Die Tomatenminiermotte - Tuta absoluta

Die Tomatenminiermotte (Tuta absoluta) stammt ursprünglich aus Südamerika und wurde im Jahr 2006, vermutlich mit befallenen Früchten, nach Spanien und Marokko eingeschleppt. Inzwischen hat sich die Motte in weite Teile Europas ausgebreitet. In Italien wurde sie erstmals 2009 nachgewiesen, in Südtirol wurde der erste Fund 2010 gemacht.

Aussehen

Die Tomatenminiermotte ist aufgrund der grauen Grundfarbe mit schwarz gesprenkelten, grau-silbrigen Flügeln relativ einfach zu erkennen.
Ein weiteres Erkennungsmerkmal sind die langen, fadenförmigen Fühler, die aus 5–6 perlartig aufgereihten Gliedern bestehen.
Die ausgewachsenen Motten erreichen eine Länge von 6–7 mm, die Flügelspannweite kann bis zu 10 mm betragen. Es ist jedoch schwierig die Motte bei Tag zu sehen, da die erwachsenen Tiere nachtaktiv sind und sich tagsüber zwischen Blättern verstecken.

Wirtspflanzen

Hauptwirtspflanze ist die Tomate, aber auch andere Nachtschattengewächse, wie Aubergine (Melanzane), Paprika und Petunie werden befallen, ebenso die Kartoffel, bei der allerdings nur das Kraut befallen wird. In Sizilien wurde auch Befall an der Buschbohne festgestellt.

Biologie

Die Weibchen legen ihre über 250 Eier einzeln unter Blätter, an Stängel und an die Kelchblätter der Früchte ab. Die abgelegten Eier sind zylindrisch, klein und von cremig-weißer bis gelber Farbe. Bereits 4-5 Tage nach der Eiablage schlüpfen die grünlich oder rosa gefärbten Eiraupen dringen in die verschiedenen Pflanzenorgane ein.
In den Blättern fressen sie unregelmäßige, fleckenförmige Gänge. Dadurch lassen sie sich deutlich von den welligen, zum Teil kreisenden, feinen Fraßgängen der Minierfliegen der Gattung Liriomyza unterscheiden.
Insgesamt werden 4 Larvenstadien durchlaufen. Die Entwicklungsdauer ist temperaturabhängig; unter günstigen Bedingungen können sich jährlich bis zu 12 Generationen entwickeln. Die Tomatenminiermotte überwintert meist im Puppenstadium im Boden. Sobald wieder günstigere Bedingungen herrschen, nimmt sie die Weiterentwicklung wieder auf.

Ausbreitung

Über große Distanzen erfolgt die Ausbreitung meist über Pflanzenmaterial aus Befallsgebieten, vor allem Früchte und Jungpflanzen, sowie deren Verpackungs- und Transportmaterial. Über kürzere Distanzen kann der Schädling durch aktiven Flug und mit Hilfe von Windverwehungen verschleppt werden.

Schadbild

Die flächigen Miniergänge erinnern an die Form eines Eichenblatts. Die Blatthaut bleibt unbeschadet bestehen, nur die Zellen im Blattinnern werden gefressen. Der Zwischenraum verfärbt sich später dunkel. Die Larven können die Blattminen auch verlassen und Stängel und Früchte befallen. Die Stängel werden durch Larvenfraß ausgehöhlt. Die Folge sind Missbildungen, Wachstumshemmungen und Welke.
Ein starker Befall kann zu komplettem Blattsterben führen und den Totalausfall einer Kultur zur Folge haben.
Früchte können über alle Entwicklungsstadien hinweg befallen werden, bevorzugt werden jedoch die noch unreifen Früchte. Beschädigte Früchte verlieren ihren Marktwert, werden außerdem durch Pilze und Bakterien infiziert und beginnen zu faulen.

Vorbeugung und Bekämpfung

Einzelne Gegenmaßnahmen für sich erzielen nur eine Teilwirkung. Vorbeugung, der Einsatz von Pheromonfallen, Kontrolle des Pflanzmaterials und regelmäßige Kontrollen der Kulturen sind jedoch ausschlaggebend, um das Schadensrisiko der Miniermotte in Grenzen zu halten.

Entscheidend für einen Bekämpfungserfolg sind konsequente Hygienemaßnahmen, wie die Entfernung von Unkräutern (v.a. Schwarzer Nachtschatten) in der Nähe der Kulturen, sowie abgeerntete Kulturen sofort vollständig abzuräumen und fachgerecht zu kompostieren. Weiters sollen man keine Zierpflanzen aus der Familie der Solanaceen im Gewächshaus überwintert werden.
Die direkte Bekämpfung der Larven der Tomatenminiermotte ist schwierig; die Larven in den Minen sind schwer mit Kontakt-Insektiziden bekämpfbar. Als wirksam haben sich die Wirkstoffe Indoxacarb und Spinosad sowie Bacillus thuringiensis-Präparate erwiesen. Der wiederholte Einsatz von Pflanzenschutzmitteln hat allerdings in manchen Ländern bereits zu Resistenzen des Schädlings gegen einige Wirkstoffe geführt.
Erste viel versprechende Ergebnisse mit der biologischen Bekämpfung der Tomatenminiermotte wurden in Befallsgebieten durch die gezielte Freilassung von natürlichen Gegenspielern, wie der Schlupfwespe Trichogramma achaeae, oder spezifischen Wanzenarten erzielt.

Bilder