Meran

Meran
Blick von der Mutspitze in den Vinschgau
Informationen zum Forstinspektorat Meran
BeschreibungAnzahl
Fläche 131.500 ha
Meereshöhe Tiefster Punkt: 248 m (Etsch bei Andrian)
Höchste Erhebung: 3624 m (Hintere Schwärze im Schnalstal)
Waldfläche 49.000 ha
Niederschläge 716 mm Meran (Durchschnitt der Jahre 2001 - 2009); 1052 mm Platt in Passeier (Durchschnitt der Jahre 2001 - 2009)
Gemeinden 28
Einwohnerzahl 96.696 (Stand 2003)
Forststationen 6
Besitzverhältnisse
BesitzverhältnisseProzent
Privatwald 67,0 %
Gemeindewald und Fraktionen 18,0 %
Interessentschaften 5,0 %
Kirche 5,0 %
Landesforste 4,5 %
Andere Körperschaften 0,5 %

Beseitzverhältnisse Meran

Personalstand

  • 34 Förster, davon 3 Forsträte
  • 8 Verwaltungsbeamte

Geografische Abgrenzung

Das Forstinspektorat Meran umfasst den zentralen Bereich entlang der Etsch vom unteren Vinschgau bei Staben bis nach Andrian. Das Schnalstal, Passeiertal und Ultental, das Mittelgebirge von Tisens und die Hochplateaus des "Tschögglberges" von Hafling bis Vöran und des "Deutschnonsberges" fallen ebenso in das Einzugsgebiet des Forstinspektorates Meran.
29 politische Gemeinden und zwar Schnals, Moos in Passeier, St. Leonhard in Passeier, St. Martin in Passeier, Riffian, Schenna, Kuens, Tirol, Algund, Partschins, Naturns, Plaus, Marling, Meran, Hafling, Vöran, Burgstall, Lana, Tscherms, St.Pankraz, Ulten, Proveis, Laurein, U.L.Fraui.W.-St.Felix, Tisens, Gargazon, Nals und Andrian fallen in den forstlichen Verwaltungsbereich des Bezirkes. Zusätzlich haben 6 Gemeinden von Nonsberg (Cagnò, Revò, Romallo, Cloz, Castelfondo, Fondo) ihre Gemeindewälder in der Provinz Bozen.
Der Naturpark Texelgruppe befindet sich zur Gänze auf dem Gebiet des Forstinspektorates Meran.

Geologische und botanische Vielfalt

Das große vertikale Gefälle innerhalb des Gebietes, der Übergangsbereich von einem inneralpinen zu einem zwischenalpinen Klima mit höheren Niederschlägen, verschiedenste geologische Einheiten mit Erstarrungsgesteinen, Ablagerungsgesteinen und Umwandlungsgesteinen haben eine außergewöhnliche Vielfalt an Wald- und Pflanzengesellschaften entstehen lassen. Diese Vielfalt zeigt sich im Waldbild in der Ausbildung von Blumeneschen-Hopfenbuchenwäldern und Flaumeichenwäldern in der unteren collinen Stufe entlang der Etschtalsohle über Fichten-Tannen-Buchenwälder bis hin zu subalpinen Lärchen-Fichtenwäldern. Insgesamt überwiegen die Nadelmischwälder und zwar der montane und subalpine Fichtenwald. Der Zirbenanteil fällt mit weniger als 2 Prozent eher bescheiden aus. Eine Besonderheit ist der sehr hohe Lärchenanteil im Schnalstal, weshalb dieses Tal auch als das „Lärchental Südtirols“ bezeichnet werden kann.

Verteilung der Holzmasse

Die Verteilung der Holzmasse von insgesamt knapp neun Millionen Kubikmeter Holz im Forstinspektorat verteilt sich auf ca. 50.000 Hektar gesamte Waldfläche (entspricht 204 Festmeter/Hektar). Die prozentuelle Verteilung der Baumarten im Forstinspektorat Meran zeigt die folgende Grafik (Stand 2003):

Prozentuelle Verteilung der Baumarten
BaumartAnteil Holzvorrat
Fichte 68,9 %
Lärche 18,0 %
Tanne 3,7 %
Zirbe 1,7 %
Weisskiefer 3,6 %
Laubhölzer 4,0 %

Baumart Meran

Waldbau

Durch die hohe natürliche Vielfalt des Forstbezirkes stellt der Waldbau eine besondere Herausforderung dar. Unterschiedliche waldbauliche Behandlungsmaßnahmen und Bringungsstrategien müssen vorab genau überlegt und geplant werden. Der Flaumeichen-Hopfenbuchenwald, der an die Etschtalsohle anschließt unterliegt einer Niederwaldbewirtschaftung und erfordert ganz andere Überlegungen als zum Beispiel der subalpine Lärchenwald am Naturnser Sonnenberg und im Schnalstal. Der Fichten-Tannen-Buchenwald am Mendelkamm bei Tisens und am Deutschnonsberg erfordert kleinflächige und spezifische waldbauliche Behandlungsmethoden um dem Prinzip einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung zu folgen. Die waldbauliche Zielsetzung des Forstbezirkes ist es einen naturnahen Waldbau zu betreiben, der die natürliche Waldgesellschaft fördert und vitale, gesunde und stabile Waldbestände hervorbringt.

Kastanien

Kastanien
Kastaniengehölze sind zu erhalten

In den Tallagen des mittleren Etschtales um Meran, mit Schwerpunkt im Tisner Mittelgebirge, Völlan, Lana und Marling befindet sich eines der größten und historisch bedeutsamen Kastanienvorkommen Südtirols. Es ist Teil der hier vorhandenen traditionellen Obst- und Weinbaukulturlandschaft. In besonderer Weise ist das Forstinspektorat Meran engagiert, mit Revitalisierungsprojekten eine schonende Pflege und Verjüngung der Kastanienhaine – immer bei entsprechendem Interesse und Mithilfe der Eigentümer – und den Erhalt der Edelkastanie als landschaftliche und kulturhistorische Baumart bestmöglich zu fördern.

Regiearbeiten des Forstinspektorates

Regiearbeiten des Forstinspektorates
Errichteter Weg beim Talbauer

Die Massenerhebung und die südliche Exposition erlauben die Existenz von Bergbauernhöfen noch in hohen Lagen (über 1.800m ü.NN). Dies stellt auch eine besondere Herausforderung für das Forstinspektorat Meran dar, da es noch einzelne unerschlossene Höfe in diesen Extremlagen gibt, welche noch nicht bzw. mangelhaft an das öffentliche Infrastrukturnetz angeschlossen sind. Speziell in der Höferschließung war diesbezüglich das Forstinspektorat in den letzten Jahren stark engagiert (z.B. Muthöfe).

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Spronser Seenplatte im Naturpark Texelgruppe

In jüngerer Vergangenheit ist bei Landschaftspflegearbeiten, Bau- und Erhaltung von Erholungsinfrastrukturen (Radraststätten) und Besucherlenkungsmaßnahmen ein reiches Tätigkeitsfeld erwachsen. In diesem Zusammenhang sei zu unterstreichen, dass das Forstinspektorat Meran auch die Pflege- und Lenkungsmaßnahmen wie z.B.die Steigeinstandhaltung im Naturpark „Texelgruppe“ mit seinen 33.500 ha wahrnimmt.

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Errichtung eines Löschteiches

Das Forstinspektorat Meran führt noch zahlreiche andere Arbeiten in Eigenregie durch: Errichtung von Wald- und Almwegen, Bau von Löschteichen, aber auch Verbauungen von Lawinen und Muren, Waldpflegemaßnahmen und Errichtung von Zäunen fallen in das Tätigkeitsfeld des Bezirkes.

Errichtung eines neuen Schindeldaches
Lazinser Alm

Über 160 Almen, welche sich meist im Privaten oder privaten Gemeinschaftsbesitz befinden, fallen in den Kompetenzbereich des Forstinspektorates Meran. Das Tätigkeitsfeld reicht von Weideräumungen in Eigenregie bis zur Beratung bei Almverbesserungen und den Bau- und der Erhaltung von Gebäuden und Alminfrastrukturen.

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Errichtung eines neuen Schindeldaches

Landschaftspflegemaßnahmen wie die Sanierung von Natursteinmauern, alten Mühlen, Schindeldächern, etc. gehören ebenfall zum Repertoire der Eigenregiearbeiten, welche vom Forstinspektorat geleistet werden. Traditionsbewusste und landschaftsangepasste Akzente versucht das Forstinspektorat im Übrigen auch in seiner gesamten Berater- und Begutachtertätigkeit umzusetzen.