Wälder

Wälder
Bergwald (Fichte, Lärche)

Waldgesellschaften sind Ausdruck eines äußerst reichhaltigen ökologischen Kontextes.

Sie stellen im temperaten Klima der gemäßigten Zone oft die Klimax-Phase (Externer Link) eines Ökosystems (Externer Link) dar, d.h. sie befinden sich im größten ökologischen Gleichgewicht. In den Alpen und somit auch in Südtirol wurde der Wald seit jeher vom Menschen genutzt. Er wurde in Wiesen und Weiden umgewandelt, die heute nicht nur vom Tourismus als Landschaftselemente sehr geschätzt werden, sondern auch eine tief verwurzelte Komponente der alpinen Identität darstellen.

Besonders in höheren Lagen hat der menschliche Einfluss kaum nennenswerten Einfluss auf die floristische Zusammensetzung ausgeübt. Allerdings ist in den Weiden der Hochlagen die Lärche gegenüber der Zirbe bevorzugt worden, was dazu geführt hat, dass heute die aktuelle Verbreitung der Lärchen-Zirbenwälder (im Verhältnis zu den reinen Lärchenbeständen) nicht ihrer potentiellen Verbreitung entspricht.

Ebenso wurde die Tanne in der Regel zugunsten der Fichte benachteiligt, indem der Mensch auf Umweltfaktoren Einfluss nahm, die die Konkurrenzkraft zwischen den Arten verschoben.

Die Laubwälder der kollinen und untermontanen Höhenstufe (Externer Link) wurden ebenfalls stark anthropogen (Externer Link) verändert. Sieht man von Aufforstungen oder der Ausbreitung von robinien- bzw. götterbaumreichen Beständen ab, sind die Wald-Typen der unterschiedlichen Bereiche nichtsdestotrotz noch gut zu erkennen.

Auch die Artenvielfalt in den Wäldern ist noch weitgehend erhalten. Problematischer wird es in den Talniederungen: Dort ist die ursprüngliche Waldvegetation völlig von Intensivkulturen abgelöst worden und nur wenige Auwald-Relikte haben sich in Form geschützter Biotope erhalten.

Die Beschreibung einzelner Wald-Lebensräume folgt weitestgehend der Klassifizierung der Waldtypen der Provinz Bozen (Waldtypisierung Südtirol, Autonome Provinz Bozen, Abteilung Forstwirtschaft, 2010). Einige seltene Typen mit genauer Entsprechung zu Natura-2000-Habitaten wurden aufgrund ihres ökologischen und naturkundlichen Wertes getrennt behandelt.