelle auf der genannten Kote dürfte ganzjährig kühltemperiert sein, doch lässt sich daraus nicht direkt das Temperaturprofil des Teiches abschätzen. Dieses hängt neben der Menge und Temperatur der Zuleitung auch wesentlich von anderen Faktoren wie Exposition und Beschattung ab. Ihre Angabe, wonach eine natürliche Vermehrung der Goldfische stattfindet, deutet darauf hin, dass im Sommer zumindest oberflächennahe Werte um/über 20°C überschritten werden. Insgesamt fehlt als wesentliche Grundlage für die ausführliche Beantwortung Ihrer Anfrage zu den Zielarten eine einigermaßen fundierte Angabe des Temperaturverlaufs im Teich bzw. die Angabe der höchsten Sommertemperaturen. Sollten Sommerwerte bis etwa 18-20°C nicht oder kaum überschritten werden, könnte sich die angesprochene Elritze durchaus eignen, während bei noch höheren Werten die Grenze für das Überleben dieser doch kälteliebenden Art rasch erreicht wird. Die Mühlkoppe ist auszuschließen, da diese besonders kühle Temperaturen bevorzugt und zudem in erster Linie an Fließgewässer gebunden ist. Da es sich um eine geschützte Art handelt, ist zudem der Ankauf derselben zumindest hierzulande kaum möglich und die Entnahme von Wildbeständen für private Anliegen auszuschließen. Alternativ würden sich (im Falle einer zumindest gewissen, sommerlichen Erwärmung) beispielsweise Rotfedern und Rotaugen eignen. Sollten ganzjährig kalte Wassertemperaturen vorherrschen, bleibt von den heimischen und nicht geschützten Kleinfischarten als geeignete Besatzart wohl nur die Elritze, welche kaum käuflich erworben werden kann, welche aber gegebenenfalls unter Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen angelfischereilich aus Wildbeständen bezogen werden könnte.

 

Unter nachstehendem Link können die Lebensraum-Ansprüche der Fischarten Südtirols nachgelesen werden (https://issuu.com/landsuedtirol-provinciabolzano/docs/fischen-in-suedtirol?e=5938070/51952455 ). Zudem kann beim Amt für Jagd und Fischerei die Broschüre „Kleinfischarten in Südtirol“ kostenlos bezogen werden.

 

Datum: 18.6.2018
[Allgemein]
Guten Tag, die Forstbehörde möchte auf dem Waldgrundstück eines privaten Eigentümers einen neuen Wanderweg errichten. Der Betreiber des Wanderweges wird nach der Fertigstellung voraussichtlich der lokale Tourismusverein oder Alpenverein. Für den Bau muss der Eigentümer eine Unterstellungserklärung unterschreiben. In dieser Unterstellungserklärung steht unter anderem folgender Satz: "Die mit diesen Arbeiten errichteten Bauten und Anlagen sind als gemeinnützig und als nützlich zu betrachten. Die Zweckbestimmung der Bauten und Anlagen muss wenigstens 15 Jahre lang beibehalten werden." Welche rechtlichen Auswirkungen bringt die Unterschrift einer solchen Unterstellungserklärung mit sich. Ist der Wanderweg nun künftig privates oder öffentliches Eigentum? Könnte diese Unterstellungserklärung als Begründung einer öffentlichen Servituts im Sinne des Art. 825 ZGB gewertet werden? ("modo di costituzione di una servitù di uso pubblico, consista nel comportamento del proprietario di un bene che denoti in modo univoco la volontà di mettere l’area privata a disposizione di una comunità indeterminata di cittadini, per soddisfare un’esigenza comune ai membri di tale collettività uti cives"). Was passiert, wenn der Eigentümer innerhalb der 15 Jahre den Wanderweg für die Öffentlichkeit wieder sperren möchte? Danke für Ihre Auskunft.

Gemäß Art. 31 LG 21/1996 i.g.F. holt der Landesforstdienst mit der Unterstellungserklärung beim jeweiligen Grundeigentümer die Zustimmung desselben für Arbeiten auf dessen Grundeigentum ein.

 

Der neue Wanderweg bleibt weiterhin im privaten Eigentum, zumal die Unterstellungserklärung keinen Rechtstitel für eine öffentliche Nutzung schafft; zudem wird nach Fertigstellung und Kollaudierung der Arbeiten dem Grundeigentümer der Rückgabebescheid zugestellt, mit welchem er wieder die volle Verfügbarkeit über sein Eigentum erhält. Bei den Wanderwegen wird in der Regel in diesem Rückgabebescheid dem Betreiber (Alpenverein, CAI, Tourismusorganisation) und nicht dem Eigentümer die Verpflichtung zur ordentlichen Instandhaltung auferlegt.

 

Es bestünde die theoretische Möglichkeit,  dass die zuständige Gemeinde eine „öffentliche Servitut = Dienstbarkeit“ nach Art. 825 ZGB auferlegt. In der Provinz Bozen gibt es keine Präzedenzfälle dafür, in anderen Regionen Italiens sind Einzelfälle bekannt. Jedenfalls ist festzuhalten, dass in der „Vereinbarung zur Aufwertung, Instandhaltung, Verwaltung und Nutzung der Wanderwege in Südtirol“, abgeschlossen zwischen dem Landeshauptmann, dem AVS, dem CAI, dem Landesverband der Tourismusorganisationen, dem SBB, dem Südtiroler Gemeindenverband sowie die HGV, vom 19.12.2016 im Art. 1 alle Vertragspartner „die Bereitschaft der Grundeigentümer zur Nutzungsüberlassung anerkennen, ohne deren Rechte zu beschränken oder deren Grundstücke mit Dienstbarkeiten  zu belasten.“

 

Die Nutzung als Wanderweg muss aufgrund der Unterstellungserklärung mindestens 15 Jahre lang beibehalten werden. Wenn der Grundeigentümer den Wanderweg vor dieser Frist schließt, mündet dies in ein zivilrechtliches Verfahren mit geringen Erfolgsaussichten für den Grundeigentümer.

 

Datum: 15.6.2018
[Allgemein]
Hallo, dürfen Förster wenn sie nicht im Dienst sind oder ohne Dienstkleidung strafen verteilen?

Förster haben aufgrund ihrer besonderen Aufgaben und Befugnisse einen Stundenplan, der rund um die Uhr gehen kann; daher sind Förster mitunter auch außerhalb der üblichen Bürozeiten im Dienst. Förster verrichten ihren Dienst zwar gewöhnlich in Uniform, jedoch kann es vorkommen, dass sie einen Dienst auch in Zivilkleidung absolvieren. Es gibt eine Dienstanweisung, wonach Förster, wenn sie privat unterwegs sind, sich selbst in den Dienst versetzen, wenn dienstliche Erfordernisse es gebieten; darüber ist der Vorgesetzte zu informieren.

Datum: 14.6.2018
[Allgemein]
Sehr geehrter Herr Förster, wir hätten folgende Fragen bzgl. der Bäume in unserem Garten: 1. Es gibt ein paar Thujas (Thuja occidentale smaragd), die wir im Frühjahr 2005 am Zaun zu unseren Nachbarn gepflanzt haben. Gibt es eine Frist, innerhalb die Nachbarn das Recht haben, dass die Bäume entfernt werden, da sie nicht 3m vom Zaun entfernt stehen? 2. Gibt es eine gesetzliche maximale Höhe für die Thujas, die nicht überschritten werden darf? 3. Zur Straßenseite innerhalb unseres Gartens stehen 3 Gardasee-Zypressen. Gibt es eine gesetzliche maximale Höhe? 4. Sind wir verpflichtet, die Zypressen in der Breite zu stutzen? 5. Wie ist die gesetzliche Situation, bzw. Haftung, sollte bei einem Sturm, dichtem Schneefall oder starkem anhaltendem Regen die Spitzen der Zypresse abbrechen und evtl. einen Schaden hervorrufen? 6. In der Mitte des Gartens steht eine kerzengerade gewachsene Birke, die sich selbst gepflanzt hat und mittlerweile an die 10 m hoch ist. Gibt es gesetzliche Höhenbeschränkungen für einen Privatgarten? Besteht irgendein ein Risiko? Mit herzlichem Dank für Ihre Antworten und mit freundlichem Gruß Hannelore und Reinhart Alexander Schettler h.schettler@tiscali.it

Zu 1.: Innerhalb von 20 Jahren nach der Pflanzung kann der Nachbar verlangen, dass die in Abweichung von Art. 892 des Zivilgesetzbuches gepflanzten Bäume/Sträucher entfernt werden. Dieser Artikel regelt detailliert die Pflanzung von hochstämmigen Bäumen, nicht hochstämmigen Gehölzen (Sträuchern) und lebenden Zäunen. Dabei ist nicht so sehr die Gattung der Pflanze maßgeblich, sondern ihre Erziehungsform, d.h. ob sie regelmäßig zurückgeschnitten werden oder nicht.

Zu 2 und 3.: Es gibt keine gesetzliche Maximalhöhe für diese Gehölze.

Zu 4.: Die Regelung zu den „überragenden Ästen“ findet sich im Art. 896 des Zivilgesetzbuches. Demnach sind Äste, die über die Grundstücksgrenze ragen, auf Verlangen des benachbarten Grundeigentümers zurückzuschneiden oder es muss geduldet werden, dass der Nachbar dies selbst macht.

Zu 5.: Gemäß Art. 2051 haftet der Grundeigentümer. Von der Haftung befreit ist er nur dann, falls er einen Zufall oder höhere Gewalt geltend machen kann.

Zu 6.: Es gibt keine gesetzliche Maximalhöhe für Birken. Ein Risiko könnte darin bestehen, dass die Birke umstürzt und Schäden verursacht, zumal diese Baumart im Unterschied z.B. zur Eiche nur eine Lebensdauer von wenigen Jahrzehnten aufweist. Konkret müsste kontrolliert werden, ob der Stamm von holzzerstörenden Pilzen befallen ist, was am leichtesten an den Fruchtkörpern erkennbar ist.

Datum: 5.6.2018
[Allgemein]
Im Garten unserers Nachbars stehen 2 Nadelbäume und 1 Laubbaum, deren Höhe beträchtlich ist. Die Bäume stehen nicht weit entfernt von unserem Wohnhaus, wobei auch die Äste nicht in unseren Garten bzw. Grundstück ragen, lediglich das abfallende Laub ist alljährlich im Herbst aus unserem Garten zu entfernen, stellt aber aber kein Problem. Angst bzw. Sorgen machen uns die hohen Bäume: sollten diese aus irgendwelchem Grund in die Richtung unseres Wohnhauses oder Garten fallen, hätten wir bestimmt Schäden zu beklagen. Gibt es laut Forstwirtschaft eine Regelung, die die maximale Höhe von Bäumen in Wohngebieten, festlegt ? 

Fälle wie diese können schrittweise folgendermaßen gelöst werden:

1) Sie klären mit Ihrem Nachbarn, ob einvernehmlich eine Schlägerung der bedrohlichen Bäume möglich ist. Falls ja, muss im verbauten Ortskern der Bürgermeister die Schlägerung ermächtigen.

2) Falls der Nachbar nicht mit der Schlägerung einverstanden ist, sollten Sie Ihn schriftlich (Einschreiben mit Rückantwort) und mit angemessener Terminsetzung (z.B. 30 Tage) auffordern, die Schlägerung vornehmen zu lassen, um die von Ihnen befürchteten Gefahren zu beseitigen.

3) Falls der Nachbar nicht wie gewünscht reagiert, können Sie über einen Rechtsanwalt ein Klagebegehren nach Art. 1172 Zivilgesetzbuch (Klage wegen eines drohenden Schadens) an das Landesgericht stellen.

 

Datum: 23.4.2018
[Allgemein]
Hallo! Ist das Aufstellen von Marderfallen in Südtirol nicht verboten?
Grundsätzlich ist das Fangen von Mardern verboten. Ein Dekret des zuständigen Landesrates erlaubt es aber, in öffentlichen und privaten Gebäuden aus Sicherheitsgründen und zur Verhinderung bzw. Vorbeugung von Schäden, Steinmarder mit Kastenfallen zu fangen, sofern es keine Alternativlösungen gibt. Über das Zutreffen dieser Voraussetzungen und die Fangerlaubnis entscheidet ein Beamter des Landesforstkorps (=„Förster“) oder der örtlich zuständige Jagdaufseher. Die gefangenen Marder werden von den Aufsichtsorganen in geeigneten Habitaten freigelassen, in denen die kleinen Beutegreifer keine Schäden anrichten können.

Datum: 19.3.2018
[Allgemein]
Dürfen jetzt alle Autos vom Grünen Baum in Vöran bis zur Leadneralm hinauf fahren? Wir zählen hier am Weiher, wo das Schild LANDSCHAFTSCHUTZGEBIET steht, heute am 31.12 insgesamt 15Autos !!!!?!! 
Der Landschaftsplan der Gemeinde Vöran sieht vor, dass das Fahrverbot vom Grünen Baum bis zu Leadneralm im Zeitraum 1. November bis 30. April nicht gilt. Somit durften zu Silvester 2017 alle Fahrzeuge bis zum Weiher fahren.

 

Datum: 31.12.2017
[Allgemein]
Guten Tag, wollte meimal wissen wenn ich in meinen Garten (landwirtschaftliches Grün eine holzhütte mit Bedachung und Seitenwände in Holz errichte benötige ich eine Genehmigung auch vom Forstamt oder nur von der Gemeide . Ist das begrenzt auf Grße oder gilt es bei einer badachung von 1 m²
Für die Errichtung einer Holzhütte nach Art. 46 DLH 5/1998 ist keine Genehmigung durch die Forstbehörde notwendig. Es ist eine Meldung bei der Gemeinde zu machen. Laut zitiertem Artikel „gelten als Holzhütten Flugdächer, welche ausschließlich für die Lagerung von festem Heizmaterial bestimmt sind, deren Ausmaß 1 m² je 15 m² der Wohnfläche des am 1. Oktober 1997 bestehenden Gebäudes nicht überschreiten darf. Die Höhe darf 2,5 m nicht überschreiten.“

 
Datum: 25.1.2018
[Allgemein]
Hallo, unsere Töchter würden gerne in unserem Wald ein Baumhaus errichten. Ist das erlaubt?Muss der örtliche Förster die Erlaubnis erteilen?Gibt es Richtlinien bezüglich Größe usw.? Vielen Dank C.F.
Im Wald ist grundsätzlich gemäß Art. 107 LG 13/1997 jegliche Bautätigkeit untersagt. Wenn jedoch für Spielzwecke ein bescheidenes Häuschen auf einem Baum von Kinderhand gebastelt wird, wird dies nicht als Bautätigkeit betrachtet. Jedenfalls nicht möglich ist die Errichtung von Baumhäusern für Wohnzwecke.

Datum: 13.1.2018