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Ausstellung: Die Vorgeschichte von Marling lebendig machen

Einblick in die bis in die Vorgeschichte zurückreichende Vergangenheit des Dorfes Marling gibt eine kleine archäologische Dauerausstellung im Gemeindehaus des Ortes. Das Landesamt für Bodendenkmäler hat die Ausstellung gemeinsam mit der Gemeinde Marling erstellt. LR Florian Mussner und die Gemeindevertreter eröffneten sie am heutigen Spätnachmittag (11. Februar).

Frühmittelalterliche kreuzförmige Gewandnadel Foto: Landesabteilung Denkmalpflege

Die Ausstellung  im Gemeindehaus zeigt die frühe, weit in die Vorgeschichte zurückreichende Vergangenheit des Dorfes Marling. So verweisen Streufunde von Werkzeugen aus Silex (Feuerstein) bereits auf saisonal genutzte Jägerlager der Mittelsteinzeit (9.-6. Jht. v. Chr.). Überreste früher bäuerlicher Siedlungsgemeinschaften der Jungsteinzeit (5.-4. Jht. V. Chr.) sind ebenso belegt, wie Hinweise auf Niederlassungen in der vorrömischen Eisenzeit.

„Sehr viel deutlichere Spuren haben die Bautätigkeiten während der Römerzeit und des Frühmittelalters hinterlassen. Damals bildete das Meraner Becken eine Grenzregion: zunächst zwischen der römischen Decima Regio, der zehnten Region des römischen Italiens, und der Provinz Raetia, deren Hauptstadt das heutige Augsburg war. Später lag Meran im Einflussgebiet von Ostgoten, Franken, Langobarden und Bajuwaren“, erklärt die Direktorin des Amtes für Bodendenkmäler Catrin Marzoli. Auch die Nordgrenze des Trienter Bistums verlief laut Marzoli seit frühchristlicher Zeit im Meraner Becken, wo es an das Bistum Chur grenzte.

„Ziel der Ausstellung ist es, allen, die in Marling leben, speziell den Kindern, einen Einblick in die spannende Vergangenheit ihres Wohnortes zu geben“, unterstreicht der für Bodendenkmäler zuständige Landesrat Florian Mussner bei der Eröffnung der Ausstellung. Die zahlreichen Bodenfunde würden die bewegte Geschichte des Dorfes lebendig machen, sagt Mussner.

Angeregt hatte diese Ausstellung die ehemalige Kulturreferentin von Marling, Annelies Wolf Erlacher, nachdem sie eine von Marzoli geleitete Ausgrabung einer ausgedehnten römerzeitlichen Villa im Gemeindegebiet von Marling besucht hatte.

Der Archäologe und Historiker Christian Terzer hat die Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Bodendenkmäler didaktisch aufgearbeitet. Von der Agentur Gruppe Gut stammt die grafische Gestaltung. Landesrat Mussner und der Marlinger Bürgermeister, Walter Franz Mairhofer, haben die Ausstellung im Rahmen einer kleinen Feier offiziell eröffnet.

mgp

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