Landschaftsplanerische Instrumente auf Gemeindeebene

Landschaftsplanerische Instrumente auf Gemeindeebene

Landschaftsinventar

Das Landschaftsinventar bietet Basisinformationen über Natur und Landschaft für weiterführende Planungen, für die Projektbegutachtung und für Renaturierungsvorhaben.

„Nur was man kennt, schätzt man" - in Landschaftsinventaren werden innerhalb der intensiv bewirtschafteten Kulturlandschaft alle naturnahen Landschaftselemente erfasst: Kleinstrukturen wie Hecken, Bäume, Flurgehölze, Gräben, Gewässerufer, Trockenmauern, Lesesteinhaufen, Trockenrasen, artenreiche Wiesen und Krautfluren und ähnliches. Das Inventar kann auch auf landschaftsprägende bäuerliche Kulturobjekte wie alte Mühlen, Bildstöcke, Heuschupfen, Holzzäune, Pflasterwege usw. ausgedehnt werden.

Das von der Gemeinde beauftragte Erhebungsteam trägt die Landschaftselemente in eine Karte ein, beurteilt vor Ort den ökologischen und landschaftsprägenden Wert, die floristische Zusammensetzung sowie den Zustand und schlägt konkrete Maßnahmen für Erhalt, Pflege und Aufwertung vor.

Die Ergebnisse werden in ein vom Amt für Landschaftsökologie bereitgestelltes Informationssystem eingegeben. Dieses besteht aus einer Datenbank, einer fotografischen Dokumentation und einer digitalen Kartografie. Alle gewünschten Informationen über die erfassten Landschaftselemente können so einfach und schnell abgefragt und dargestellt werden.

Landschaftsinventare bewirken keine zusätzliche landschaftliche Unterschutzstellung der erhobenen Elemente - für die Gemeinde und für Projektanten sind sie hingegen eine nützliche Dokumentation des gegenwärtigen Zustandes der Landschaft; wichtige Grundlage für die Erstellung von Plänen und Konzepten zur Entwicklung und Aufwertung der Landschaft und wertvolle Entscheidungshilfe bei Genehmigungsverfahren.

Grünordnungsplan

Ein Grünordnungsplan für Siedlungsbereiche als Teil von Durchführungs- und Wiedergewinnungsplänen beinhaltet alle erforderlichen Schutz-, Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen für unversiegelte Flächen (Grünbestand, Bodenentsiegelung, Regenwassernutzung). Wesentlicher Bestandteil des Grünordnungsplans sind die Aspekte der Freiraumplanung, wie Geh- und Radwege, Spiel- und Erholungsflächen sowie Verkehrsberuhigung, die die Wohnqualität maßgeblich beeinflussen.

Kulturlandschaftsprogramme

Durch Kulturlandschaftsprogramme werden Maßnahmen für die Pflege und Entwicklung von Kulturlandschaften erarbeitet, beispielsweise für Heckenlandschaften, Lärchenwiesen oder Almen. Sie können aber auch Maßnahmen zur landschaftsökologischen Aufwertung von intensivem Grünland oder Obstkulturen enthalten. Kulturlandschaftsprogramme werden in Zusammenarbeit mit den betroffenen Verbänden erstellt.

Landschaftspflegerischer Begleitplan

Bei größeren baulichen Eingriffen ist die landschaftsgerechte Ausführung durch einen landschaftspflegerischen Begleitplan zu gewährleisten. Derartige Pläne sollen projektbezogen Maßnahmen festlegen, um die Landschaftsverträglichkeit technischer Bauvorhaben zu steigern. Für die Durchführung der Arbeiten wird eine ökologische Bauleitung eingerichtet.