Landesbeirat für Baukultur und Landschaft

Das Ziel des Landesbeirates für Baukultur und Landschaft ist die Förderung der Baukultur und die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für ortsgerechtes und landschaftsbezogenes Bauen.

Der Landesbeirat wurde mit LR- Beschluss Nr. 5104 vom 30. Dezember 2005 ins Leben gerufen. Er hat ausschließlich beratende Funktion und ist als Serviceleistung der Landesverwaltung für den privaten und öffentlichen Bauwerber sowie der Genehmigungsbehörde auf Gemeinde- und Landesebene konzipiert. Die Beratung ist freiwillig, kostenlos und durch ein hochkarätig besetztes Fachgremium besetzt. Die Stellungnahmen des Landesbeirates stellen keine Vorschrift dar, sondern gelten als Anregungen für die Weiterentwicklung des Projektes.

Die Kompetenzen und Aufgaben der rechtskräftigen Entscheidungs- bzw. Begutachtungsgremien sowie die entsprechenden Genehmigungsverfahren bleiben dabei voll aufrecht.

Organisation und Aufgaben

Die Beratung soll möglichst in einer frühen Planungsphase (Projektentwurf) beantragt werden. Dadurch können konkrete Anregungen für das Baukonzept und die Einbindung in das Orts- und Landschaftsbild frühzeitig und damit kostengünstiger für den Bauwerber in das Projekt einfließen.

Die Aufgaben des Landesbeirates können wie folgt zusammengefasst werden:

  • Beratung und Unterstützung der Bauwerber und Baubehörden aufgrund freiwilliger Nachfrage;
  • neutrale, qualifizierte Stellungnahme zu ausgewählten Bauanträgen;
  • Anregungen zur Gesamtkonzeption von Bauprojekten.

Die Anfrage um Beratung wird an das Sekretariat des Amtes für Gemeindeplanung, E-Mail gemeindeplanung@provinz.bz.it, gestellt. Hier finden Sie die einzureichenden Unterlagen.

Der Landesbeirat tagt bei Bedarf, in der Regel alle zwei Monate, und berät den Bauwerber in Anwesenheit des Projektanten mündlich. Zwecks baurechtlicher und landschaftsbezogener Information kann auch der Direktor des Amtes Gemeindeplanung oder ein zuständiger Landessachverständiger für Landschaftsschutz teilnehmen. Abschließend gibt der Landesbeirat eine schriftliche Stellungnahme ab.

Beratungstermine 2020

Der Landesbeirat steht 2020 an folgenden Tagen privaten und öffentlichen Bauwerbern sowie den Behörden in Gemeinde und Land aufgrund freiwilliger Anfrage für eine Beratung zur Verfügung:

  • 6. Mai 2020
  • 10. - 11. Juni 2020

Projekte zur Begutachtung

Es werden jene Projektvorhaben begutachtet, die aufgrund ihrer Größe und/oder ihres Standortes relevante Auswirkungen auf das Orts- und Landschaftsbild haben.

Der private und öffentliche Bauwerber stellt die Anfrage um Beratung nach Sichtung durch die Abteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung, die die Auswahl nach den Bewertungskriterien vornimmt; die Baubehörden (Gemeinde, Landesbehörde für Landschaftsschutz) unter Einhaltung der gesetzlich vorgesehenen Fristen und nach Verständigung des Bauwerbers. Um die Einhaltung dieser Fristen (60 Tage) zu gewährleisten, ist der Landesbeirat möglichst frühzeitig damit zu befassen. Angestrebt wird die Behandlung von Seiten des Landesbeirats vor der Begutachtung durch die Gemeindebaukommission bzw. der Landschaftsschutzkommission. Bei laufenden Rekursverfahren kann die Beratung durch den Landesbeirat nicht beansprucht werden.

Bewertungskriterien

Jedes Projekt hat seine eigenen Erfordernisse und jeder Bauplatz seine besonderen Merkmale. Jede Bauaufgabe wird daher vom Landesbeirat für Baukultur und Landschaft einzeln analysiert und bewertet. Es gibt allerdings eine Reihe von Aspekten, die besonders wichtig sind und in der Projektbewertung immer wiederkehren:

Ortsentwicklung und Vermeidung von Zersiedelung:
Bestehende Bebauungsgebiete sollen verdichtet werden, um eine weitere Zersiedelung zu vermeiden.
Einbindung in den natürlichen und in den gebauten Kontext:
Eine ortsbezogene, gute Planung zeichnet sich durch möglichst geringe Geländeveränderungen aus – wenige Mauern und geringe Aufschüttungen.
Proportionen, Volumen und Maßstäblichkeit der Baukörper:
Die Größe des Baukörpers ist abgestimmt auf die Grundstücksform und die Gebäude der Nachbarschaft.
Erschließung von Grundstücken:
Die Erschließung erfolgt mit möglichst geringem Flächenverbrauch.
Raumbildungen, Außenräume:
Auf die Gestaltung und Qualität der Außenräume zwischen den Baukörpern ist besonders zu achten.
Materialwahl:
Es werden möglichst ortsbezogene Materialien in zeitgenössischer Interpretation verwendet.
Formale Gestaltung:
Einfache, klare Grundformen mit Bezug zur Bautradition sind wahllos zusammen gewürfelten Stilelementen oder spektakulären Kontrastbauen vorzuziehen.