Datenbank für ökologisch/biologisch erzeugtes Pflanzmaterial für den Obst- und Weinbau

In einem ökologischen/biologischen Betrieb darf ausschließlich ökologisches/biologisches vegetatives Vermehrungsmaterial verwendet werden. Der Ökounternehmer, der vegetatives Vermehrungsmaterial verwenden möchte, überprüft dessen Verfügbarkeit in ökologischer/biologischer Qualität auf der Internetseite des Südtiroler Beratungsringes unter http://www.beratungsring.org/. (Externer Link) Die betreffende Bio-Datenbank mit dem Pflanzmaterial in ökologischer/biologischer Qualität der Kulturarten Apfel, Birne, Rebe, Marille und Süßkirsche ist auf der genannten Internetseite unter „Dienste“ mit der Bezeichnung „Bio-Pflanzmaterial“ zu finden. Nur wenn ökologisches/biologisches vegetatives Vermehrungsmaterial nicht in ausreichendem Ausmaß zur Verfügung steht kann nichtökologisches/nichtbiologisches verwendet werden.

Wie erhalte ich eine Genehmigung zur Verwendung von konventionellem Pflanzmaterial für die Kulturarten Apfel, Birne, Rebe, Marille und Süßkirsche?

Der Ökounternehmer, der vegetatives Pflanzmaterial verwenden möchte, überprüft die Verfügbarkeit in ökologischer/biologischer Qualität mittels der Bio-Datenbank auf der Internetseite des Südtiroler Beratungsringes http://www.beratungsring.org/. (Externer Link) Die betreffende Bio-Datenbank mit dem Pflanzmaterial in ökologischer/biologischer Qualität der Kulturarten Apfel, Birne, Rebe, Marille und Süßkirsche ist auf der genannten Internetseite unter „Dienste“ mit der Bezeichnung „Bio-Pflanzmaterial“ zu finden. Wenn bei der Überprüfung festgestellt wird, dass kein ökologisches/biologisches Pflanzmaterial der gewünschten Sorte und des Klones verfügbar ist, kann der Ökounternehmer konventionell erzeugtes Pflanzmaterial verwenden. Die Suche nach ökologischem/biologischem Pflanzmaterial muss durch einen Ausdruck aus der Internetseite, aus der die Nichtverfügbarkeit des gewünschten Pflanzmaterials hervorgeht, dokumentiert werden. Die auszudruckende Seite kann erstellt werden, indem man das gewünschte Pflanzmaterial auswählt und den für den Ausdruck vorgesehenen Link „Druck Ausnahmegenehmigung“ anklickt. Dieses Dokument gilt als Ausnahmegenehmigung und muss der Kontrollstelle im Rahmen der jährlichen Kontrolle vorgelegt werden. Die Ausnahmegenehmigung ist nicht an Dritte übertragbar.

In welchem Zeitraum kann die Ausnahmegenehmigung für die Verwendung von nichtökologischem/nichtbiologischem Vermehrungsmaterial ausgedruckt werden?

Der Druck der Ausnahmegenehmigung ist vom 01. Februar bis zum 30. November des Jahres vor dem Pflanzjahr möglich.

Was passiert, wenn der Termin vom 30. November nicht eingehalten wird?

Nach dem 30. November ist die Verwendung von konventionellem Pflanzmaterial nur vorbehaltlich einer vorherigen Genehmigung durch die Abteilung Landwirtschaft möglich. Diese Genehmigung muss vor der Pflanzung des Vermehrungsmaterials, unter Verwendung des anschließend angeführten Formblattes, beantragt werden. Die Abteilung Landwirtschaft kann eine Ausnahmegenehmigung jedoch nur in begründeten Sonderfällen ausstellen.

Weitere Hinweise zum Bio-Pflanzmaterial der Kulturart Apfel

Welche Qualitätsanforderungen müssen die Bio-Apfelbäume aufweisen?

Das Bio-Pflanzmaterial der Kulturart Apfel muss folgende Qualitätsanforderungen aufweisen:

  1. Mindestanforderungen:
    • gesundes Wurzelwerk, frei von Wurzelkropf;
    • frei von Schädlingen und Schaderregern;
    • amtlich zertifiziertes Material;
    • die Bäume dürfen keine schwerwiegenden Schäden aufweisen;
    • der Stammdurchmesser, 10 cm über der Veredlungsstelle gemessen, muss mindestens 10 mm betragen;
    • der Radius der Krümmung zwischen Veredelungsstelle und unterster Verzweigung darf maximal 4 cm sein;
  2. Zusätzliche Anforderungen:
    • im Falle einer Zwischenveredelung muss diese eine Länge von mindestens 40 cm haben;
    • es müssen mindestens 5 vorzeitige Triebe mit einer Mindestlänge von 30 cm in einer Höhe von 65-105 cm über dem Boden vorhanden sein. Konkurrenztriebe (stärker als die Hälfte des Stammdurchmessers) zählen nicht zu den vorzeitigen Trieben.

Sollten nach dem 30. November noch ökologische/biologische Apfeljungbäume der gewünschten Sorte, bzw. des Klones verfügbar sein, können keine zusätzlichen Qualitätsanforderungen beim Anbieter eingefordert werden.

Wie verhalte ich mich, wenn in der Bio-Datenbank bei einer Apfelsorte verschiedene Klone angeboten werden?

Bei einigen Sorten gibt es große Unterschiede zwischen den Klonen. Aus diesem Grund wurden die Klone in Gruppen eingeteilt, um die Vergleichbarkeit zu erleichtern. Sollte ein bestimmter Klon nicht in ökologischer/biologischer Qualität verfügbar sein, muss der vergleichbare Klon verwendet werden, wenn dieser biologisch verfügbar ist. Die entsprechende Tabelle finden Sie anschließend.

Beispiel:

Wenn bei der Sorte Gala der Klon „Simmons-Buckeye Gala®" nicht in Bioqualität verfügbar ist, muss überprüft werden, ob dieser Umstand auch für den vergleichbaren Klon „Gala Decarli Fendeca A(s)“ zutrifft. Erst wenn beide nicht in Bioqualität angeboten werden, kann auf konventionelles Pflanzmaterial zurückgegriffen werden.

Wie erhalte ich eine Genehmigung für die Verwendung von weiterem konventionellem vegetativem Vermehrungsmaterial, welches nicht oben angeführt ist?

Der Ökounternehmer, der weiteres ökologisches/biologisches vegetatives Vermehrungsmaterial verwenden möchte, welches nicht in der Datenbank des Beratungsringes aufscheint, muss die Bestimmungen im Sinne des Artikels 7, Absatz 5 des Ministerialdekretes vom 27. November 2009, Nr. 18354, einhalten. Dieses Ministerialdekret delegiert die Zuständigkeit für die Erteilung einer Genehmigung zur Verwendung von konventionellem Vermehrungsmaterial, sowie für Saatgut und Pflanzkartoffeln, der CRA-SCS (Centro di sperimentazione e certificazione delle sementi ex. ENSE - Ente Nazionale Sementi Eletti). Die entsprechenden Kriterien und Modalitäten, sowie der Vorgehensweise für den Erhalt einer Ausnahmegenehmigung zur Verwendung von nichtökologischem/nichtbiologischem Vermehrungsmaterial sind auf der Internetseite der CRA (http://scs.entecra.it/biologico-indice/biologic.html (Externer Link)) einsehbar.

ANBIETER von ökologischem/biologischem Pflanzmaterial der Kulturarten Apfel, Birne, Rebe, Marille und Süßkirsche.

Die Anbieter von ökologischem/biologischem Pflanzmaterial der Kulturarten Apfel, Birne, Rebe, Marille und Süßkirsche teilen ihre Verfügbarkeit dem Südtiroler Beratungsring für Obst- und Weinbau mit. Die Übermittlung der Daten erfolgt elektronisch mittels E-Mail an die Adresse bio@beratungsring.org. Vom 1. Februar bis 30. November müssen die Anbieter die Verfügbarkeit von ökologischem/biologischem Pflanzmaterial laufend aktualisieren. Verstreicht ein Zeitraum von fünf Wochen ab der letzten Aktualisierung, werden die Angaben des betreffenden Anbieters aus der Verfügbarkeitsliste gestrichen. Bedeutsame Veränderungen der Verfügbarkeit, sowie die Nichtverfügbarkeit einer Art oder Sorte muss vom Anbieter umgehend dem Südtiroler Beratungsring mitgeteilt werden. Das angebotene Pflanzmaterial muss den im Dekret des Landesrates für Landwirtschaft Nr. 552/2013, Artikel 8, Absatz 1 beschriebenen Qualitätsanforderungen entsprechen, ausschließlich solches wird in der Datenbank aufgenommen. Sollten die Anbieter nachweislich wiederholt Pflanzmaterial liefern, welches nicht den angebotenen Qualitätskriterien entspricht, werden ihre Angaben in der Datenbank gestrichen.

Die Anbieter müssen bei der Mitteilung der Verfügbarkeit folgende Angaben machen:

  1. Anagrafische Daten und Steuernummer;
  2. Telefonnummer;
  3. Art des vegetativen Pflanzmaterials, Sorte, Klon und verwendete Unterlage;
  4. Qualität des Pflanzmaterials;
  5. Name der beauftragten Kontrollstelle.