Internetportal "Ladiner in der Welt" vorgestellt

LPA - Über ein eigenes Internetportal können Ladiner außerhalb Südtirol, Trient und Belluno künftig die Geschehnisse in den ladinischen Gemeinden mitverfolgen und über ein Forum auch mit den Ladinern rund um den Sellastock in Kontakt treten. Ladinerlandesrat Florian Mussner hat das Webportal "Ladiner in der Welt" heute, 12. August, gemeinsam mit den bekannten Ladinern Giorgio Moroder, Richard Agreiter und Sandra Alverà in Bozen vorgestellt.

LR Mussner: "Das Webportal soll wesentlich zur Pflege der ladinischen Sprache und Kultur beitragen" (FOTO:LPA/Pertl) v.l.n.r.: Mussner, Moroder

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„Ladins tl monn“ (Ladiner in der Welt) nennt sich das Kulturprojekt, das die Identität der Ladiner stärken soll. Mehrere tausend Ladiner leben aufgrund ihrer Arbeit, Familiensituation oder der politischen Ereignisse außerhalb von Südtirol, Trient und Belluno. „Durch das Webportal bekommen sie die Möglichkeit den rund 30.000 Ladinern in ihrer Heimat wieder näher zu rücken, Kontakte aufzubauen, sich über Aktuelles zu informieren und kurzum ihre ladinischen Wurzeln zu pflegen und ihre ladinische Identität zu leben“, erklärte Ladinerlandesrat Mussner, auf dessen Initiative das Internetportal eingerichtet wurde. Jeder, der das Internetportal nutze, könne zum Botschafter der Ladiner und der ladinischen Kultur werden, unterstrich Mussner. Voraussichtlich ab Oktober sollen auf der Webseite auch die neuesten ladinischen Nachrichten aus der ladinischen Zeitschrift „Usc di Ladins“ und der RAI-Nachrichtensendung „Trail“ einsehbar sein, kündigte Mussner an.

Gleich mehrere prominente Ladiner im Ausland unterstützen das Projekt, an dem sich auch die Provinzen Belluno und Trient beteiligen. Der weltbekannte Komponist und Oskar-Preisträger Giorgio Moroder, betonte er freue sich schon darauf, nicht nur deutsche und italienische, sondern auch ladinische Nachrichten aus seiner Heimat zu lesen. Zudem biete das Webportal eine wunderbare Möglichkeit sich mit Ladinern zu vernetzen und über Entwicklungen zu diskutieren. Auch der Künstler Richard Agreiter sagte, er sei mit seiner Heimat tief verbunden, weshalb das Forum für die Ladiner in der Welt für ihn zweckmäßig und hilfreich sei.

Sie werde das Projekt soweit möglich auch auf europäische Ebene vorantreiben, weil es so wertvoll für die ladinische Minderheit sei, unterstrich die in Brüssel arbeitende Informatikerin Sandra Alverà. Von Seiten der ladinischen Gemeinden gebe es ebenfalls großen Zuspruch für das Webportal, betonte Bruno Senoner, der Bürgermeister von St. Christina. „Wir sind stolz auf unsere Landsleute in der Welt und wollen so das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken“, sagte Senoner.

„Die Webpotral für die Ladiner in der Welt ist dynamisch – die Nutzer können selbst Texte, Bilder und Filme hineinstellen“, erklärte Alexander Picolruaz, der das Projekt koordiniert. Jeder könne sich unter www.ladinstlmonn.org einloggen und mit anderen Ladinern Kontakt aufnehmen, sich über wichtige Themen austauschen oder gemeinsame Veranstaltungen organisieren, so Picolruaz. Wesentlich ist laut Picolruaz beim Webportal das Prinzip der gegenseitigen Hilfe, neben dem Informations- und Meinungsaustausch soll es in diesem Sinne auch konkrete Hilfestellungen beispielsweise bei der Suche von Arbeit oder Wohnung geben.

SAN

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