Amt für Landschaftsökologie
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Von der Natur - zur Kulturlandschaft
Kulturlandschaftsförderung


Von der Natur - zur Kulturlandschaft
 

Nach dem Abschmelzen der Eiszeitgletscher vor rund 12.000 Jahren ist der Mensch langsam in die unberührte Naturlandschaft vorgedrungen. Jahrtausendelang hinterließen Jäger und Sammler in geringer Anzahl kaum bleibende Spuren. Erst Viehzüchter und Ackerbauer gestalteten verstärkt die Naturlandschaft um. Spätestens im Hochmittelalter war der wirtschaftende Mensch bereits bis in die Almregion hinauf in nahezu allen Lebensräumen präsent.

Als unberührte Naturlandschaft kann man heute in der Regel nur mehr Gletscher, unproduktive Felsregionen und unzugängliche Schluchten bezeichnen.
Relativ naturnahe sind die Almen über der Waldgrenze und der Wald. Wo der Mensch jedoch mit Feuer und Axt den ursprünglichen Wald gerodet hat, sind völlig neue Landschaften und Lebensräume entstanden.

Die geringen zur Verfügung stehenden Hilfsmittel, eine in Jahrhunderten ausbalancierte Kreislaufwirtschaft und die auf Selbstversorgung ausgerichtete Mischkultur ließen eine Vielfalt artenreicher Lebensgemeinschaften entstehen. So sind praktisch alle Wiesengesellschaften unterhalb der Waldgrenze ein Produkt menschlichen Wirtschaftens. Das vielfältige Bild der Kulturlandschaft wurde zusätzlich durch die charakteristische Höfearchitektur bereichert, die aus bodenständigen Baumaterialien entstand, aber auch durch Almschupfen, Trockensteinmauern, Steinplattenwege, Wasserwaale, Holzzäune, Hecken, Bildstöcke usw.

Jahrtausendelang hat der wirtschaftende Mensch die Vielfalt der Natur und Landschaft erhöht. Ab der Mitte des 20. Jahrhunderts ist jedoch infolge der Intensivierung der Landwirtschaft auch in Südtirol eine Trendwende eingetreten. Intensivierung, Meliorierung, Ausräumung, Spritzungen und Monokultur haben die Kulturlandschaft stellenweise in eine "Kunstlandschaft" umgewandelt, die nur mit Maschinen-, Energie- und Chemieeinsatz stabilisiert werden kann und immer weniger Tieren und Pflanzen Lebensraum und dem Menschen weniger Erholungsraum bietet.


Kulturlandschaftsförderung


Landschaftspflegeprämien

Während ursprüngliche Naturlebensräume auch allein durch Schutzmaßnahmen erhalten werden können, ist für den Weiterbestand von Kulturlandschaften die althergebrachte Bewirtschaftung oder Pflege unerläßlich. Der erhöhte Arbeitsaufwand bzw. der Minderertrag bei extensiver Bewirtschaftung wird deshalb durch Landschaftspflegeprämien abgegolten.

Die von der Abteilung Natur und Landschaft verwalteten "Flächenprämien" betreffen hauptsächlich extensive artenreiche Wiesen und Hecken. Weitere landschaftsrelevante Prämien für die Alpung werden von der Abteilung Forstwirtschaft, Prämien für Rebflächen in Steillagen vom Amt für Obst- und Weinbau verwaltet.

Landschaftspflegebeiträge

Die Erhaltung, Restaurierung und Pflege von Einzelobjekten in der Kulturlandschaft wie Schindeldächer, Holzzäune, Trockenmauern, Pflasterwege, Waale, Bildstöcke, Mühlen wird von der Abteilung für Natur und Landschaft durch Landschaftspflegebeiträge gefördert.

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