Feuerbrand (Erwinia amylovora)

Der Feuerbrand ist eine der gefährlichsten Pflanzenkrankheiten der Birne und des Apfels sowie verschiedener Zier- und Wildgehölze aus der Familie der Rosengewächse. Beim Krankheitserreger handelt es sich um ein Bakterium,Erwinia amylovora.

Ursprünglich stammt die Krankheit aus Amerika, wo sie vor etwa 200 Jahren in den Oststaaten der USA aufgetreten ist. Erst 1957 wurde die Krankheit erstmals in Europa, und zwar in Südengland festgestellt. Mehrere Jahre hat sich der auf den nordeuropäischen Raum beschränkt. Inzwischen hat sie sich in ganz Mitteleuropa ausgebreitet. In Deutschland wurde im Jahre 1971 der erste Befall festgestellt, in der Schweiz 1989, in Nordtirol im Jahre 1998 und in Südtirol im Jahre 1999. Der Feuerbrand befällt Kernobstbäume (Birne, Apfel und Quitte) und einige nah verwandte Zier- und Wildgehölze und kann diese zum Absterben bringen. Verursacht wird diese hochinfektiöse, wenn auch für Mensch und Tier gänzlich ungefährliche Krankheit, durch das Bakterium Erwinia amylovora.

Gefährlich ist der Feuerbrand vor allem aufgrund von zwei Faktoren: Einerseits ist das Bakterium durch Insekten, Vögel, Wind und Wasser sowie den Menschen (z.B. durch Schnittwerkzeuge, Hände, Kleidung usw.) sehr leicht übertragbar und andererseits kann sich der Erreger bei günstigen Verhältnissen (feucht-warmes Wetter) explosionsartig vermehren und eine junge Wirtspflanze binnen kürzester Zeit zum Absterben bringen. Zur Zeit gibt es keine effizienten Pflanzenschutzmittel, die eine erfolgreiche Bekämpfung des Feuerbrands ermöglichen. Das Hauptaugenmerk muss deshalb auf vorbeugende Maßnahmen gelegt werden, die sich nicht nur auf den Obstbau selbst beschränken können, sondern auch die privaten Gartenbesitzer betreffen

Rechtliche Bestimmungen

Die Maßnahmen zur obligatorischen Bekämpfung des Feuerbrandes in Italien sind im Ministerialdekret vom 10 September 1999, n. 356 "Regolamento recante misure per la lotta obbligatoria contro il colpo di fuoco batterico (Erwinia amylovora) nel territorio della Repubblica" festgeschrieben. Mit Dekret des Direktors des Landesamtes für Obst- und Weinbau wurden im Jahr 2016 neue Maßnahmen zur Bekämpfung des Feuerbrandes (Erwinia amylovora) im Gebiet des Landes Südtirol erlassen (Dekret Nr. 18460 vom 13.10.2016)

Erkennungsmerkmale

Ein Feuerbrand-Fall ist nicht immer leicht zu erkennen, doch gibt es auch für den Laien erkennbare Symptome, die auf einen Befall hinweisen:

  • Ganze Blütenbüschel sterben ab und bleiben an der Pflanze hängen.
  • Junge Triebe färben sich braun, krümmen sich hakenförmig und hängen schlaff herunter.
  • Blätter werden von den Blattadern ausgehend braun und welken, sehen aus, als seien sie angesengt worden (daher der Name), bleiben aber an der Pflanze hängen.

Dies beginnt meist an den Triebspitzen und zeigt sich bei entsprechender Witterung in den Monaten April/Mai bis September schlagartig an den jungen Trieben.

Meldepflicht

Feuerbrand ist ein Quarantäneschadorganismus und damit meldepflichtig. Bei Feuerbrandverdachtsfällen ist daher umgehend der Landespflanzenschutzdienst telefonisch unter der Nummer 0471/415140 oder mittels E-mail fitobz@provinz.bz.it zu verständigen, wobei Pflanzenart, Standort und Umfang des Bestandes anzugeben sind. Auf Grund der hohen Verschleppungsgefahr dürfen die verdächtigen Pflanzen nicht unnötig berührt oder gar verdächtige Pflanzen oder Pflanzenteile eigenmächtig entfernen werden.

Auf jeden Fall sind die allgemeinen Hygienemaßnahmen im Umgang mit Feuerbrand zu beachten.

Bekämpfung

Bekämpfungsmaßnahmen

Bei Befall verfügt der amtliche Pflanzenschutzdienst je nach Befallsgrad ein Ausschneiden befallener Äste oder die Rodung und Vernichtung der Wirtspflanzen durch Verbrennen.

Die Rodung und Vernichtung befallener Pflanzen ist auf Anordnung des Pflanzenschutzdienstes unter Einhaltung der einschlägigen Hygienemaßnahmen (etwa Desinfektion der Schnittwerkzeuge, Transportmittel, Hände, Kleidung, usw.) durchzuführen.

Als vorbeugende Bekämpfungsmaßnahmen sind vorgesehen:

  • die verpflichtende Rodung aller Pflanzen der Gattung Zwergmispel (Cotoneaster) und Feuerdorn (Pyracantha) unterhalb von 1.400 m Meereshöhe;
  • das Auspflanz- und Verkaufsverbot folgender Pflanzen im gesamten Land:
  • Feuerdorn (Pyracantha)
  • Lorbeer- und Glanzmispel (Photinia)
  • Mispel (Mespilus)
  • Quitte (Cydonia)
  • Weißdorn (Crataegus)
  • Zwergmispel (Cotoneaster) sowie
  • 2 Arten der Felsenbirne (Amelanchier canadensis und A. alnifolia).
  • Der Direktor der Landesabteilung Landwirtschaft legt jährlich die vorbeugenden Maßnahmen fest, welche gegen die Verbreitung des Feuerbrandes durch die Bienen anzuwenden sind.
  • Im Rahmen der Bekämpfung des Feuerbrandes kann das Landesamt für Obst- und Weinbau nach Anhören des Beratungsringes für Obst- und Weinbau oder der Landesabteilung land- und forstwirtschaftliches Versuchswesen weitere agronomische Maßnahmen erlassen.
  • Bei hohem Infektionsrisiko sind Pflanzenschutzbehandlungen wenn möglich zu vermeiden. Keinesfalls solle in die offene Blüte beregnet werden; Frostberegnung erhöht das Infektionsrisiko nicht.

Rodungspflicht

Um einer weiteren Ausbreitung des Feuerbrandes und einer schleichenden Durchseuchung des Landes mit dieser Pflanzenkrankheit entgegen zu wirken, müssen diese Pflanzen vorbeugend gerodet werden.

Die Pflanzengattung der Cotoneaster zeichnet sich durch eine große Formenvielfalt aus.

Die großblättrigen Cotoneaster kommen als Bodendecker aber auch als Großsträucher in den Gärten vor. Sie haben weiße Blüten, sind wechselständig, immergrün und tragen meist orangerote (bei einigen Arten auch dunkelblaue bis schwarze) Beeren.

Kleinblättriger Cotoneaster: Die kleinblättrigen Cotoneaster sind Zwergsträucher, deren Zweige sich flach ausbreiten. Auch diese Arten haben weiße Blüten, sind meist immergrün und tragen als Früchte einzelne rote Beeren.

Der Feuerdorn (Pyracantha) wächst als aufrechter, dichtbuschiger, verzweigter Strauch mit Sprossdornen und wird vielfach auch für die Pflanzung von Hecken verwendet. Der Feuerdorn ist immergrün und trägt bis in den Frühling reichlich runde, leuchtend orange oder rote Beeren in Büscheln.

Bei der Rodung gelten folgende Verhaltensregeln: Ein reines Abschneiden am Wurzelhals genügt nicht, da beispielsweise der Cotoneaster wieder austreibt. Aus diesem Grund muss die Pflanze mitsamt der Wurzel entfernt werden. Als sicherste Entsorgung gilt die Verbrennung.

Verbotene Wirtspflanzen und Rodungspflicht

Neben Kernobstbäumen (Apfel, Birne, Quitte, Mispel) kann der Feuerbrand auch eine Reihe von Zier- und Wildgehölze befallen. Feuerdorn und Cotoneaster-Arten haben sich auf Grund ihrer relativ späten und langen Blütezeit als besonders anfällig erwiesen. Für Pflanzen dieser Gattungen, die sich unterhalb von 1.400 m Meereshöhe befinden, besteht Rodungspflicht sowie das Verbot des Auspflanzens und Inverkehrbringens.

Zudem ist das Auspflanzen und Inverkehrbringen von Pflanzen folgender Gattungen in Südtirol verboten:

  • Lorbeer- und Glanzmispel (Photinia),
  • Mispel (Mespilus),
  • Quitte (Cydonia),
  • Weißdorn / Rotdorn (Crataegus), sowie zwei Arten der
  • Felsenbirne (Amelanchier canadensis und A. alnifolia).

Aufgrund ihrer Anfälligkeit sollte von einer Neupflanzung folgender Arten im Obstbaugebiet verzichtet werden:

  • Vogel- und Mehlbeere (Sorbus)
  • Apfelbeere (Aronia)
  • Wollmispel (Eriobotrya)
  • Zierquitte (Chaenomeles).

Alternative Ziergehölze

Wer fürchtet, durch die Rodung der Feuerbrand-Wirtspflanzen werde sein Garten öde und leer, dem kann eine Vielzahl von Alternativen zu den genannten Pflanzen angeboten werden. Für die Abwechslung und Vielfalt im Garten ist also auch ohne Feuerbrand-Wirtspflanzen gesorgt.

Anstatt bodendeckender Cotoneaster und Japanischer Zierquitten (Chaenomeles) empfehlen die Gärtner niedrig wachsende Arten von

  • Mahonie (Mahonia)
  • Deutzie (Deutzia)
  • Spierstrauch (Spirea)
  • Zierrosen (Rosa)
  • Buchs (Buxus)
  • Heckenkirsche (Lonicera)
  • Eibe (Taxus)
  • Lebensbaum (Thuja)
  • Kiefer (Pinus)
  • Immergrün (Vinca)
  • Efeu (Hedera)
  • Niederliegende Scheinbeere(Gautheria)

um nur einige zu nennen.

Daneben gibt es eine ganze Reihe von Stauden, die sich als Bodendecker anbieten, wie

  • Storchschnabel (Geranium)
  • Prachtspiere (Astilbe)
  • Funkie (Hosta)
  • Knöterich (Polygonum)
  • Johanniskraut (Hypericum)

Anstatt hochwachsender Zwergmispel (Cotoneaster), Feuerdorn (Pyracantha), Lorbeer- und Glanzmispel (Stranvaesia), Japanischer Zierquitten (Chaenomeles), Weiß- und Rotdorn (Crataegus) oder Felsenbirne (Amelanchier) als Heckenanpflanzung, können

  • Hainbuche (Carpinus)
  • Haselnuss (Coryllus)
  • Falscher Jasmin (Philadelphus)
  • Pfaffenhütchen (Euonymus)
  • Sanddorn (Hippophae)
  • Schneebeere (Symphoricarpus)
  • Flieder (Syringa)
  • Kornelkirschen (Cornus mas)

und viele andere Sträucher gewählt werden.

Anstatt eines Weiß- oder Rotdorns (Crataegus), einer Vogel- oder Mehlbeere (Sorbus), von Felsenbirne (Amelanchier), Wollmispel (Eriobotrya), Mispel (Mespilus) oder Quitte (Cydonia) als Einzelstrauch oder -baum können

  • Rhododendren und Azaleen
  • Forsythien
  • Hartriegel (Cornus sanguinea)
  • Traubenkirsche (Prunus padus)
  • Schlehdorn (Prunus spinosa)
  • Schneeball (Viburnum)
  • Berberitze (Berberis)
  • Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus)
  • Lebensbaum (Thuja)
  • Wacholder (Juniperus)

und eine ganze Reihe anderer Nadel- und Laubgehölze gewählt werden.

Die meisten von diesen Sträuchern und Bäumen eignen sich auch als Heckenpflanzen. Fachmännische Beratung durch Ihren Gärtner garantiert außerdem, dass für jeden Garten je nach Standort, Höhenlage, Blütenzeitpunkt, Herbstfärbung, etc. geeignete Pflanzen und Gruppierungen gefunden werden, wobei dem Gartenbesitzer nur noch die Qual der Wahl bleibt.

Verbreitung des Feuerbrandes in Südtirol

Die ersten Befallsherde wurden im Jahr 1999 in den Gemeinden Brenner, Sterzing, Ahrntal und Sand in Taufers festgestellt.

In den Jahren 2000 und 2001 traten erstmals Fälle in der Gemeinde Ritten auf. Betroffen waren meist Birnbäume in Höhenlagen von über 1000 m.

Die ersten Befallsherde im Intensivobstbaugebiet wurden im Jahr 2002 festgestellt. Der erste Fall betraf eine Gala-Neuanlage in Rabland (Gemeinde Partschins); in der Folge wurden etliche kranke Jungbäume der Sorte Pinova sowie Zierpflanzen der Gattungen Cotoneaster und Feuerdorn in mehreren Gemeinden im Vinschgau, im Burggrafenamt sowie im Überetsch gefunden.

Im Jahre 2003 wurde der erste Befall Mitte Mai in einer Apfel-Neuanlage in Bozen/Grutzen festgestellt. In den folgenden Wochen und Monaten wurden weitere befallene Obstbäume, vor allem in den Gemeinden Bozen und Leifers gefunden, betroffen waren dabei auch mehrjährige Ertragsanlagen.

Im Jahr 2004 wurde in Südtirol kein einziger Feuerbrandfall festgestellt.

Mehrere Fälle waren im Jahr 2005 zu verzeichnen, wobei in erster Linie Apfel-Neuanlagen und Apfelanlagen betroffen waren, die auf Grund von Winterschäden spät geblüht haben.

Im Jahr 2006 wurden 12 Fälle bei Birnbäumen im Streuobstbaugebiet in Höhenlagen von über 1200 m ü.d.M. nachgewiesen. Weitere drei Fälle betrafen Erwerbsobstanlagen der Sorte Pinova im Vinschgau.

Im Jahr 2007 wurden in Südtirol wieder verstärkt Feuerbrandfälle festgestellt. Insgesamt wurden 162 Fälle nachgewiesen, wobei insbesondere Apfelbäume in Neuanlagen aber auch Birnbäume im Streuobstbau betroffen waren.

Der erste Fall des Jahres 2008 wurde am 10. Juni in einer Apfel-Neuanlage in der Gemeinde Schenna festgestellt, der letzte Fall am 8. Juli bei einem Birnbaum in der Gemeinde Pfalzen. Insgesamt wurden 2008 „nur“ 12 Fälle nachgewiesen.

Im Jahr 2009 wurde der erste Fall am 8. Juli bei vor geschulten Jungbäumen der Sorte Golden Delicious in der Gemeinde Naturns festgestellt. Die weiteren nachgewiesenen Fälle betrafen einen Birnbaum in der Gemeinde Pfalzen sowie zwei Birnbäume in Klobenstein/Ritten.

Am 15. April 2010 wurden in Neumarkt in einer Neuanlage der Sorte Gala einige befallene Jungbäume nachgewiesen. Damit wurde in Südtirol erstmals die Einschleppung von Feuerbrand mit Baumschulmaterial nachgewiesen. Bei weiteren Fällen handelte es sich um Blüteninfektionen in Apfel-Neuanlagen.

Der ersten Fälle des Jahres 2011 wurden am 23. April in Ertragsanlagen der Apfelsorte Cripps Pink in Terlan festgestellt. In den folgenden Wochen wurden weitere befallene Apfel- und Birnenanlagen v.a. im Raum Terlan, aber auch in zahlreichen anderen Gemeinden gefunden. Insgesamt wurden 945 Fälle registriert; rund 13.000 Bäume mussten aufgrund des starken Befalles gerodet und verbrannt werden.

Im Jahr 2012 wurden bereits im März Feuerbrandfälle v.a. im Raum Terlan festgestellt und zwar vorwiegend in Apfelanlagen, in denen bereits im Vorjahr Befall festgestellt wurde. Ab Mitte Mai wurden mehrere Fälle mit eindeutigen Symptomen einer Blüteninfektion in Apfel-Neuanlagen gefunden.

Im Jahr 2013 hat der Feuerbrand zu keinen größeren Schäden geführt. Insgesamt wurden „nur" 10 Fälle registriert, davon 5 in Apfel-Ertragsanlagen und 2 Fälle in Apfel-Neuanlagen. Die restlichen 3 Fälle betrafen 2 Birnbäume im Streuobstbau und eine Quitte.

Am 14. März 2014 wurden in Bozen/Gries in einer Cripps Pink-Anlage mit Vorjahresbefall aktive Feuerbrand-Canker entdeckt. Der erste Fall mit einer Blüteninfektion wurde am 5. Juni in einer Apfel-Neuanlage in St. Jakob/Leifers nachgewiesen. Von Mitte Juni bis Mitte Juli wurden weitere 23 Fälle registriert, die meisten davon, nämlich 16, im Vinschgau. Am häufigsten betroffen war die Sorte Pinova mit 9 Fällen, gefolgt von Golden Delicious und Gala mit je 4 Fällen.

Am 15. Juni 2015 wurde in der Gemeinde Schluderns bei nachgepflanzten Bäumen der Sorte Pinova der erste Feuerbrandfall des Jahres festgestellt. Der zweite Fall wurde am 2. Juli in einer Neuanlage der Sorte Cripps Pink in der Gemeinde Tirol nachgewiesen. In den folgenden Wochen wurden weitere Fälle in der Gemeinde Glurns festgestellt.

Am 18 April 2016 wurden in der Gemeinde Prad in einer zweijährigen Pinova-Anlage aktive Feuerbrand-Canker entdeckt. Der erste Fall mit einer Blüteninfektion wurde am 6. Juni in der Gemeinde Tirol bei nachgepflanzten Bäumen der Sorte Cripps Pink nachgewiesen. In den folgenden Wochen wurden weitere Fälle vorwiegend in Apfel-Neuanlagen, aber auch in einigen Ertragsanlagen nachgewiesen. Die meisten Fälle wurden im oberen Vinschgau festgestellt

Am 8. Juni 2017 wurden in der Gemeinde Schluderns in einer Apfel-Neuanlage befallenen Bäume mit deutlichen Symptomen von Blüteninfektion nachgewiesen. In den folgenden Tagen wurden insbesondere im oberen Vinschgau weitere Fälle in Apfelanlagen festgestellt, wobei auch Ertragsanlagen betroffen waren. Aufgrund des starken Befalles mussten in den folgenden Monaten des Jahres mehrere Apfelanlagen, darunter auch zwei Ertragsanlagen gerodet werden. Ende Juli sind vermehrt auch Fälle von Unterlagenbefall festgestellt worden. Insgesamt wurden 168 Fälle registriert, wobei Pinova mit 76 nachgewiesenen Fällen die am häufigsten betroffene Sorte war.

Am 23. Mai 2018 wurden in Laas/Tschengls sowie in der Gemeinde Prad in Apfel-Ertragsanlagen die ersten Fälle von Blüteninfektionen in Apfelertragsanlagen der Sorte Pinova festgestellt. Bereits in den Vormonaten wurden im oberen Vinschgau 32 Feuerbrandfälle in Apfel-Ertragsanlagen nachgewiesen, die im Vorjahr unentdeckt geblieben waren. Am 31.Mai wurde in einer Birnenanlage in Kurtatsch/Graun ein Fall festgestellt. In den ersten beiden Juniwochen wurden in Schlanders/Kortsch vermehrt Feuerbrandfälle festgestellt. Ende August wurden in der Gemeinde Villanders im Eisacktal mehrere befallenen Birnbäume im Streuobstbau entdeckt.

Maßnahmen betreffend Bienen

Dekret des Amtsdirektors Nr. 4098/2017 vom 09.03.2017

Das Verbringen von Bienenvölkern von einer Kernobstanlage in eine andere Kernobstanlage ist vom 1. April  bis zum 15. Juni eines jeden Jahres verboten, es sei denn, die Bienenvölker sind vorher mindestens 48 Stunden in einem geschlossenen Dunkelraum oder wenigstens 72 Stunden auf einer Meereshöhe von mindestens 1400 m gehalten worden.

Pufferzonen

Südtirol besitzt seit dem Jahr 2004 nicht mehr den Status als Feuerbrand-Schutzgebiet. Somit wäre es nicht mehr möglich, in Südtirol erzeugte Feuerbrand-Wirtspflanzen in Feuerbrand-Schutzgebiete zu verbringen.

Um dem land- und forstwirtschaftlichen Versuchszentrum Laimburg die Erzeugung von Vermehrungsmaterial zu ermöglichen, das geeignet ist mit dem ZP-Pflanzenpass (ZP = zona protetta) in Verkehr gebracht zu werden und somit auch in Schutzgebiete hinsichtlich Feuerbrand zu verbringen, wurde bereits im Jahr 2004 mit Beschluss des Landesregierung Nr. 1930 eine Pufferzone hinsichtlich Feuerbrand mit einer Ausdehnung von wenigstens 50 km2 um die Versuchsfelder des Versuchszentrums eingerichtet.

Mit Dekret des Landesrates Nr. 216/31.2 vom 21.03.2012 wurde diese Pufferzone neu festgelegt.

Sie umfasst eine Fläche in welche das Serranhaus sowie die Felder zur Sortenprüfung des Versuchszentrums Laimburg, als „amtlich anerkannte Felder“. Die Verwendung des ZP- Pflanzenpasses für in Südtirol, außerhalb dieser Pufferzone, erzeugte Wirtspflanzen von Erwinia amylovora ist verboten.

Zur Feststellung des Auftretens des Schadorganismus müssen in der Pufferzone durch den Pflanzenschutzdienst zum jeweils am besten geeigneten Zeitpunkt amtliche Untersuchungen durchgeführt und die Vorschriften angewandt werden, wie sie den einschlägigen Europäischen und nationalen Vorschriften enthalten sind.

Folgende Kontrollen sind vorgeschrieben:

  1. auf den „amtlich anerkannten Flächen“ (Serranhaus und Versuchsfelder) zur Erzeugung von Vermehrungsmaterial, das mit dem ZP-Pflanzenpass versehen werden darf, mindestens zweimal jährlich und zwar in der Zeit von Juni bis August und in der Zeit von August bis November. Diese Untersuchungen erstrecken sich auch auf das Vorhandensein eines latenten Befalls von Wirtspflanzen mit Erwinia amylovora,
  2. auf Flächen in einem Umkreis von wenigstens 500 m um die obgenannten Flächen, in der Zeit von August bis November (wenigstens einmal jährlich) und
  3. auf den restlichen Flächen soweit erforderlich.

Geografische Abgrenzung der Pufferzone:

Links

Symptome des Feuerbrandes