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Inhalte des Landschaftsplans

Der flächendeckende Landschaftsschutz in Südtirol wird durch das Landesgesetz vom 25. Juli 1970, Nr. 16, geregelt. Das Gesetz definiert Schutzkategorien für Objekte von besonderem landschaftlichem Wert, die mit Beschluss der Landesregierung unter Schutz gestellt werden können. Das sind Naturdenkmäler, Weite Landstriche, Biotope, Naturparks sowie Gärten und Parkanlagen. Weiters werden allgemeine Schutzbestimmungen sowie gemeindespezifische Regelungen im Landschaftsplan festgelegt.

Die Ausweisung erfolgt in der Südtiroler Verwaltungspraxis nicht durch einzelne Beschlüsse, sondern durch Zusammenfassung der schützenswerten Gebiete und Objekte im Landschaftsplan für jeweils ein Gemeindegebiet.

Daneben unterliegen bestimmte Gebiete kraft Gesetz, also ohne spezifischen Unterschutzstellungsakt, einer landschaftlichen Bindung. Diese sind in Art. 1/bis des Landesgesetzes vom 25. Juli 1970, Nr. 16, aufgelistet:

  • die an Seen angrenzenden Flächen in einer Breite von 300 Meter;
  • die Flüsse und Bäche einschließlich der Ufer und Dämme bis zu einer Breite von 150 Meter;
  • jener Teil der Berge, der mehr als 1600 Meter über dem Meeresspiegel liegt;
  • Nationalparks, Naturparks und Naturschutzgebiete;
  • Forst- und Waldgebiete;
  • Feuchtgebiete;
  • Gebiete von archäologischer Bedeutung.

Naturdenkmäler

Als Naturdenkmäler werden einzelne natürliche Objekte ausgewiesen, die einen bedeutenden wissenschaftlichen, ästhetischen, heimat- und volkskundlichen Wert besitzen.


Weite Landstriche

Die im Gesetz festgeschriebene Schutzkategorie „Weite Landstriche" wird in der Verwaltungspraxis unterteilt in Bannzonen und Landschaftsschutzgebiete. Die gesetzmäßig festgelegte Definition lautet: "Weite Landstriche, die eine natürliche oder von Menschenhand umgeformte Landschaft, unter Einbeziehung der Siedlungen, bilden und die einzeln oder in ihrer Gesamtheit Zeugnis von Zivilisation geben."

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Bannzonen

Bei den Bannzonen handelt es sich in der Regel um offene Flächen in Siedlungsnähe, die von Bebauung freigehalten werden sollen. Durch die Bannzonen soll ein ungestörter Blick auf bestimmte Siedlungsbereiche bzw. auf natur- oder kulturhistorisch wertvolle Objekte sichergestellt werden. Die landwirtschaftliche Nutzung wird durch die Ausweisung einer Bannzone nicht beeinträchtigt.
In älteren Landschaftsplänen findet man noch häufig den Begriff „besonders schutzwürdige Landschaft". Diese Kategorie wird bei der Überarbeitung des Landschaftsplanes durch die Bezeichnung „Bannzone" ersetzt.


Bannzone in Niederdorf Bannzone bei Schloss Thurn, Gemeinde Sankt Martin in Thurn (lad. San Martin de Tor) Bannzone oberhalb Marling, Tscherms


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Landschaftsschutzgebiete

sind Gebiete von hoher landschaftlicher Schönheit, die meist aus einer traditionellen Kulturlandschaft hervorgegangen sind. Neben der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung besitzen die Gebiete eine touristische Bedeutung oder sie bieten als Naherholungsgebiete Entspannung und Erholung für die Bevölkerung der angrenzenden Talräume. Ziel ist, das vorhandene hohe Landschafts-, Natur- und Erholungspotenzial zu erhalten und die bestehenden sowie die neu vorgesehenen Nutzungen - in der Regel landwirtschaftlicher und touristischer Natur - bestmöglich mit den Schutzzielen in Einklang zu bringen.


Landschaftsschutzgebiet Rosengarten, Gemeinde Welschnofen Landschaftsschutzgebiet Radlsee-Kühberg, Gemeinde Feldthurns Landschaftsschutzgebiet Innerpfitsch, Gemeinde Pfitsch


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Biotope

Biotope sind natürliche und naturnahe Lebensräume, die teilweise auch vom Menschen geschaffen oder geprägt wurden und eine besondere ökologische Funktion auf den umliegenden Landschaftsraum ausüben. Sie dienen dem Schutz seltener oder gefährdeter Pflanzen- und Tierarten einschließlich ihrer Lebensgrundlagen und tragen so zur Vielfalt in geologischer oder landschaftlicher Hinsicht bzw. zur ökologischen Stabilität bei.

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Naturparks

Naturparks werden von einem eigenen Amt betreut. Die Flächen der Naturparks bleiben in den Landschaftsplänen ausgeklammert.

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Gärten und Parkanlagen

sind wertvolle Grünbereiche, vor allem im städtischen Bereich oder in der Nähe von Schlössern und Ansitzen. Hier sind in der Regel alle Maßnahmen verboten, die den Park gefährden könnten.


Gärten von Trautmannsdorff, Gemeinde MeranParkanlage in Sand in TaufersTappeinerweg, Gemeinde Meran


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Archäologische Schutzgebiete

sind vorgeschichtliche Siedlungsstätten, die die Geschichte unseres Landes dokumentieren. Vor Grabungsarbeiten im betroffenen Areal ist die Abteilung für Denkmalpflege zu verständigen.

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Kulturlandschaftselemente

Darunter versteht man landschaftliche Strukturelemente und Einzelobjekte von besonderem geschichtlich-kulturellem Wert wie Pflasterwege, Trockenmauern, Lesesteinwälle, Feldhecken, Flurgehölze, Wasserläufe, Holzzäune, Harpfen, Waale und Waalwege.


Alter Steinplattenweg in BarbianSchrankzaun (mancherorts auch «Sarner Bettlzaun, Knüppel-, Schräg- und Scharzaun» genannt)Trockenmauer

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Weitere Schutzbestimmungen

Die Landschaftspläne können bei Bedarf auch Regelungen für den Motorfahrzeugverkehr sowie für Sport- und Freizeitaktivitäten enthalten.


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(Letzte Aktualisierung: 04.04.2011)