Lärchen-Samenplantage

Lärchen-Samenplantage

Zielsetzung

Ziel der Errichtung der Lärchen-Samenplantage in Prad war es in einem Zeitraum von ca. 15 bis 20 Jahren nach Fertigstellung hochwertiges Lärchensaatgut höchster genetischer Vielfalt für Aufforstungen an der obersten Waldgrenze zur Verfügung zu haben. Die Gründe für die Errichtung der Samenplantage liegen einerseits in den seltenen Samenjahren in den Hochlagen, andererseits erhält man so Saatgut gesicherter Herkunft und von hoher genetischen Variabilität, welches im ganzen südlichen Alpenhauptkamm über 1800 müdM verwendet werden kann.

Technische Daten:
Fläche: ca. 3 ha gelegen im Prader Sand im Eigentum der Eigenverwaltung bürgerlichen Nutzungsrechte von Prad
Errichtung Samenplantage: 1990
Fertigstellung: 1995
Anzahl Bäume: 1320 (=120 Klone in 11 Wiederholungen)

Auswahl der Klone

Unter Klon versteht man einzelne Lärchenbäume, von denen man Edelreiser zur Veredelung von Lärchensämlingen gewinnt. Die Auswahl dieser Bäume erfolgte nicht nach Leistungskriterien, sondern nach Vitalität und Gesundheitsgrad. Die Bäume durften nicht über 150 Jahre alt sein, mussten aber bereits reichlich Zapfen tragen und über 1800 müdM liegen. Die Errichtung der Samenplantage in Prad reiht sich in ein Programm auf europäischer Ebene ein. Andere Länder wie Deutschland, Österreich und Schweden haben schon seit langer Zeit solche Samenplantagen und die Nachfrage nach Samen ist hoch. In Italien ist dies die erste und einzige Lärchen-Samenplantage. Zur Erhaltung bzw. Erzeugung eines Saatgutes von höchster genetischer Vielfalt wurde bewusst eine sehr hohe Anzahl von Mutterbäumen ausgewählt. Jeweils 20 stammen aus dem oberen Vinschgau, Schnalstal, Passeier, Wipptal, Ahrntal und Antholz-Gsies. Die Veredelungen wurden mit gutem Erfolg selbst durchgeführt und einige Bäume in der Samenplantage haben bereits eine beachtliche Höhe erreicht. Die Veredelung der Bäume ist notwendig, um den Samenertrag früher einsetzen zu lassen.

Samenplantage

Derzeitige Situation

Momentan sind jeweils 11 Bäume aller 120 Mutterbäume in der Samenplantage in einem Abstand von 3,5 mal 7 Meter verteilt. Die Wiederholung erfolgte in 11 verschiedenen Reihenfolgen, so dass die Herkünfte überall gleichmäßig, aber doch unregelmäßig verteilt sind. Wenn die Bäume in 20 Jahren eine bestimmte Größe erreicht haben werden, wird jeder zweite Baum entfernt werden, an der ausgewogenen Verteilung wird sich nichts ändern. Mit den Schnittarbeiten der Bäume wurde bereits begonnen, damit eine starke Verzweigung erzielt wird und eine Ernte mittels Leitern möglich sein wird.

  • Arbeitsaufwand: Bereits jetzt beansprucht die Samenplantage während der Sommermonate eine Teilzeitarbeitskraft, damit alle notwendigen Pflegemaßnahmen durchgeführt werden können. Für die Beerntung der Bäume sind zusätzliche Arbeitskräfte notwendig.

Bisherige Samengewinnung

Im Jahr 2001 konnten erstmals Zapfen mit einer Samenausbeute von 3,35 kg geerntet werden.
Im Jahr 2002 stieg die Samenmenge auf 7,6 kg. 2003 und 2004 gab es aufgrund der Spätfröste im April keine Samenernte.
Der Temperaturverlauf im Frühjahr und die Ergebnisse der Pollenflugerhebung ließen für den Herbst 2006 eine gute Ernte erwarten. Entsprechend den Vorhersagen konnten dann im Herbst 27 hl Zapfen gesammelt werden. Mit 65 kg Lärchen-Hochlagensaatgut (44% Keimfähigkeit) war die Ausbeute dann auch noch unerwartet hoch, sodass die Versorgung der Landesforstgärten mit Lärchensaatgut für die nächsten 10 Jahre gesichert ist.

Andere Nutzungen

Die Lärchen-Samenplantage wird auch anderweitig genutzt.

  • Durch Dr. Florin Florineth vom Sonderbetrieb für Wildbach und Lawinenverbauung wurden knapp 20 verschiedene einheimische Weidensorten gepflanzt. Diese und zusätzlich gepflanzte Purpur- und Salweiden dienen bereits jetzt als Mutterbäume für den Schnitt von Stecklingen, sowie für Lernzwecke.
  • In den vergangenen Jahren wurden von seltenen Staucharten jeweils 20 bis 30 Pflanzen gesetzt, damit man in Zukunft diese beernten kann.