Lebenslauf von Silvius Magnago

(LPA) 96jährig ist heute (25. Mai) Altlandeshauptmann Silvius Magnago in Bozen verstorben. Er hat der Südtiroler Landesregierung von 1960 bis 1989 als Landeshauptmann vorgestanden. Ein Blick auf Magnagos Leben.

Symbolfigur Südtirols: Altlandeshauptmann Silvius Magnago

Silvius Magnago wurde am 5. Februar 1914 als Sohn von Silvius Magnago sen. und Helene Redler in Meran geboren. Bereits 1915 übersiedelte die Familie nach Bozen, wo Magnago 1936 am humanistischen Gymnasium die Matura abgelegt hat. Bereits 1940 promovierte er an der Universität Bologna zum Doktor der Rechtswissenschaften, 1958 legte er die Prokuratorenprüfung ab.

Von November 1936 bis Juni 1937 hat Magnago die Reserveoffiziersschule in Palermo besucht, bis Mai 1938 war er Reserveleutnant im 1. Grenadierregiment in Rom, bevor er 1939 für Deutschland optiert. Von Herbst 1940 bis November 1942 arbeitet er für die Unterkommission für Wertfestsetzungen in Bozen, die die Aufgabe hat, das Vermögen der Optanten zu schätzen.

Im Dezember 1942 wird Silvius Magnago zur deutschen Wehrmacht einberufen und als Leutnant der Gebirgsjäger an die Ostfront verlegt. Ein Jahr später wird er bei einem Granatwerferangriff am Dnjepr lebensgefährlich verwundet, verliert ein Bein und kann erst 1945, nach mehreren Operationen in verschiedenen Lazaretten, als Kriegsversehrter in die Heimat zurückkehren.

Bereits am 18. Oktober 1943 hatte Magnago in Landeck Sophia Cornelissen aus Essen geheiratet, die er während seines Militärdienstes in Rom kennengelernt hatte. Mit ihr ließ er sich in Bozen nieder, wo er zunächst im Provinzialamt für Nachkriegsfürsorge und danach als Beamter der Sparkasse arbeitete.

1947 begann mit der Entsendung in den Bozner Gemeinderat Magnagos politische Karriere. 1948 wurde der Gemeinderat erstmals frei gewählt, Magnago erhielt die meisten Vorzugsstimmen und wurde zum Vizebürgermeister ernannt. Trotzdem trat er 1952 nicht mehr zu den Gemeinderatswahlen an, pausierte eine Amtsperiode und wurde 1960 erneut in den Gemeinderat gewählt.

Schon im November 1948 wurde Magnago zudem in den Regionalrat und damit in den ersten Südtiroler Landtag gewählt – auch hier mit den meisten Vorzugsstimmen auf der Liste der SVP. Zwölf Jahre lang, also bis 1960, hatte er abwechselnd je zwei Jahre lang das Amt des Südtiroler Landtagspräsidenten (er war der erste überhaupt) und des Regionalratspräsidenten inne.

Im Dezember 1960 wurde Magnago zum dritten Südtiroler Landeshauptmann nach Karl Erckert und Alois Pupp gewählt. Dieses Amt hatte er bis zum 17. März 1989 ununterbrochen inne, wobei er bei allen Landtagswahlen, an denen er teilnahm, die meisten Vorzugsstimmen auf sich vereinen konnte.

Silvius Magnago hat im Laufe seines Lebens eine Vielzahl von Ehrungen und Auszeichnungen entgegen nehmen können. Hier eine Auswahl: Ehrensenator der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck (1970), Robert-Schuman-Preis (1971), Bayerischer Verdienstorden (1972), Europäischer Karlspreis (1973), Ehrenring der Südtiroler Gemeinden (1977), Ring des Landes Tirol (1979), Großes Goldenes Ehrenzeichen von Wien (1986), Erster Träger des Großen Montfort-Ordens von Vorarlberg (1986), Ehrenzeichen des Landes Salzburg (1988), Ehrenring des Landes Steiermark (1989), Großes Goldenes Ehrenkreuz am Bande für die Verdienste um die Republik Österreich (1989), Cavaliere di Gran Croce (1991), Großes Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (1993), Landesorden in Gold des Landes Kärnten (1994), Europapreis Coudenhove-Kalergi (2004). Zudem war Magnago Ehrenbürger der Gemeinden Feldthurns (1967), Kastelruth (1983), Eppan (1987) sowie Schnals (1994).

chr

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