Frage der Woche: Zweisprachigkeit im Web, Flughafen und Doktortitel

Sie ist ein Dauerbrenner in Südtirol seit Jahrzehnten, diesmal hat sie auch das Rennen um die "Frage der Woche" gemacht: die Zweisprachigkeitspflicht staatlicher Stellen in Südtirol. Was Landeshauptmann Luis Durnwalder dazu sagt, gibt's per Video, Antworten auf Fragen zum Flughafen Bozen und zum "Brennerdoktor" hier schriftlich.

DiKom

Userin "Bayonette", wir gehen einmal trotz des martialischen Usernames von einer Frau aus, die dahinter steckt, hat in der vergangenen Woche ein Uraltthema aufgegriffen, das in Verbindung mit dem Internet wieder aktuell wird: die Pflicht zur Zweisprachigkeit für alle öffentlichen Ämter in Südtirol, auch die staatlichen. Sie fragt: "Gilt die Zweisprachigkeit im Internet der staatlichen Ämter oder Behörden wie INPS/NISF nicht? Ich finde dort fast immer nur alles auf italienisch, ganz selten mal was auf deutsch. Auch Formulare meine ich. Außer bei Einnahmenagentur. Dafür ein Lob!"
Landeshauptmann Luis Durnwalder ist zwar weder für das INPS noch für die Einnahmenagentur zuständig, in diesem Fall also weder für Lob noch für Kritik, trotzdem erläutert er uns in diesem YouTube-Video seine Sicht der Zweisprachigkeitspflicht.

Nicht minder ein Dauerbrenner sind der Flughafen Bozen und die Flüge, die von dort aus angeboten werden. In der "Frage der Woche", die auf Platz zwei gelandet ist, geht es aber nicht um die Romflüge und deren Zukunft, sondern die Anbindungen nach Norden und Osten. So fragt User "Boazner" (seine Herkunft ist nicht schwer zu erraten): "Warum werden am Flughafen Bozen nicht auch Flüge nach Wien oder andere Hauptstädte Europas angeboten. Englische Urlaubsgäste können unser Land zum Beispiel nur sehr schwer erreichen."
Für den Flughafen ist in der Landesregierung Landesrat Thomas Widmann zuständig, hier seine Antwort: "Die Anpassung der Pistenlänge ist eine der wichtigsten Maßnahmen in diesem Sinne: Diese muss erfolgen, damit das Land eine langjährige Konzession für den Flughafenbetrieb erhalten und damit auch mitbestimmen kann, welche Strecken bedient werden. Zugleich können dadurch Maschinen mit größerer Kapazität und vor allem Reichweite zum Einsatz kommen, die eine Anbindung nach Norden erst interessant machen. Die Schaffung einer Verbindung zu einem wichtigen Drehkreuz im Norden, zusätzlich zur Südverbindung nach Rom, ist eines unserer Ziele, das unter anderem bereits während des Mediationsverfahrens klar zum Ausdruck gebracht und von allen Beteiligten mitgetragen wurde. Derzeit bemühen wir uns, die nötigen Voraussetzungen dafür zu schaffen."

Frage Nummer drei kommt schließlich von User "buerger", Herkunftsangabe ist ein vages "Europa", der sich mit akademischen Titeln befasst: "Bei uns ist es gang und gäbe den 'Brennerdoktor' zu führen. Meine Frage(n): Wieviele L.-Abg., welche einen Dr.Titel führen, haben einen solchen auch wirklich inne? Welche rechtlichen Konsequenzen hätte dieser Missbrauch und was wird dagegen unternommen?"
Die Frage ist dermaßen technisch, dass wir sie den zuständigen Experten in der Verwaltung weitergeleitet haben. Sie erklären, dass der in der Frage genannte "Brennerdoktor" keinerlei Missbrauch sei. Vielmehr bekommen all jene, die ein Studium in Österreich beenden und sich ihren Studientitel auf der Grundlage des Notenwechsels zwischen den beiden Staaten von einer italienischen Uni anerkennen lassen, einen Doktortitel dieser Universität verliehen. Diesen italienischen Doktortitel sind sie selbstverständlich auch zu führen ermächtigt, auch wenn der Titel nicht den selben akademischen Hintergrund hat wie ein "Dr.", der in Österreich oder Deutschland verliehen wird, nachdem dieser dem italienischen Forschungsdoktorat entspricht. Was die akademischen Titel der Landtagsabgeordneten betrifft, so geht aus deren Lebensläufen (www.landtag-bz.org/de/abgeordnete/biografien.asp) hervor, welche Studienabschlüsse sie aufzuweisen haben.

Und weiter geht's mit der neuen "Frage der Woche". Sie ist schon online, und zwar - wie gewohnt - bis Sonntagabend. Wer also eine Frage an die Landesregierung stellen will, kann einfach loslegen, und zwar unter www.provinz.bz.it/land/landesregierung/frage-der-woche.asp.

chr

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