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Biogas

Was ist Biogas

BiogasanlageDie Biogaserzeugung erfolgt durch die Vergärung von organischen Stoffen. Unter dem Begriff Vergärung versteht man den Abbau von biogenem Material durch Mikroorganismen in Abwesenheit von Sauerstoff, das heißt unter anaeroben Bedingungen. Mehrere Bakteriengruppen verwandeln biogenes Material in Biogas. Dies besteht aus etwa 2/3 brennbarem Methan und rund 1/3 Kohlendioxid sowie Restgasen. Landwirtschaftliche Biogasanlagen setzen als Basismaterial Gülle oder auch Festmist ein. Zur Erhöhung des Gasertrags kommen häufig Co-Fermentate zum Einsatz (z.B. nachwachsende Rohstoffe oder Abfälle aus der Lebensmittelindustrie). Das vergorene organische Material kann als hochwertiger Dünger landbaulich verwertet werden.
Wirtschaftlich interessant ist das Verfahren insbesondere bei grösseren Anlagen, in denen als Co-Vergärung neben der Gülle weitere  sogenannte reine Abfälle (Molke, Gemüse, Schlachtnebenprodukte usw.) behandelt werden.
Biogasanlagen werden häufig auch gezielt zur Energiegewinnung gebaut, wobei pflanzliche nachwachsende Rohstoffe sogenannte Energiepflanzen angebaut und vergärt werden ( z.B.: Silomais, Gras,Rüben). Daneben wird Biogas auch bei der Behandlung industrieller Abwässer oder bei der Stabilisierung der Abwasserschlämme in Faultürmen erzeugt und energetisch verwertet.


Energiegewinnung aus Biogas

Biogas kann u.a. direkt für Heizzwecke oder mittels eines Blockheizkraftwerks (BHKW) zur gekoppelten Produktion von Strom und Wärme genutzt werden. Brennstoffzellen können in Zukunft auch vermehrt direkt zur Verbrennung von Biogas, Klärgas, oder Deponiegas verwendet werden und liefern den höchsten elektrischen Wirkungsgrad, der derzeit bei 55% liegt.
Biogas kann nach geeigneter Vorbehandlung ins Gasnetz eingespeist werden, wird aber auch als Treibstoff für Otto- oder Dual-Fuel- Motoren zum Antrieb von Fahrzeugen eingesetzt. Biogasbetriebene Fahrzeuge haben hervorragende Abgaswerte, die nur rund halb so hoch sind wie die beim Benzinbetrieb (gemäß EEC-Fahrtest). Einige Firmen bieten fertige Aufbereitungs-, Kompressions- und Tanksysteme für PKW‘s und LKW‘s an, die auf den Gasbetrieb (bzw. dual fuel) umgerüstet werden.


Stand in Südtirol (Dezember 2010)

In Südtirol sind Ende 2010 insgesamt 30 Biogasanlagen in Betrieb  

  • 23 Einzelanlagen auf Höfen zwischen 20 und 130 GVE
  • 7 Gemeinschaftsanlagen in Prad i.V, Sand i.T., Aldein, Terenten, Schluderns, Schlinig und St.Lorenzen.
  • 6 Einzelanlagen sind außer Betrieb gesetzt worden
  • Wirtschaftsdünger von rund 10.000 GVE wird in Biogasanlagen behandelt
  • Jährlich produzierte Gasmenge 2007: 7,6 Mio. m³ Biogas
  • In 21 Anlagen wird Strom produziert. Installierte elektrische Leistung: 3.198 kW
    • Stromproduktion 2010: rund 24,5 Mio. kWh (entspricht rund 0,8 % des Südtiroler Stromverbrauchs)
    • 9 Betriebe nutzen das erzeugte Biogas zur Erzeugung von Warmwasser und zu Heizzwecken
    • insgesamt genutzte Wärmeenergie: rund 7,6 Mio. kWh

Erhebung der zur anaeroben Vergärung verfügbaren Biomasse in Südtirol

„Wie kann der zukünftige Energiebedarf durch erneuerbare Energiequellen gedeckt werden?“ Dies ist eine oft gestellte Frage.

Im Rahmen des nationalen Programmes zur Erschließung und Förderung von Biokraftstoffen (PROBIO - Biogas) hat die Abteilung Landwirtschaft der Autonomen Provinz Bozen eine Studie in Auftrag gegeben, um den nutzbaren Anteil an vergärbaren Stoffen in Südtirol zu erheben.
Vorrangiges Ziel der Studie war es, die Verfügbarkeit jener vergärbaren Biomasse zu erheben, die nicht nur vorhanden , sondern auch als solche energetisch nutzbar ist.
Die unterschiedlichen Arten an Biomasse wurden in folgenden Kategorien erfasst:
- Landwirtschaftliche Erzeugnisse
- Reststoffe aus der Tierhaltung
- Reststoffe aus der Lebensmittel verarbeitenden Industrie
- Organische Fraktion des Hausmülls

Als Datengrundlage diente die Verfügbarkeit an Biomasse, welche in den Jahren 2007 und 2008 produziert wurde.

48 Biogasanlagen in Betrieb
Im Jahr 2008 waren insgesamt 48 Biogasanlagen in Betrieb. Davon arbeiteten 30 Anlagen als Landwirtschaftliche Anlagen, eine Anlage vergärte die organische Fraktion des Hausmülls und 17 Biogasanlagen vergärten Klärschlämme.
Aus der Nutzung der 16 Millionen m³ Biogas konnten 25.000 MWh Strom produziert werden. Diese Strommenge macht weniger als 1% des Gesamtverbrauchs aus.

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Das effektiv nutzbare Potential

Den Verantwortlichen der Studie ging es darum, jenes Potential an vergärbarer Biomasse zu ermitteln, welches effektiv noch nutzbar ist.
Als Erläuterung ein kurzes Beispiel: 2008 standen in Südtirols Ställen rund 116.700 Rinder GVE. Der Wirtschaftsdünger dieser Rinder fällt aber nicht nur im Stall an, sondern auch auf der Weide und während der Alpung. Dieser Wirtschaftsdünger kann also nicht zur Biogasproduktion verwendet werden, ebenso wie jener aus Tierhaltungsbetrieben mit geringen Viehzahlen bzw. entlegenen Höfen.

Das effektiv nutzbare Potential wurde über folgende Formel ermittelt:

Effektiv nutzbares Potential=
= (theoretisches Potential – bereits genutztes Potential) x Koeffizient C

Das heißt, dass vom gesamten theoretisch verfügbaren Potential jene Menge an Biomasse abgezogen werden muss, die derzeit schon genutzt wird und dann nochmals anhand von Koeffizienten jener Anteil geschätzt wird, welcher sinnvollerweise nutzbar ist.

Im Vergleich zu 2008 hat die Studie interessante Möglichkeiten der Entwicklung des Sektors aufgezeigt, immer unter Berücksichtigung des Marktes, der Transportmöglichkeiten und nicht zuletzt der gesetzlichen Vorgaben.
Die Schätzung des effektiv noch verwertbaren Biogases kann mit weiteren 35 Mio m³ angegeben werden, zusätzlich zu den bereits produzierten 16 Mio. m³. Das heißt, die aktuelle Produktion von 2008 könnte verdreifacht werden. Die dafür verfügbare Biomasse stammi hauptsächlich aus der Tierhaltung und der Lebensmittel verarbeitenden Industrie. Interessant ist die Tatsache, dass über 90% des Klärschlamms bereits über die Faultürme in den Kläranlagen zur Biogasgewinnung genutzt werden.
Aus energetischer Sicht könnten jährlich weitere 60.000 MWh an “Grüner Energie” produziert werden, welche weitere 2 Prozentpunkte des Bedarfs abdecken könnten.

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Biogasanlagen in Südtirol

Hier finden Sie die einzelnen Bilder des Albums. Um eine vergrößerte Ansicht der Bilder zu erhalten, klicken Sie in das Bild.

  • Produktion Biogas ende 2010

    Produktion Biogas ende 2010

  • Stand Biogasanlagen Jänner 2011

    Stand Biogasanlagen Jänner 2011

  • Biogasanlagen in Südtirol

    Biogasanlagen in Südtirol


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