Pollenanalysen der Waldbaumarten

Informationen über den Pollenflug der Waldbaumarten sind für die Abschätzung der potentiellen Samenproduktion und Rentabilität einer Beerntung im Herbst von großer Bedeutung. Besonderes Interesse gilt dem Pollenflug der Baumarten Lärche, Fichte und Zirbe. Das Projekt wurde mit der Forstlichen Bundesversuchsanstalt von Wien abgesprochen und in Zusammenarbeit mit dem Biologischen Labor in Leifers durchgeführt.

Die Herstellung der etwa 70 mikroskopischen Präparate, deren Auswertung am Lichtmikroskop und die Datenverarbeitung übernahm das Biologische Labor - Arbeitsbereich Aerobiologie in Leifers unter der Federführung von Frau Dr. Edith Bucher.

Pollenflugerhebung

Pollenflugerhebung
Pollenflugerhebung
Samenfalle
Samenfalle

Samenproduktion

Samenproduktion

Zur Kontrolle des effektiven Samenanflugs wurden im Herbst an jedem Standort 5 Samenfallen (=Säcke) aufgestellt. Im Frühjahr werden die in den Samenfallen gesammelten Samen gezählt und mit der Pollenflugintensität verglichen.

Geographische Verteilung der Standorte der Pollenfallen

  • Graun – Langtaufers: 1850 müdM
  • Tiers – Nigerpass: 1700 müdM
  • Ahrntal – Prettau: 1600 müdM
  • Ratschings – Kalch: 1680 müdM
  • Prad – Samenplantage: 900 müdM
  • Ulten – St. Gertraud: 1600 müdM

Egebnisse

Neben einer guten Pollenproduktion (darüber gibt die Pollenflugerhebung des Biologischen Labors in Leifers frühzeitig Auskunft) müssen für eine gute Samenernte noch weitere Voraussetzungen eintreten:

  • Es darf während der Blüte und solange die Zapfen noch klein und anfällig sind keine zu starke Spätfröste geben (für die Lärche liegt die kritische Temperatur bei etwa -6 Grad Celsius, für Fichte und Kiefer etwas niedriger);
  • Es müssen auch ausreichend weibliche Blüten vorhanden sein (was nicht immer der Fall ist);
  • Kein großflächiges Auftreten von Schädlingen, die sich in den Zapfen entwickeln;
  • Keine ausgeprägte Sommertrockenheit (davon sind Samenplantagen mit Bewässerung nicht betroffen).

Nur wenn all diese Voraussetzungen stimmen, kann mit einer guten Ernte gerechnet werden. Mehrjährige Untersuchungsreihen sind nötig, um den Zusammenhang von Pollenflug und Samenproduktion zu erforschen. Die Ergebnisse der Pollenflugerhebung werden jährlich dem österreichischen Bundesamt für Wald übermittelt und nach Auswertung der Daten können die Ernteaussichten für die einzelnen Baumarten und Erhebungsstandorte auf deren Homepage (web.bfw.ac.at/rz/pollen.main) (Externer Link) abgerufen.

Mit 2017 wurde die Sammlung der Pollen auf diesen Standorten ausgesetzt. Zu wissenschaftlichen Zweck sollen sie nur mehr alle 5 Jahr erhoben werden.