"Sprache und Migration" – internationale Expertentagung in Bozen

Vom 12. bis 14. November haben sich die Mitglieder des Transnationalen Expertenforums „Sprache und Migration“ in Bozen zu einer gemeinsamen Tagung getroffen. Landesrat Philipp Achammer hat die Teilnehmer am Freitagvormittag begrüßt und dabei die besondere Stellung Südtirols unterstrichen.

Landesrat Philipp Achammer hat die Teilnehmer des Expertenforums "Sprache und Migration" am Freitag, 13. November, begrüßt. Foto: LPA/me

Seit 2006 treffen sich die Mitglieder des Transnationalen Expertenforums „Sprache und Migration" regelmäßig - und zwar abwechselnd in ihren jeweiligen Herkunftsländern -, um über verschiedene Aspekte der Sprachförderung in Zusammenhang mit Migration zu diskutieren und den länderübergreifenden fachlichen Austausch zu stärken. Das Amt für Weiterbildung des Landes hat seit Beginn am Forum teilgenommen und Südtirol vertreten.

"Sprache eröffnet Perspektiven und ist die Voraussetzung für das Gelingen des Zusammenlebens", erklärte Landesrat Philipp Achammer bei seiner Begrüßung und betonte die Wichtigkeit einer offenen und unvoreingenommenen Begegnung.

In diesem Zusammenhang stellten die Tagungsteilnehmer fest, dass die sprachliche Inklusion nicht getrennt von der beruflichen, schulischen oder sozialen Inklusion gesehen werden darf und dass Mehrsprachigkeit als eine Brückenfunktion der sozialen Kompetenz betrachtet werden kann. Die aktuelle Flüchtlingsbewegung stelle die Länder Europas vor neue Herausforderungen und führe dazu, dass die Sprachvermittlung häufig auf Freiwillige abgeschoben werde. Da ein Gesamtkonzept fehle, würden die Freiwilligen oft zu wenig begleitet und es entstünden Parallelstrukturen, da Organisationen, Kommunen und Länder versuchten, irgendwie auf die Situation zu reagieren, so die einhellige Meinung der Experten.

"Es ist notwendig, alle Ebenen gemeinsam zu sehen, ohne sich von übertriebenem Aktionismus leiten zu lassen", stimmte Landesrat Achammer zu. Dass Südtirol dabei in zweierlei Hinsicht einen Vorteil gegenüber seinen Nachbarländern besitzt, wurde ebenfalls festgestellt: Einerseits hat man in Südtirol lange Erfahrung mit der Sprachvermittlung und verfügt in diesem Bereich über gut ausgebildetes Lehrpersonal, andererseits ist das Phänomen der Migration hierzulande vergleichsweise neu, weshalb man von den Erfahrungen der Nachbarregionen lernen könne.

Das inzwischen bereits 18. Treffen des Expertenforums fand von Donnerstag, 12., bis Samstag, 14. November, in Bozen statt. Es wurde vom Amt für Weiterbildung in Zusammenarbeit mit dem Bereich Innovation und Beratung des Deutschen Bildungsressorts organisiert und war dem Thema „Alte versus neue Mehrsprachigkeit in formalen, non-formalen und informellen Lernsituationen" gewidmet. An der Veranstaltung nahmen Experten aus dem deutschsprachigen Raum teil.

Am Donnerstagabend fand ein Austausch über aktuelle Entwicklungen in den einzelnen Ländern statt. Am Freitag berichteten dann vor allem Südtiroler Referenten über die lokalen Erfahrungen mit der Mehrsprachigkeit, den Sprachunterricht, die Südtiroler Sprachzentren und Bildungseinrichtungen oder das informelle Sprachlernen im Freizeitkontext. Am Nachmittag stand ein Besuch im Institut für Fachkommunikation und Mehrsprachigkeit an der EURAC sowie die Vorstellung verschiedener Sprachprojekte auf dem Programm. Am Samstagvormittag war dann die Formulierung des Positionspapieres vorgesehen, das auch Philipp Achammer in seiner Funktion als Landesrat für Integration vorgelegt werden soll.

LPA/me

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