Bestimmungen zur periodischen Funktionskontrolle von Pflanzenschutzgeräten (Sprühertest)

Der Nationale Aktionsplan sieht zur Verringerung der Risiken und Auswirkungen der Verwendung von Pflanzenschutzmitteln auf die Gesundheit und die Umwelt u.a. die periodische Funktionskontrolle der Pflanzenschutzgeräte vor. Bis auf einigen Ausnahmen müssen laut Artikel 4 des Ministerialdekretes vom 3. März 2015, alle Pflanzenschutzgeräte bei einer anerkannten Prüfstelle bis 26. November 2016 einer Funktionskontrolle unterzogen werden. Das Prüfungsintervall beträgt 5 Jahre ab Neuanschaffung des Gerätes. Ab 31. Dezember 2020 erfolgt die Überprüfung alle 3 Jahre.

Eine Ausnahme bilden z.B. Pflanzenschutzgeräte mit Schutzabdeckung für die Behandlung des Baumstreifens. Diese Geräte müssen laut Artikel 2 des oben genannten Ministerialdekretes innerhalb 26. November 2018 einer Funktionskontrolle unterzogen werden. Das Prüfungsintervall beträgt dann 6 Jahre.

Motor- (falls nicht im geschützten Anbau verwendet) oder handgetriebene Rückenspritzen ohne Gebläse sind von den im Nationalen Aktionsplan enthaltenen Bestimmungen über Wartung, Einstellung und Funktionskontrolle befreit.

Funktionskontrolle, Einstellung oder Kalibrierung und jährliche Wartung

Neben der periodischen Funktionskontrolle bei den Prüfstellen sind die beruflichen Anwender verpflichtet, die periodische Einstellung oder Kalibrierung und die jährliche Wartung der Pflanzenschutzgeräte vorzunehmen: Zweck der periodische Einstellung (Ausliterung) ist die Anpassung der Pflanzenschutzgeräte an die spezifischen Anbauformen des Betriebes und Festlegung der angepassten Ausbringungsmenge an Spritzbrühe laut Angaben auf dem Pflanzenschutzmitteletikett. Die Einstellung kann entweder jährlich der Landwirt selbst oder eine autorisierte Prüfstelle vornehmen. Wird die Einstellung bei einer autorisierten Prüfstelle gemacht ist diese für 5 Jahre gültig. Teilnehmer am Agrios-Programm bzw. Landwirte, die nach Global-Gap-Bestimmungen wirtschaften, müssen hingegen in jedem Fall ihre Geräte einmal jährlich einstellen.

Wenigstens folgende Daten über die Kontrolle sind im Betriebsheft einzutragen oder diesem beizulegen:

  • Datum der Einstellung (Ausliterung)
  • die für die Hauptkulturarten verwendete Brühemenge

Bescheinigung und Prüfplakette

Nach positiven Abschluss der Funktionskontrolle stellt die Prüfstelle dem Besitzer/Anwender des Pflanzenschutzgerätes eine Bescheinigung aus und bringt eine Prüfplakette gut sichtbar am überprüften Gerät an.

Bescheinigung und Prüfplakette sind im Beschluss der Landesregierung vom 24. März 2015, Nr. 351 definiert.

Prüfstellen:

  • Prüfstellen die weniger als 200 Funktionskontrollen pro Jahr durchführen werden alle 2 Jahre einer verwaltungstechnischen Kontrolle unterzogen. Für Prüfstellen, die mehr als 200 Funktionskontrollen pro Jahr durchführen, erfolgt diese Überprüfung jährlich. Wie im oben genannten Beschluss der Landesregierung vorgesehen, müssen sich dabei die Prüfstellen für die periodische Kontrolle der Konformität ihrer Kontrollgeräte gemäß Anhang III des NAP, an FEM (Fondazione Edmund Mach ), ENAMA (Ente Nazionale per la Meccanizzazione Agricola) oder an anderen anerkannten qualifizierten Organisationen wenden.
  • Prüfstellen mit mobilen Prüfstand, die von anderen Autonomen Provinzen oder Regionen anerkannt sind, können ihre Tätigkeit in Südtirol ausüben, indem sie wenigstens 15 Tage vor Tätigkeitsbeginn die Prüfstandorte sowie den voraussichtlichen Zeitraum, innerhalb welchem die Prüfung der Pflanzenschutzgeräte durchgeführt wird dem Landesamt für Obst – und Weinbau mitteilen.
  • Die Prüfstellen müssen dem Landespflanzenschutzdienst mindestens trimestral die Daten über die durchgeführten Kontrollen mittels eigens definierter Excel-Tabelle übermitteln.

Rechtsgrundlagen und Downloads: