Kartografisches Namensgut der Landesverwaltung

Prämisse
Wie bekannt, besteht die offizielle Kartografie der Autonomen Provinz Bozen, als einzige im nationalen Panorama, aus stummen Karten. Der Grund ist auf das Fehlen einer bezüglichen landesspezifischen Norm zurückzuführen. Das geltende Autonomiestatut schreibt in der Tat der Autonomen Provinz die Ausübung der legislativen Gewalt, in Harmonie mit der italienischen Rechtsordnung, im Bereich der Toponomastik zu.

Das Namengut wurde bereits Anfang der 1960er aus den Karten entfernt, womit so genannte stumme Karten entstanden, was das Kartenlesen und die Karteninterpretation stark beeinträchtigt. Die Beschriftung einer Karte, zusammen mit anderen kartografischen Elementen, wie z.B. die administrativen Grenzen, obwohl in der Natur nicht erkenntlich, sind für eine korrekte Karteninterpretation unentbehrlich.

Das Namensgut bildet für traditionelle analoge Karten ein wesentliches Element, genauso, wenn nicht mehr, auch für moderne digitale Karten. Vor allem in diesem Bereich scheint die Ausstattung der Karten mit dem Namensgut ein nicht weiter aufschiebbares Bedürfnis zu sein.

Offizielle staatliche Kartografie
Mit dem Gesetz vom 2. Februar 1960, Nr. 68, “Richtlinien zur offiziellen Staatskartografie und zur Disziplin der Produktion sowie der terrestrischen und hydrografischen Erhebungen“, mit welchem die vom Istituto Geografico Militare (IGM) herausgegebene „Carta topografica d’Italia“ (topografische Karte Italiens) als offizielle staatliche Karte erklärt wurde, womit auf die darin enthaltene Toponomastik derselbe offizielle Charakter ausgedehnt wurde.
Die vom IGM in verschiedenen Maßstäbe (1:100.000, 1:50.000 und 1:25.000) produzierten Karten verfügen über entsprechende Namendatensätze, um die angemessene Dichte des Namensgutes des jeweiligen Maßstabes zu gewährleisten; es ist verständlich, dass eine zu niedere oder zu hohe Dichte der Toponyme (die angemessene durchschnittliche Dichte beträgt zirka 10 Toponyme/km²) die Lesbarkeit der Karte beeinträchtigen würde.
Der nationale Datensatz (alle Daten werden bereits als digitale Daten verwaltet), mit der höchsten Anzahl an Informationen, ist der für die vom IGM im größten Maßstab produzierten Karten, nämlich die so genannten „tavolette“ 1:25.000, welche bezüglich unserer Provinz insgesamt zirka 11.000 Toponyme enthalten.

Landeskartografie
Nachdem der Bezugsmaßstab (1:5.000) der Landeskartografie größer als jener der Karten des Istituto Geografico Militare (1:25.000) ist, kann durch eine einfache Übertragung des gesamten Datensatzes der nationalen Toponyme in die Landeskarten die oben erwähnte und gewünschte Dichte nicht gewährleistet werden (die Dichte würde bei zirka 1,5 Toponyme/km² liegen). Es ist also notwendig, zu Gunsten der besseren Lesbarkeit der Karten, den offiziellen Datensatz des IGM dahingehend durch die Hinzunahme weiterer Toponyme zu integrieren, damit die gewünschte Dichte des Namensgutes gewährleistet werden kann.

Projekt „Die Flurnamen Südtirols“
Die zur Integration der offiziellen Toponyme heranzuziehenden Namen stammen aus dem 2015 vorgestelltem Projekt „Die Flurnamen Südtirols“, welches aus einem mit über 176.000 bestehenden geografischen Namen die gesamte Provinz deckendes Archiv besteht. Diese Namen sind das Ergebnis einer 1997 von Seiten der Universität Innsbruck begonnen und in der Folge vom Landesarchiv und vom Naturmuseum Bozen weitergeführten Erhebung.
Oben erwähntes Archiv wird in Zusammenarbeit zwischen dem Naturmuseum und dem Dienst der Landeskartografie und Koordination der Geodaten konstant aktualisiert und gepflegt.

Kartografisches Namensgut der Landesverwaltung
Um eine genügend dichte Sammlung der Toponyme für die Beschriftung der Landeskartografie zu gewährleisten, wurden dem Datensatz des IGM (zirka 11.000 Toponyme) die entsprechenden und die relevantesten Namen aus dem Datensatz „Die Flurnamen Südtirols“ (zirka 75.000) hinzugefügt.
Der auf diese Art und Weise entstandene Datensatz, mit insgesamt zirka 86.000 Toponymen, entsprechend klassifiziert (in den Kategorien Orografie, Hydrografie, räumliche Einheiten und Siedlungsgebiete) und hierarchisiert (gemäß der geografischen Relevanz), gewährleistet die angemessene durchschnittliche Dichte von 11 Toponyme/km².

Der Datensatz
Der Datensatz wird als Shapefile ausgehändigt. Der Stand der darin enthaltenen Flurnamen ist vom 12. März 2018. Die Struktur des Shapefiles lässt sich aus den unten angeführten Metadaten entnehmen.
Wichtig!
Nachdem die Namen etliche Sonderzeichen enthalten, muss, damit diese korrekt angezeigt werden, die Systemkodifizierung auf UTF-8 eingestellt werden.