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Organspende: Sensibilisierungskampagne "Spende Leben" vorgestellt

Die sinkende Bereitschaft zur Organspende in Südtirol und die langen Wartelisten für ein Spenderorgan waren ausschlaggebend für die Sensibilisierungskampagne "Spende Leben", die am heutigen Montag (27. April) vorgestellt wurde. "Es ist uns ein großes Anliegen, in Solidarität mit betroffenen Menschen die Organspende zum Thema zu machen", betonte Landesrätin Martha Stocker.

Armin Zöggeler, Martha Stocker und Arno Kompatscher (v.l.n.r.) unterzeichnen die Willenserklärung für die Organspende

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 80 Südtiroler Patienten schienen im Jahr 2014 auf den Wartelisten für eine Organspende auf, aber lediglich zwanzig Organe von Spendern aus Südtirol konnten transplantiert werden. Diese große Kluft zwischen der Bereitschaft zur Organspende und dem Bedarf an Spenderorganen war der Beweggrund für den Start der Sensibilisierungskampagne "Spende Leben – Dona vita".

"Die Organspende ist eine Möglichkeit, über den eigenen Tod hinaus ein Zeichen der Nächstenliebe zu setzen", schilderte Stocker anlässlich der Vorstellung der Kampagne ihre persönlichen Gedanken bei Begegnungen mit betroffenen Menschen, bei Gesprächen mit den Spenderorganisationen und bei Diskussionen mit Ärzten. Ziel der Initiative sei es daher, auf das Thema aufmerksam zu machen und darüber zu informieren, die Bevölkerung zu sensibilisieren und die Auseinandersetzung mit der Organspende anzuregen. "Wir wollten zudem einen weiteren einfach Zugang zur Zustimmung zur Organspende schaffen und freuen uns über die Unterstützung der Gemeinden, die den Bürgern ab dem heurigen Sommer die Möglichkeit geben, im Zuge der Erneuerung des Personalausweises die Willenserklärung im Meldeamt abzugeben." Daneben kann die Willenserklärung wie bisher weiterhin beim Gesundheitssprengel des Sanitätsbetriebes, beim Hausarzt oder bei der Vereinigung AIDO abgegeben werden.

"Wir wollen unseren Beitrag leisten und uns bewusst werden, dass der Tod ein Teil des Lebens ist", unterstrich Landeshauptmann Arno Kompatscher. "Es darf kein Tabu sein, darüber zu sprechen, was man als letzten Akt des Lebens tun kann", so Kompatscher. "Die Organspende ist eine zweite Chance für die Empfänger und deren Familien", so Kompatscher. Der Landeshauptmann wünschte sich, dass die Initiative breit ins Land getragen werde.

"Ab dem Sommer wird es möglich sein, die Willenserklärung in der Gemeinde abzugeben", erläuterte der Präsident des Gemeindenverbandes. "Mit dem Hinweis zur Fälligkeit des Personalausweises erhalten die Bürger künftig Informationen zur Organspende, sodass sie informiert in die Gemeinde kommen und dort ihre Willenserklärung abgeben können", so der Präsident. Der Gemeindenpräsident wies darauf hin, dass die Abgabe der Erklärung für die Organspende in der Gemeinde ausschließlich im Zuge der Erneuerung bzw. Neuausstellung des Personalausweises möglich ist.

"Ich habe mir bis vor kurzem selbst keine Gedanken zum Thema gemacht“, erklärte Sportler Armin Zöggeler, der die Kampagne zur Organspende öffentlich mitträgt. Er empfinde das Thema aber wichtig, da es zurzeit zu wenige Organspender gebe. Es gehe aber auch darum, im Todesfall Druck von den Angehörigen zu nehmen. "Wir alle würden wahrscheinlich im Notfall ein Organ annehmen", so Zöggeler. Deshalb könne man dieses auch hergeben, wenn man es selbst nicht mehr braucht.

Mit einer Plakataktion sowie einer neuen Informationsbroschüre soll in den nächsten Wochen und Monaten auf das Thema aufmerksam gemacht werden. Schwerpunkt der Kampagne sind eine Reihe von Informationsveranstaltungen zu verschiedenen Themen rund um eine Spende von der Notfallmedizin und dem medizinischen Fortschritt über die ethischen Gesichtspunkte bis hin zum Leben nach einer Transplantation. Fachärzte werden dabei die medizinischen Hintergründe erklären, Betroffene ihre persönlichen Lebensgeschichten schildern. Auftakt ist die Veranstaltung am 12. Mai zum Thema "Gemeinsam für die Spende" in Bozen. Es folgen weitere Informationsabende in den Bezirken:


Dienstag 12.05.2015 um 19.30 Uhr in Bozen, Repräsentationssaal der Stadtgemeinde Bozen, Gumergasse
Titel des Abends: „Gemeinsam für die Spende“, Referate der Primare Dr. Bruno Giacon und Dr. Peter Zanon.  Anschließende Podiumsdiskussion mit den Selbsthilfegruppen und Betroffenen

Dienstag 19.05.2015 um 19.30 Uhr in Schlanders, Aula Magna im Oberschulzentrum Schlanders, Plawennpark 3
Titel des Abends: „Organspende – Zeichen der Nächstenliebe und Solidarität“, Referat von Dr. Herbert Heidegger. Anschließende Podiumsdiskussion mit Vertretern der Pfarrgemeinden Schlanders, Primar Dr. Gerold Drüge, Gustav Thöni und Betroffenen

Dienstag 26.05.2015 um 19.30 Uhr in Brixen, Aula Magna, Sozialwissenschaftliches Gymnasium, Ignaz-Mader-Straße 3
Titel des Abends „Schnell vor Ort entscheiden – Notfallmedizin und Transplantation“, Referat von Primar Dr. Manfred Brandstätter. Anschließende Podiumsdiskussion mit Dr. Ulrich Ortler, Primar Dr. Peter Zanon,  den Selbsthilfegruppen und Betroffenen

Donnerstag 04.06.2015 um 19.30 Uhr in Bozen, Repräsentationssaal der Stadtgemeinde Bozen, Gumergasse
Titel des Abends: „Hilfe durch medizinischen Fortschritt“, Referat von Prof. Alfred Königsrainer. Anschließende Podiumsdiskussion mit Sanitätsdirektor Dr. Oswald Mayr, den Selbsthilfegruppen und Betroffenen

Dienstag 09.06.2015 um 19.30 Uhr in Meran, Bürgersaal in  der Otto-Huber-StraßeTitel des Abends „Fit durch Sport nach der Transplantation“, Referat von Dr. Stefan Resnyak. Anschließende Podiumsdiskussion mit Primar Dr. Gerold Drüge, Primar Dr. Peter Zanon und Betroffenen

Dienstag 25.08.2015 um 19.30 Uhr in Bruneck, Foyer, Krankenhaus Bruneck
Titel des Abends: „Leben retten dank Organspende“, Referat von Dr. Alessandro Nanni Costa und Dr. Davide Willeit. Anschließende Podiumsdiskussion mit Primar Dr. Bruno Giacon, Dr. Manuel Maglione und Betroffenen

Dienstag 01.09.2015 um 19.30 Uhr in Auer, Aula Magna, Fachoberschule für Landwirtschaft, Sepp-Thaler-Str. 2
Titel des Abends: „Starke Psyche in schwieriger Lebenslage“, Referat von Dr.in Mariaantonietta Mazzoldi. Anschließende Podiumsdiskussion mit jungen freiwilligen Mitarbeitern der Selbsthilfegruppen und Betroffenen

 

Weitere Informationen zur Organspende gibt es unter:

http://www.provinz.bz.it/gesundheitswesen/themen/kampagne-spende-leben-dona-vita.asp

 

 

mp

Bildergalerie

"Spende Leben - Dona Vita"

Landesrätin Martha Stocker über die Wichtigkeit der genauen Information bei Organspenden

Landeshauptmann Kompatscher zur Bedeutung der Organspende

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