Geflügelgrippe

Geflügelgrippe
Die Wahrscheinlichkeit der Einschleppung der Geflügelgrippe nach Südtirol kann als gering eingestuft werden.

Stand: 2006

Die Geflügelgrippe wird auch als Geflügelpest, als Aviäre Influenza, als Vogelgrippe und seit 1981 als hochpathogenes aviäres Influenza-Virus (HPAI) bezeichnet.
Sie ist eine durch Viren hervorgerufene anzeigepflichtige Tierseuche, von der Hühner, Puten, Gänse, Enten, wildlebende Wasservögel und andere Vögel betroffen sein können. Sie führt meist zum Tod der infizierten Vögel.
Einige Varianten der Geflügelpest-Viren, insbesondere die Variante H5N1, sind in Einzelfällen auf Menschen und katzenartige Zootiere übertragen worden.

Gefahr für Südtirol?

Die Wahrscheinlichkeit der Einschleppung der Geflügelgrippe nach Südtirol kann – laut Landesveterinärdirektor Dr. Paolo Zambotto – gegenwärtig als gering eingestuft werden.

Die Verbreitung der Geflügelgrippe

Die Geflügelpest kann fast alle Vogelarten infizieren; einige Arten sind resistenter gegen die Infektion. Als natürliches Reservoir für das Virus gelten wild lebende Enten und andere Wasservögel, die jedoch in der Regel nicht schwer erkranken, denn das Virus hat sich ihnen angepasst. Es benötigt diese Reservoirwirte für seine Vermehrung.
Stärker gefährdet sind vor allem Hühner und Puten, aber auch Fasane und Wachteln. Tauben sind resistenter gegen das Vogelgrippevirus.
Wanderwasservögel, See- und Küstenvögel sind weniger anfällig zu erkranken. Sie sind jedoch Überträger von Infektionskrankheiten und ihr Wanderverhalten trägt zur weiten geografischen Verbreitung bei.
Die Wanderung von Wildenten und anderen Zugvögeln könnte - laut Angaben des Nationalen Instituts für Wildfauna - für die Verbreitung der Geflügelgrippe verantwortlich sein.

Wildenten

Laut Mitteilungen des Gesundheitsministeriums und des nationalen Referenzzentrums für Geflügelgrippe liegen Italiens Risikogebiete hauptsächlich in den oberitalienischen Seengebieten, aber auch in Mittelitalien (Marken und Latium) sowie in Zonen in Süditalien. In Italien gibt es vor allem in Venetien, in der Lombardei und der Emilia Romagna Feuchtgebiete, die theoretisch ein Risiko zum Weitertragen der Krankheit darstellen könnten, da es in diesen Gebieten die größte Konzentration an Hausgeflügel in Italien gibt.

Geflügelimporte

Der Import von lebendem Geflügel (v. a. illegaler Import) stellt die größte Gefahr für die Einschleppung der Krankheit dar.
Die Ausbreitung des Virus über Fleisch oder Produkte ist laut Aussagen des Nationalen Referenzzentrums für Geflügelgrippe nicht von Bedeutung.

Liste der Zonen mit besonderen Vorsichtsmaßnahmen

Maßnahmen

Verbot der Freilandhaltung

Im Winter 2005/2006 war die Freilandhaltung von Geflügel in Südtirol verboten.
In Südtirol sind insgesamt etwa 100 Hühner haltende Betriebe registriert, die hauptsächlich zur Eierproduktion dienen und Inhaber einer Eierpackstelle für die Eierproduktion sind oder Eier auf Märkten verkaufen; mehr als ein Drittel davon hält weniger als 250 Tiere. Die restlichen Betriebe halten zwischen 500 und 1.000 Legehennen in Freilandhaltung. Nur einige wenige Betriebe halten zwischen 1.000 und 2.500 Legehennen. Die in Südtirol durchgeführten Kontrollen haben in den vergangenen Jahren und bis jetzt nie das Vorhandensein des Virus der Geflügelgrippe aufgezeigt.
Dies auch nicht, als das Geflügelgrippe-Virus 1999/2001 im Nordosten Italiens auftrat und die am nächsten gelegenen Seuchenherde in der Provinz Verona lagen, also nur rund 150 Kilometer entfernt.
Die damals vom Landestierärztlichen Dienst ergriffenen strengen Maßnahmen zeigten ihre Wirksamkeit.

Anzeigepflicht

Laut Verordnung des Gesundheitsministeriums hat der Besitzer oder Verantwortliche des Geflügel haltenden Betriebes die Pflicht, den gebietszuständigen tierärztlichen Dienst über jegliches Verbringen von Geflügel mindestens 24 Arbeitsstunden vorher zu informieren. Diese Tiere müssen für 21 Tage in Quarantäne gehalten werden. Zudem führt die Verordnung die verpflichtende Angabe einer Reihe von Informationen bei Frischfleisch von Hausgeflügel und entsprechenden Produkten auf Fleischbasis ein.

Überwachungssystem

In Italien gibt es bereits seit einigen Jahren ein Überwachungssystem zur schnellen Erfassung des Virus der Geflügelgrippe. Dieses System sieht vor, dass jährlich serologische Untersuchungen in einer festgelegten Zahl von Geflügelbetrieben durchgeführt werden. Die Anzahl der zu untersuchenden Betriebe ist umso höher, je mehr Betriebe in einer Zone vorhanden sind.
Außerdem sieht dieses System häufigere Kontrollen in einigen Indikatorbetrieben vor, die in den Feuchtgebieten Italiens liegen. In diesen Gebieten werden auch die Wandervögel untersucht.

Einfuhrstopp von Geflügel

Bei Neuausbrüchen der Geflügelgrippe blockiert die Europäische Kommission unverzüglich die Einfuhr von lebendem Geflügel und den davon stammenden Produkten aus sämtlichen Risikozonen (weitere Informationen: EUR-Lex, das Portal zum Recht der Europäischen Union).

Auskunft zur Geflügelgrippe

  • Südtiroler Sanitätsbetrieb, Tierärztlicher Dienst Tel. 0471 635 161, E-Mail vet@sabes.it
  • Autonome Provinz Bozen, Landestierärztlicher Dienst Tel. 0471 635 100, E-Mail vet@provinz.bz.it
  • Autonome Provinz Bozen, Amt für Hygiene und öffentliche Gesundheit  Tel. 0471 418 160, E-Mail hygiene@provinz.bz.it
  • Versuchsinstitut für Tierseuchenbekämpfung - komplexe Struktur des Einzugsgebiets Bozen Tel. 0471 633 062, E-Mail at6bz@izsvenezie.it

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