Wälder, Nachhaltigkeit und Umweltschutz

Wälder, Nachhaltigkeit und Umweltschutz

Die Agentur Landesdomäne betreut eine Waldfläche von rund 5000 ha. Die PEFC-zertifizierten Wälder werden naturnah und nach strengen Richtlinien der Nachhaltigkeit bewirtschaftet.

Am Nordabfall des Latemar stockt einer der schönsten Fichtenwälder der Alpen, der Latemarwald. Schon im 16. Jhd. war Wertholz aus dieser Gegend weithin bekannt. Auch heute ist Latemarholz wegen seiner sehr guten Faser überaus gefragt. Eine Besonderheit des Latemarwaldes ist das Vorkommen von "Klangholz-Fichten" für den Instrumentenbau.

Der Waldkomplex von Villnöß ist der größte der Landesdomäne. Hier wächst neben der Fichte bestes Zirben- und Lärchenholz ebenso wie in den Wäldern von Sulden und der Forstdomäne Moos in Passeier. Der höchstgelegenste Zirbenbestand der Ostalpen am Tristenöckl oberhalb Rein in Taufers zählt zu den Domänenwäldern von Aicha.

Zur Weiterverarbeitung kommt es in das Landessägewerk Latemar. Die Transportwege sind kurz, die Ökobilanz sehr gut.

 

Zertifizierungen

Seit 2005 sind die Wälder der Landesdomäne PEFC-zertifiziert. Das Kürzel PEFC steht für „Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes“ und ist ein Gütesiegel, das die Einhaltung einer Reihe von Umweltauflagen bei der Bewirtschaftung des Waldes garantiert. Das Siegel steht für die Nachhaltigkeit der Waldbewirtschaftung, dafür, dass Fauna und Flora respektiert, die Artenvielfalt erhalten und keine Hormone oder Gifte im Wald eingesetzt werden. Darüber hinaus verzichtet man auf den Einsatz von Gentechnik und garantiert die Einhaltung aller Sicherheitsvorschriften bei der Waldarbeit.

pefc logo

 

Leitlinie Umweltschutz

Steinkauz

Die nachhaltige Waldbewirtschaftung trägt zum Erhalt wertvoller Lebensräume bei, und ist in hohem Maße förderlich für das ökologische Gleichgewicht. Die Wälder der Landesdomäne werden so bewirtschaftet, dass Pflanzen und Tiere sowie Böden und Gewässer geschützt werden.

Insektenhotel

Die Lebensraumfunktion der Wälder nimmt bei der Bewirtschaftung eine große Rolle ein. Naturnahe Waldstrukturen werden erhalten, Freiflächen geschaffen, Totholz, Höhlen- und Nistbäume werden im Wald belassen, und auch künstliche Nistkästen für Vögel und Fledermäuse und Insektenhäuser werden errichtet, um die Artenvielfalt zu fördern.Außerdem werden gezielt ökologisch wertvolle Mischbaumarten wie die Eberesche und andere seltene Mischbaumarten gepflanzt, Steinhaufen für Eidechsen und Schlangen angelegt und Bestandesauflockerungen für die Verbesserung des  Auerwild-Lebensraumes durchgeführt.

Wolke

Auf die  Verwendung von Chemikalien und Pflanzenschutzmitteln im Wald wird gänzlich verzichtet. Und auch bei der Holzernte wird Spezialkraftstoff verwendet, der frei von Blei, Benzol, Aromaten und Schwefel ist, und damit nachweislich die Gefahr von Gesundheitsschäden beim Kontakt mit Abgasen minimiert und die Umwelt schont.

Holzbringung

Im Landessägewerk wird ausschließlich Holz aus den Südtiroler Domänenwäldern eingeschnitten.  Dies führt zu kurzen Transportwegen und ist damit gut für die Umwelt.In der Küche der Forstschule Latemar wird besonderer Wert auf die Verwendung von regionalen Lebensmitteln gelegt, die keine langen Transportwege hinter sich haben. Auf Fertigprodukte wird weitestgehend verzichtet, vieles stammt aus eigener Herstellung.

Sonnenlicht

Die Trocknungsanlage im Sägewerk, die Forstschule Latemar, nahezu alle Forststationen und der Forstgarten Aicha werden mit Hackschnitzeln aus den landeseigenen Wäldern beheizt. Das ist gut für unser Klima, denn der Brennstoff Holz ist CO2-neutral und trägt nicht zum Treibhauseffekt bei. Im Forstgarten Aicha sind außerdem Sonnenkollektoren im Einsatz und für den neuen Schießstand in Meran ist eine Fotovoltaikanlage geplantDie so genannte „Hahnebaum-Mure“ ist ein hydrogeologisch sehr instabiles Gebiet im Passeiertal, das entwässert werden muss, um das Abgehen von Muren zu verhindern. Seit 2010 werden mit dem Hangwasser, das in Drainagen gesammelt und abgeleitet wird, 2 Kleinkraftwerke betrieben, die insgesamt ca. 210 kWh Strom und damit saubere, erneuerbare Energie produzieren.

Holzbau

Die Forstschule Latemar ist ein Holzbau, wobei Holz aus den Domänenwäldern verwendet wurde. Mit der Verwendung von Holz als Baustoff wird der Atmosphäre dauerhaft Kohlendioxid entzogen, das als eines der wichtigsten Treibhausgase mitverantwortlich für den Temperaturanstieg auf unserer Erde ist. Ein wichtiger Beitrag zur Reduzierung des Treibhauseffektes und für den Umweltschutz. Außerdem erfüllt die Forstschule Latemar die Anforderungen der Klimahausklasse B, ein Nachweis für energieeffizientes und nachhaltiges Bauen.