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Was bedeutet Natura 2000 konkret?

Was bedeutet Natura 2000 für die Landbewirtschafter?

In den Natura-2000-Gebieten kann die bestehende extensive land- und forstwirtschaftliche Nutzung beibehalten werden. Natura 2000 sieht vor, die Bewirtschaftung auf die besonderen Ansprüche und Eigenschaften des Gebietes abzustimmen. Über gebietsbezogene Managementpläne sind die notwendigen Maßnahmen festgelegt worden.

Kann man in den Gebieten noch wandern?

Sanfte Formen der Erholungsnutzung sind in den Natura-2000-Gebieten weiterhin möglich. Wanderer sollen jedoch ökologisch sensible Lebensräume - zum Beispiel Moore oder Balzgebiete seltener Vögel - nicht betreten beziehungsweise die bestehenden Wege nicht verlassen.

Ist die Jagd weiterhin möglich?

Die Umsetzung von Natura 2000 betrifft die Jagd in Südtirol nur in wenigen Bereichen. Der größte Teil des derzeit jagdbaren Wilds, wie zum Beispiel Reh, Gämse und Hirsch, bleibt von den Natura-2000-Regelungen unberührt. Einschränkungen haben sich aus der Umsetzung der Vogelschutzrichtlinie ergeben. Um den EU-Bestimmungen gerecht zu werden, ist das Landesjagdgesetz vom 17. Juli 1987, Nr. 14 in Teilbereichen angepasst worden.

Können Beeren und Pilze weiterhin gepflückt werden?

Gemäß Art. 9 des Landesgesetzes vom 12. Mai 2010, Nr.6 dürfen in Natura-2000-Gebieten nur mehr Eigentümer, Pächter und Fruchtnießer sowie die mit ihnen im gemeinsamen Haushalt lebenden Personen auf den Grundstücken, über die sie verfügen, ohne Einschränkungen Pilze sammeln. Das Sammeln von Waldbeeren ist für den Eigenbedarf erlaubt.

Sind Eingriffe in den Natura-2000-Gebieten erlaubt?

Bestehende Nutzungen sind mit den Schutzinteressen abzustimmen. Die Einbindung eines Gebiets in Natura 2000 bedingt kein generelles Verbot jeglicher Nutzung. Das Vorkommen verschiedener Lebensräume und bestimmter Arten ist häufig sogar an eine angepasste kulturlandschaftliche Nutzung gebunden. Natura 2000 fördert deshalb auch Nutzungsformen, welche die Bewahrung von Lebensräumen und Arten begünstigen (siehe Landschaftspflegeprämien). Die Umsetzung der Richtlinie soll eine naturverträgliche Entwicklung in den Schutzgebieten ermöglichen.
Gemäß Artikel 6 der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie sind alle Projekte und Pläne, die ein Natura-2000-Gebiet betreffen, einer Verträglichkeitsprüfung zu unterziehen. Dabei werden sie hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Natura-2000-Schutzgüter (Lebensräume und Tier- und Pflanzenarten) geprüft. Falls erhebliche Auswirkungen auf das Schutzgebiet und dessen Schutzgüter zu befürchten sind, kann das Vorhaben nur in ganz bestimmten Fällen umgesetzt werden (Artikel 6 Absatz 3 und 4 der FFH-Richtlinie).

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(Letzte Aktualisierung: 17.02.2011)