Hauptinhalt

Gesundheitswesen

Zielsetzung der Koalitionsparteien für die kommende Legislatur ist die Wahrung eines ebenso qualitativ hochwertigen wie finanzierbaren öffentlichen Gesundheitswesens, in dessen Mittelpunkt der Mensch steht.
Infolge des demographischen Wandels der Gesellschaft und der Zunahme an chronischen Krankheiten wird der Bedarf an sozial- und gesundheitsbezogenen Leistungen weiter steigen. Die Herausforderung der Gesundheitspolitik besteht darin, Qualität und Effizienz des Gesundheitssystems, gegebenenfalls auch unter Einbeziehung privater Einrichtungen, zu steigern und die Kosten in vertretbaren Grenzen zu halten.

Die  Koalition wird den neuen Erfordernissen Rechnung tragen. Von großer Wichtigkeit wird künftig noch mehr als bisher die Förderung eines gesunden Lebensstils sein. Es geht um die Stärkung der Eigenverantwortung durch Bildungs- und Informationsmaßnahmen, damit die Bürger selbst dazu beitragen können, ihre eigene Gesundheit und ihr Wohlbefinden zu fördern. Zentrale Themen sind Bewegung, gesunde Ernährung und Stressbewältigung. In diesem Zusammenhang spielt auch die Umweltmedizin eine wichtige Rolle, damit  gesunde Lebensbedingungen für die Bürger erhalten werden.

Europaweit stehen wichtige Veränderungen bevor. Die Entwicklungen gehen dahin, dass in einigen Jahren alle EU-Bürger frei wählen können, wo sie sich behandeln lassen möchten. Im Hinblick auf diese Entwicklung müssen die Vorbereitungen getroffen werden.

Das bedeutet, dass die Neuordnung des Südtiroler Gesundheitswesens zügig weitergeführt werden muss. Die begonnene Verwaltungsreform wird in den nächsten Jahren weiter greifen. Auch die klinische Reform wird in den nächsten Jahren Erneuerungsprozesse mit sich bringen, vor allem um Qualität und Effizienz für die zukünftigen Generationen zu gewährleisten. Alle sieben öffentlichen Krankenhäuser Südtirols werden in ein landesweites Netzwerk eingebunden. Sie werden dadurch nicht nur erhalten, sondern noch gestärkt werden, mit dem Ziel neue Kompetenz-Zentren zu schaffen und somit auch künftig eine gute öffentliche, flächendeckende Gesundheitsversorgung zu gewährleisten. Um den erforderlichen ärztlichen Nachwuchs zu garantieren, wird der Auf- bzw. Ausbau der medizinischen Lehre und Forschung – auch in Zusammenarbeit mit dem Bundesland Tirol – angestrebt.

Besonderes Augenmerk wird auf folgende Bereiche gelegt: Die Wartezeiten für fachärztliche Leistungen im ambulanten und stationären Bereich sollen verringert werden. Große Anstrengungen sollen weiterhin für die Verbesserung der Kinder- und Jugendbetreuung unternommen werden, beispielsweise durch die Schaffung eines abgestuften Leistungsangebotes im kinderneuropsychiatrischen Sektor.

Ebenso soll in der neuen Legislaturperiode ein landesweites sozio-sanitäres Netzwerk zur Betreuung der Demenzkranken aufgebaut werden.

Die landesweite Betreuung auf dem Gebiet der Palliativmedizin und der Behandlung von chronischen Krankheiten muss weiter ausgebaut und verstärkt werden. Dies ist neben einer spezialisierten Betreuung, auch für eine möglichst schmerzlose Behandlung förderlich und führt so zu einer besseren Lebenssituation. Wichtig ist dabei insbesondere die Stärkung der Dienste in den Sprengeln und in der Basismedizin.

Zur Abrundung des öffentlichen medizinischen Angebots wird es künftig komplementärmedizinische Leistungen im öffentlichen Gesundheitswesen geben. Damit kommt man nicht nur einem großen Wunsch der Bevölkerung entgegen, sondern dies entspricht auch einer modernen, ganzheitlichen Medizin.

Ausgebaut und verbessert wird das zahnärztliche Angebot im öffentlichen Gesundheitsdienst, wobei auch neue Formen der Zusammenarbeit mit privaten Trägern erprobt werden sollen.