Artenreiche Bergwiesen

Artenreiche Bergwiesen

Definition

Definition
Artenreiche Bergwiese

Artenreiche Bergwiesen sind extensiv bewirtschaftete Wiesen, die im Vergleich zu den Magerwiesen besser mit Nährstoffen versorgt sind.

Die normalerweise relativ späte Nutzung in Verbindung mit einer mäßigen Nährstoffversorgung ermöglicht es einer großen Vielfalt an Pflanzenarten, in diesen Wiesen zu gedeihen. Die Artenanzahl liegt zwischen 30 und 50 Pflanzenarten.

Ziel

Die artenreichen Bergwiesen sind durch Planierung, frühe Mahd, Erhöhung der Schnittfrequenz und erhöhte Düngung sowie - bei Nasswiesen - durch Entwässerung gefährdet.

Die Erhaltung der artenreichen Bergwiesen wird nur durch die Beibehaltung der traditionellen extensiven Nutzung (gezielter Einsatz einer mäßigen Düngung und reduzierte Schnittfrequenz) ermöglicht.

Zugangsvoraussetzungen

Zugangsvoraussetzungen
Artenreiche Bergwiese

Die Fläche muss die floristische Zusammensetzung einer artenreichen Bergwiese aufweisen.

Die prämienberechtigte Fläche wird vor dem Erstansuchen festgestellt; der Begünstigte muss aber dafür sorgen, dass die Flächen für welche die Prämie beantragt wird den Charakter einer artenreichen Bergwiese für mindestens 5 Jahre beibehalten.

Die Zugangsvoraussetzungen werden jährlich auf 5% der Prämienflächen kontrolliert.

Verpflichtungen

  • Die Fläche darf in keiner Weise verändert werden, weder durch Planierungen noch durch andere Eingriffe. Die Abteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung kann kleinflächige Meliorierungen genehmigen sofern der Charakter einer artenreichen Bergwiese erhalten bleibt.
  • Eine Düngung mit Mist ist erlaubt; es darf kein mineralischer Dünger, kein Flüssigdünger (Gülle und Jauche), kein Klärschlamm und kein anderes Düngemittel ausgebracht werden.
  • Die Wiese muss mindestens alle zwei Jahre gemäht und vom Mähgut geräumt werden.

Bewirtschaftungsempfehlungen

Bewirtschaftungsempfehlungen
Türkenbund-Lilie in artenreicher Bergwiese im Naturdenkmal Buckelwiesen, Welschnofen

Um zu gewährleisten, dass die floristische Zusammensetzung der artenreichen Bergwiesen erhalten bleibt ist es entscheidend, die an die Gewährung der Prämie gekoppelten Verpflichtungen einzuhalten.

Zudem muss auf eine Beweidung im Frühling und Frühsommer unbedingt verzichtet werden, da diese die typischen Weidearten fördert und die sensiblen Wiesenarten verdrängt. Lediglich eine extensive Nachweide ab Ende August kann toleriert werden, da sie den Charakter der Wiesenbestände nicht wesentlich beeinträchtigt.

Auch auf eine erhöhte Düngung muss verzichtet werden, da sie den Pflanzenbestand verändert. Es entstehen artenarme Fettwiesen oder, bei übertriebener Düngung, verunkrautete Bestände in denen auch der Futterwert stark zurückgeht.

Eine angemessene und bestandserhaltende Düngung von artenreichen Bergwiesen wird durch die Verwendung von gut verrottetem Stallmist in der Größenordnung von ca. 10 t/ha im Laufe von drei Jahren gewährleistet.