Naturdenkmäler

Naturdenkmäler
Naturdenkmal und Unesco Welterbe Bletterbach, Aldein

Naturdenkmäler sind einzelne natürliche Objekte wie zum Beispiel Bäume, Quellen, Wasserfälle, naturbelassene Bachläufe, Bergseen, Fels- und Gletscherbildungen, Höhlen, Mineral- und Fossilvorkommen und geologische Aufschlüsse, die wegen ihrer Eigenart und Seltenheit oder ihres landschaftsprägenden Charakters erhaltenswürdig sind.

Eine aktuelle Übersicht über die Naturdenkmäler Südtirols finden Sie unten im Abschnitt Geschützte Naturdenkmäler in Südtirol.

Im Landbrowser finden Sie die grafische Abgrenzung und eine Beschreibung zu den Naturdenkmälern.

Botanische Naturdenkmäler

Botanische Naturdenkmäler
Mammutbäume in Fennhals (Kurtatsch)

Mammutbäume in Fennhals (Gemeinde Kurtatsch)

Die fünf Mammutbäume an der Straße nach Fennberg beherrschen mit ihrer imposanten Gestalt die Landschaft beim Bergansitz Fennhals. An der Straße nach Fennberg (Externer Link), etwa 300 Meter nach dem Ansitz Fennhals, steht oberhalb der Straße eine Gruppe von fünf Bäumen.

Sie sind 35 bis 40 Meter hoch, haben einen Umfang bis 4,5 Meter und sollen im Jahr 1898 anlässlich des 50jährigen Jubiläums der Kaiserkrönung von Franz Josef gepflanzt worden sein. Ihr Alter wäre demnach gut 100 Jahre.

Urlärchen (Gemeinde Ulten)
Naturdenkmal "Urlärchen", Ulten (Foto: Othmar Seehauser)

Urlärchen (Gemeinde Ulten)

Wenige Minuten nach Verlassen der Talstraße, kurz vor St. Gertraud in Ulten, stehen bei den „Außerlahner Höfen“ die wohl beeindruckendsten und ältesten Baumnaturdenkmäler Südtirols: die drei Ultner Urlärchen (Externer Link).

Bei einem Exemplar, das 1930 vom Wind umgerissen wurde, sind an die 2000 Jahresringe gezählt worden. Diese Lärche hatte einen Umfang von 7,80 Meter. Die dickste Lärche erreicht einen Umfang von 8,20 Meter und eine Höhe von 28 Meter. Im hohlen Stamm einer der Urlärchen können mehrere Personen auf einer kleinen Bank Platz nehmen.

Weinrebe (Gemeinde Tisens)
Naturdenkmal "Rebe bei Schloss Katzenzungen", Tisens (Foto: Othmar Seehauser)

Weinrebe (Gemeinde Tisens)

Am Fuß des Ansitzes „Katzenzungen“ (Link esterno) in Prissian bei Tisens wurzelt eine Rebe mit gewaltiger Flächenausdehnung.

Sie wird als die größte Weinrebe Europas bezeichnet und bedeckt mit ihren weitreichenden Armen 350 Quadratmeter Boden. Das Alter der riesigen Rebe mit ihrem baumstarken Stamm wird von den Fachleuten auf rund 350 Jahre und älter geschätzt, sie zählt damit zu den ältesten Rebstöcken Europas.

Ihr Wachstum ist trotz des Alters immer noch rege. In guten Jahren können 700 Kilogramm Trauben geerntet werden. Der Wein der Riesenrebe (Sorte „Versoaln“ (Link esterno)) ist ein weißer Tafelwein von grünlich-gelber Farbe, zartblumigem Geruch und trocken-fruchtigem Geschmack.

Geologische Naturdenkmäler

Geologische Naturdenkmäler
Naturdenkmal und Unesco Welterbe Bletterbach, Aldein (Foto: Othmar Seehauser)

Bletterbachschlucht (Gemeinde Aldein)

Ein beeindruckendes Natur- und Landschaftserlebnis bietet die Bletterbachschlucht (Link esterno) zwischen den Ortschaften Aldein und Radein. Auf einer Strecke von 12 Kilometern und einem Höhenunterschied von 2000 Metern grub sich der Bletterbach in den Fels und zeigt in einem phantastischen geologischen Aufschluss die Abfolge der Gesteinsschichten.

Fossilien, verkohltes Holz und Gipsablagerungen erzählen von Jahrmillionen dauerndem Leben in Oasen, Lagunen und Meeren. Senkrechte Felswände säumen das teilweise nur wenige Meter breite Bachbett. Ein Wasserfall ergießt sich über die so genannte Cephalopodenbank (Link esterno) ins „Butterloch“. Am Ende des Canyons erhebt sich eine 600 Meter hohe Wand zum Gipfel des Weißhorns (Externer Link).

Ein eigenes Informationszentrum (Link esterno) und ausgeschilderte Lehrwege ermöglichen ein erlebnisreiches Eintauchen in 300 Millionen Jahre Erdgeschichte.

Der Bletterbach ist Teil des Dolomiten UNESCO Welterbe.

Erdpyramiden (Gemeinde Ritten)
Erdpyramiden, Ritten (Foto: Othmar Seehauser)

Erdpyramiden (Gemeinde Ritten)

Bis zu 30 Meter ragen die höchsten Erdpyramiden Europas aus der Finsterbachschlucht, dem Rivellaungraben und dem Gasterergraben am Ritten empor. Sie sind aus dem Lockermaterial eiszeitlicher Moränen herausgewittert. Eiszeitfindlinge (Externer Link) dienen den Türmen als Deckplatte. Wo ein Felsblock den Schutt vor Regen schützte, wurde er nicht ausgespült. Ist der Deckstein abgestürzt, so verwittert die Erdpyramide rasch. Diese bizarren Erosionsformen gelten als naturkundliche Besonderheit allerersten Ranges.

Schöne Erdpyramiden (Externer Link) befinden sich außerdem auch bei Steinegg, Kuens und Percha.

Hexensessel und Hexenstühle (Gemeinde Kastelruth)
Sagenumwobenes Naturdenkmal "Hexensessel", Kastelruth (Foto: Othmar Seehauser)

Hexensessel und Hexenstühle (Gemeinde Kastelruth)

Das sagenumrankte Naturdenkmal am äußersten Westrand des Puflatsches (Externer Link) auf der Seiser Alm besteht aus fünfeckigen Augitporphyritsäulen (Externer Link) in der Form eines Doppelsitzes. Die so außergewöhnlich genau für zwei Personen passenden Maße von Arm- und Rückenlehnen, Sitz- und Fußflächen machen den „Hexensessel“ von Puflatsch wohl einzigartig in den ganzen Alpen.

Entgegen der landläufigen Meinung dürfte diese Felsformation jedoch durchaus natürlichen Ursprungs sein. Die so genannten „Hexenstühle“ befinden sich oberhalb Tiosels bei Kastelruth (1378 Meter). Es handelt sich um einen auffällig gespaltenen Kalkstein in Sesselform. Der Doppelsteinsitz aus Dolomit (Externer Link) ist zirka einen Meter hoch und an Seiten- beziehungsweise Rückwand moosbewachsen.

Dei Hexenstühle sind als sagenumwobene urgeschichtliche Sehenswürdigkeit allgemein bekannt.

Schluchten in St. Felix (Gemeinde Unsere Liebe Frau im Walde – St. Felix)
Naturdenkmal Koflertalschlucht, U. l. Frau im Walde - St. Felix

Schluchten in St. Felix (Gemeinde Unsere Liebe Frau im Walde – St. Felix)

Die Gemeinde Unsere Liebe Frau im Walde - St. Felix am Deutschnonsberg ist reich an geologischen Naturdenkmälern, die mit Karstbildungen zusammenhängen. Schluchten, Höhlen und Dolinen sind in dieser Ausprägung und Häufigkeit für Südtirol einzigartig.

Beidseitig von steil abfallenden Kalkwänden sind die Koflertal-, Höllental- und die Wassertalschlucht begrenzt. An einigen Stellen beträgt die Breite nur wenige Meter.

Hydrologische Naturdenkmäler

Hydrologische Naturdenkmäler
Natudenkmal Gilfenklamm, Ratschings (Foto: Othmar Seehauser)

Gilfenklamm (Gemeinde Ratschings)

Am Ausgang des Ratschingstales verschwindet der Bach in der rund 50 Meter tiefen und etwa 400 Meter langen, in den weißen Ratschingser Marmor geschnittenen Gilfenklamm (Externer Link). Im Mittelteil stürzen die Wassermassen durch einen schmalen Schlund 15 Meter in das tief ausgekolkte Fallbecken.

Durch ein rund drei Meter hohes und knapp zwei Meter breites Felsloch - im Volksmund allgemein als „Kirche“ bezeichnet - verlässt das Wasser diese eindrucksvollste Stelle der Gilfenklamm.

Ein Schluchtweg mit Aussichtsbrücken gewährt atemberaubende Tiefblicke.

Reinbachfälle (Gemeinde Sand in Taufers)
Natudenkmal Reinbachfälle, Sand in Taufers (Foto: Othmar Seehauser)

Reinbachfälle (Gemeinde Sand in Taufers)

Die Reinbachfälle (Link esterno) in der Tobelschlucht am Eingang des Reintales eröffnen mit einem tosenden Präludium die beeindruckende Landschaftssymphonie des Naturparks Rieserferner-Ahrn.

Die imposanten Wasserstürze sind die wohl bekanntesten Südtirols: In einer in das Granitgestein geschnittenen, engen Felsschlucht überwindet der reißende Wildbach in fünf Kaskaden einen Höhenunterschied von 170 Metern.

Saldurseengruppe (Gemeinde Mals)
Natudenkmal Saldurseengruppe, Mals (Foto: Othmar Seehauser)

Saldurseengruppe (Gemeinde Mals)

Die Saldurseen liegen westlich des vergletscherten Saldurkammes im inneren Tal von Matsch im Vinschgau (Link esterno) in der Gemeinde Mals (Link esterno).

Zwischen 2747 und 2922 Meter hoch gelegen, sind diese Seen die höchstgelegenen von Südtirol.

Geschützte Naturdenkmäler in Südtirol

In dieser Liste finden Sie alle geschützten Naturdenkmäler Südtirols (Stand 28.03.2018).