St. Florian in Laag erstrahlt in neuem Glanz

LPA - Unter der Leitung des Landesamtes für Bau- und Kunstdenkmäler ist die Kirche St. Florian bei Laag im Unterland restauriert worden. Die Kosten für die Reparaturarbeiten am Dach, die Ausbesserungsarbeiten am Putz und an den Sandsteineinfassungen sowie die konservatorischen Eingriffe an den Wandmalereien sind zu 70 Prozent vom Land getragen worden.

Eine Außenansicht des restaurierten Komplexes.

Die Kirche St. Florian, einer der bedeutenden romanischen Sakralbauten des Unterlandes war immer wieder Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen und kunsthistorische Forschungen. 1189 erstmals erwähnt, gehörte sie zum ehemaligen Hospiz, das für Reisende und Pilger nach Rom und ins Heilige Land Schutz und Unterkunft bot. Anfänglich sehr wohlhabend, verfiel das Hospiz um die Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert zusehends und wurde 1317 von Bischof Heinrich aufgehoben und dem Kloster St. Michael einverleibt.

Das Langhaus der Kirche mit vermauertem Südeingang datiert in das 12. Jahrhundert, während das hohe Chorquadrat mit der halbkreisförmigen Apsis aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhundert stammen. Um 1490 wurde der Chor eingewölbt und die Wände erhielten Wandmalereien.Ähnlich komplex wie die Baugeschichte von St. Florian ist auch die Geschichte ihrer Restaurierung. Neben Verwahrlosung war die Kirche vor allem Opfer von Überschwemmungen und Vermurungen. Die letzte größere Restaurierung geht in die 1950er Jahre zurück. Die Arbeiten zur Instandsetzung und Restaurierung wurden zwischen 1953 und 1955 unter der Leitung des Denkmalamtes in Trient durchgeführt.

Weniger schwerwiegend waren die Schäden, deren Behebung 2005 von der Pfarrei Margreid unter der Leitung des Amtes für Bau- und Kunstdenkmäler in Angriff genommen wurden und die nun zum Großteil abgeschlossen sind. Reparaturarbeiten am Dach, Ausbesserungsarbeiten am Putz und an den Sandsteineinfassungen sowie konservatorische Eingriffe an den Wandmalereien waren notwendig. Von kunsthistorischem Interesse ist das Malereifragment im Langhaus, das eine der wenigen erhaltenen spätromanischen Wandmalereien des Unterlands darstellt. Beachtenswert sind weiters die bauplastischen Werke an der Apsis aus dem 13. Jahrhundert mit der Darstellung von Tiermotiven. Neue Erkenntnisse konnten über die Abfolge von Mal- und Putzschichten und deren zeitliche Zuordnung gewonnen werden.

Die Restaurierungsarbeiten wurden von den Restauratoren Lucia Giacomozzi, Giuvani Moling, Fiorella Tapparelli und Stefan Wörz durchgeführt. Die archäologische Grabung erfolgte durch Alberto Alberti. Die Arbeiten wurden mit 70 Prozent der anerkannten Kosten vom Land Südtirol über das die Abteilung Denkmalpflege bezuschusst.

Die Arbeiten wurden auch vom Amt für Bodendenkmäler archäologisch überwacht. Die Aushubarbeiten zur Anlage einer Dränage entlang der Außenmauern führten zur Entdeckung von Mauerstrukturen, die auf das vermutlich ursprünglich hier gelegene Hospiz zurückgehen könnten. So konnte etwa eine massive, senkrecht zur nördlichen Kirchenmauer verlaufende Mauer freigelegt werden. Im gesamten Außenbereich der im Laufe der Jahrhunderte mehrmals überschwemmten Kirche wurden zahlreiche, Ost-West orientierte Bestattungen freigelegt. Im Innenraum wurde im Zuge der Grabungsarbeiten der im letzten Jahrhundert angelegte Fußboden entfernt; darunter zeigten sich Spuren älterer Bauphasen, wie etwa auch Reste von Altären.

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