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Das Wappen

Landeswappen

Das Land Südtirol führt im Sinne des Artikels 3 des neuen Autonomiestatutes (Verfassungsgesetz vom 10. November 1971, Nr. 1, veröffentlicht im Gesetzesanzeiger der Republik Italien vom 5. Jänner 1972, Nr. 3) ein eigenes Wappen. Das von der Südtiroler Landesregierung am 30. Juli 1982 einstimmig beschlossene Landeswappen ist durch das Dekret des Präsidenten der Republik vom 22. März 1983 genehmigt worden. Die heraldische Beschreibung lautet: "auf Silbergrund alter roter (Tiroler) Adler, goldbewehrt mit roter Zunge und goldenen Flügelspangen". Es ist der rote Tiroler Adler aus dem Jahre 1370, so wie er auf dem Altar der Kapelle von Schloss Tirol abgebildet ist.

Historische Erklärung:
Landeswappen werden erfahrungsgemäß aus den Wappen jener Herrscherdynastien gewählt, die in früheren Zeiten diese Länder beherrscht haben. So rührt das Tiroler Wappen vom Wappen jener Dynastien her, die in unserem Lande um das Jahr 1150 auftauchten und ihren eigenen Namen von der Ortschaft Tirol bei Meran, wo sie ihr Stammschloss erbauten, ableiteten. Die erste Dynastie der Grafen von Tirol breitete nach und nach ihre Herrschaft aus und erlosch in der männlichen Linie mit
Albert III. im Jahre 1253. Die Grafen von Tirol haben bereits in der Zeit von 1190 den roten Adler zu ihrem Wappen erwählt. Dies geht aus dem Siegel Alberts III. (1190-1253) hervor, und die Farbe des Adlers ist bereits im "Cliperius Teutonicorum" (1242-1249) des Züricher Kanonikers Konrad von Mure in Versform festgehalten:

"Fert aquilam Tyrolis clipeus prestante rubore
Que nigri pedis alias albente colore."

Das Wappen der ersten Herrscherfamilie ging durch die Heirat der Tochter Alberts III. Adelheid, mit Meinhard IV., dem Grafen von Görz, auf die Grafen von Tirol-Görz über. Unter den Grafen von Tirol-Görz hat der rote Tiroler Adler bereits den charakter eines territorialen Kennzeichens angenommen, mit dem Übergang der Grafschaft Tirol an die Habsburger (1363) wurde der Adler zum Wappentier des Landes an Etsch, Eisack und Inn. Das Wappen blieb zwar im wesentlichen unverändert, machte aber in der graphischen Darstellung die stilistische Entwicklung der Zeiten mit.
Der rote Adler mit goldenen Waffen, roter Zunge und den charakteristischen goldenen Flügelspangen, gekrönt oder ungekrönt, versinnbildlichte in den Jahrhunderten die Grafschaft Tirol, später die gefürstete Grafschaft, und kam immer im großen Siegel der Kaiser des Hl. Röm. Reiches und Österreichs vor. Die Grafschaft genoss im Rahmen der Erbländer des Hauses Österreich und nachher im österreichischen Kaiserreich eine besondere Eigenständigkeit.