Vergilbungskrankheiten der Rebe

Die bedeutendsten Vergilbungskrankheiten der Rebe sind die Schwarzholzkrankheit (Bois noir) und die Goldgelbe Vergilbung (Flavescence dorèe), welche in allen Weinbauregionen der Erde verbreitet sind. Vor allem die Goldgelbe Vergilbung kann ohne gezielte Abwehrmaßnahmen zu erheblichen Ertragsverlusten führen. Die Vergilbungskrankheiten werden durch Phytoplasmen, das sind Bakterien ohne Zellwände, verursacht. Die Schwarzholzkrankheit tritt in Südtirol seit Ende der Neunzigerjahre vermehrt auf. Im Herbst 2016 wurde der erste Verdachtsfall von Goldgelber Vergilbung im Eisacktal bestätigt. Im Jahr 2018 wurden in den Gemeinden Auer, Margreid an der Weinstraße und Salurn insgesamt 8 Fälle von Goldgelber Vergilbung nachgewiesen.

Symptome:

Da die Symptome der beiden Vergilbungskrankheiten optisch nicht zu unterscheiden sind, ist eine molekularbiologische Untersuchung notwendig. Ab Reifebeginn sind die Symptome am deutlichsten zu erkennen. Die Symptome treten ab Juni bis zum Spätherbst auf.

Blätter:

Die Blätter rollen sich nach unten ein und bilden daher eine Dreiecksform. Bei den weißen Sorten färben sich die Blätter gelblich, bei den roten Sorten rötlich. Weiteres werden die Blätter brüchig, spröde und entwickeln beim Zerdrücken ein metallisch knisterndes Geräusch.

 Triebe:

Kranke Triebe verholzen meist nicht oder nur unvollständig, bleiben bis in den Winter grün, gummiartig und weisen teilweise Zick-Zack Wuchs auf. Auf den Trieben sind zudem schwarze, ölige Pusteln zu erkennen.

Gescheine, Beeren:

Die Gescheine sterben nach der Blüte vielfach ab und vertrocknen. Sollten die Symptome der Krankheit erst im Spätsommer auftreten, sind Trauben mit geschrumpften, unreifen und bitter schmeckenden Beeren zu finden. Diese Trauben sind für die Weinbereitung ungeeignet.

  

Überträger

Der Erreger der Schwarzholzkrankheit wird von der Zikade Hyalesthes obsoletus (Winden-Glasflügelzikade) übertragen. Die wichtigsten Wirtspflanzen für den Krankheitsüberträger sind Brennnessel (Urtica ssp.), Ackerwinde (Convulvulus arvensis) und Zaunwinde (Calystegia sepium).

Der Erreger der Goldgelben Vergilbung wird von der Zikade Scaphoideus titanus (Amerikanische Rebzikade) übertragen. Diese Zikade wickelt ihren gesamten Lebenszyklus auf der Rebe ab. Deshalb stellen infizierte Reben, bei Vorhandensein des Vektors, immer ein hohes Risiko dar.

Der Pflanzenschutzdienst überwacht seit Jahren in Zusammenarbeit mit dem Versuchszentrum Laimburg und dem Südtiroler Beratungsring für Obst- und Weinbau die Vergilbungskrankheiten der Rebe in allen Weinbauzonen des Landes. Eine Ausbreitung der Goldgelben Vergilbung kann nur durch eine gute Zusammenarbeit zwischen den Weinbauern und den Institutionen verhindert werden.

Die Bekämpfung der Goldgelben Vergilbung ist gemäß Ministerialdekret vom 31. Mai 2000, Nr. 32442, auf dem gesamten Staatsgebiet verpflichtend. Mit Dekret des Amtsdirektors Nr. 6235 vom 06. April 2017 wurden ergänzende Maßnahmen zur Bekämpfung der Goldgelben Vergilbung im Gebiet des Landes Südtirol erlassen. Die Maßnahmen zielen auf die Verhinderung und Verbreitung der Goldgelben Vergilbung und die Bekämpfung ihres Vektors Scaphoideus titanus ab.

Mit Dekret des Amtsdirektors vom 17. Dezember 2018, Nr. 26172 in geltender Fassung wurden in den Gemeinden Auer, Margreid an der Weinstraße und Salurn die Befallsherde der Goldgelben Vergilbung ausgewiesen. Auf diesen Flächen gelten nun strengere phytosanitäre Bestimmungen (Siehe Dekret des Amtsdirektors vom 17. Dezember 2018, Nr. 26172 in geltender Fassung). Die Missachtung der Vorschriften hat eine Verwaltungsstrafe im Sinne des Artikels 54, des Legislativdekretes Nr. 214/05 zur Folge.

Der Erreger der Schwarzholzkrankheit wird von der Zikade Hyalesthes obsoletus (Winden-Glasflügelzikade) übertragen. Die wichtigsten Wirtspflanzen für den Krankheitsüberträger sind Brennnessel (Urtica ssp.), Ackerwinde (Convulvulus arvensis) und Zaunwinde (Calystegia sepium).

Der Erreger der Goldgelben Vergilbung wird von der Zikade Scaphoideus titanus (Amerikanische Rebzikade) übertragen. Diese Zikade wickelt ihren gesamten Lebenszyklus auf der Rebe ab. Deshalb stellen infizierte Reben, bei Vorhandensein des Vektors, immer ein hohes Risiko dar.

Sortenanfälligkeit gegenüber Vergilbungskrankheiten

Anfälligkeitsgrad Sorte
Sehr hoch Chardonnay, Zweigelt
Hoch Kerner, Müller-Thurgau, Riesling
Mittel Burgundersorten, Gewürztraminer, Goldmuskateller, Lagrein
Gering Cabernet, Grüner Veltliner, Merlot, Sauvignon blanc, Silvaner, Vernatsch

 

 

 

 

 

 

 

Meldepflicht

Der Pflanzenschutzdienst überwacht seit Jahren in Zusammenarbeit mit dem Versuchszentrum Laimburg und dem Südtiroler Beratungsring für Obst- und Weinbau die Vergilbungskrankheiten der Rebe in allen Weinbauzonen des Landes. Eine Ausbreitung der Goldgelben Vergilbung kann nur durch eine gute Zusammenarbeit zwischen den Weinbauern und den Institutionen verhindert werden.

Die Bekämpfung der Goldgelben Vergilbung ist gemäß Ministerialdekret vom 31. Mai 2000, Nr. 32442, auf dem gesamten Staatsgebiet verpflichtend. Mit Dekret des Amtsdirektors Nr. 6235 vom 06. April 2017 wurden ergänzende Maßnahmen zur Bekämpfung der Goldgelben Vergilbung im Gebiet des Landes Südtirol erlassen. Die Maßnahmen zielen auf die Verhinderung und Verbreitung der Goldgelben Vergilbung und die Bekämpfung ihres Vektors Scaphoideus titanus ab.

Mit Dekret des Amtsdirektors vom 17. Dezember 2018, Nr. 26172 in geltender Fassung wurden in den Gemeinden Auer, Margreid an der Weinstraße und Salurn die Befallsherde der Goldgelben Vergilbung ausgewiesen. Auf diesen Flächen gelten nun strengere phytosanitäre Bestimmungen (Siehe Dekret des Amtsdirektors vom 17. Dezember 2018, Nr. 26172 in geltender Fassung). Die Missachtung der Vorschriften hat eine Verwaltungsstrafe im Sinne des Artikels 54, des Legislativdekretes Nr. 214/05 zur Folge.

Es wird darauf aufmerksam gemacht, dass Verdachtsfälle unverzüglich dem Pflanzenschutzdienst beim Amt für Obst -und Weinbau oder dem Südtiroler Beratungsring für Obst -und Weinbau, Bereich Weinbau, gemeldet werden müssen.

Kontakt

Amt für Obst- und Weinbau/Landespflanzenschutzdienst
Brennerstrasse 6
39100 Bozen
Tel. 0471 415143
Fax 0471 415117
E-Mail: fitobz@provinz.bz.it, obst-weinbau@provinz.bz.it 
PEC: obstweinbau.fruttiviticoltura@pec.prov.bz.it

 

Informationen und Downloads zu den beiden Vergilbungskrankheiten der Rebe

 

Vergilbungskrankheiten der Rebe

(Fotos des Südtiroler Beratungsringes)