Unwetterschäden in Südtirol: Solidarität und Kommunikation

Transport, Lagerung und Verarbeitung der über eine Million Kubikmeter umfassenden Holzmenge nach den Unwettern waren Thema einer Holzexpertenrunde.

Mehr als eine Million Kubikmeter Holz liegt nach den Unwettern vom 29. Oktober auf dem Boden; im Bild nach ersten Aufräumarbeiten im Latemar-Wald: Heute wurde besprochen, wie damit verfahren wird. Foto: LPA/Maja Clara

Ging es in den ersten Tagen nach den Unwettern vom 29. Oktober in den beschädigten Wäldern zunächst um die Sicherheit und das Freischneiden von Wegen, stellt sich nun die Frage, wie mit der überaus großen Menge an Holz umzugehen ist; erst danach kommt der Aspekt der Aufforstungen zum Tragen. Diese Vorgangsweise im Hinblick auf die Sicherungs- und Aufräumungsarbeiten sowie der Umgang mit den großen Mengen an Sturmholz diskutiert wurde heute (6. November) in den Räumen des Ressorts von Land- und Forstwirtschaftslandesrat Arnold Schuler im Landhaus 6 in der Brennerstraße in Bozen. An dem rund eineinhalbstündigen Treffen beteiligten sich neben Exponenten der Forst- und Landwirtschaftsabteilung und der Landesdomäne auch Vertreter des Südtiroler Bauernbundes, der Sägewerksbesitzer, der Holzarbeiter, des Energieverbandes, des Bereiches Holz im Landesverband der Handwerker. Es sei, wies Landesrat Schuler hin, in dieser Form ein erweiterter Solidaritäts-Tisch, der in dieser Notlage aus der vor drei Jahren eingerichteten Expertenrunde im Bereich Holz herausgewachsen ist. Wichtig sei für die kommende Zeit, dass kein Holz von außerhalb zugekauft werde.

Zunächst, unterstrich Landesrat Schuler, gehe es nun darum, innerhalb der nächsten 14 Tage den Bedarf und die Kapazitäten hinsichtlich Hackschnitzel, Brenn- und Nutzholz zu erheben sowie die Möglichkeit und die Orte der Lagerung. Dabei geht es vor allem auch um die Nasslager, in denen das Holz frisch und weiß gehalten wird und vor Verbläungen oder Käfern verschont bleibt. Auch gelte es, die Richtpreise festzulegen sowie die Möglichkeiten auszuloten, Messungen anders als gewohnt vorzunehmen. Was die Finanzierung betrifft, wird die Möglichkeit eines Rotationsfonds zur Vorfinanzierung von Investitionen und Holzankauf überprüft. Auch in Bezug auf den Transport muss abgewogen werden, wieviel Spielraum der Notstand lässt. "Was jetzt vonnöten ist", unterstrich Landesrat Schuler, "ist Solidarität und Kommunikation, die Informationen müssen zusammenlaufen". Ein Managementplan und Leitfaden wird ausgearbeitet, in dem alle besprochenen Aspekte berücksichtigt und festgelegt werden.

Ziel sei es, alles aufzuarbeiten, hob der Vertreter der rund 100 Sägewerkbesitzer Peter Prader hervor. Ein Großteil der Sägewerkbesitzer habe jetzt bereits Holz eingekauft und sei bis zum Frühjahr eingedeckt. Hinsichtlich der Bringungskosten sei zu überdenken, dass diese bei unterschiedlichen Erschwernissen nicht überall dieselben sein könnten. Thomas Egger vom Südtiroler Energieverband erklärte, es bestünden Möglichkeiten zu Pufferkapazitäten. Von den über 70 Fernheizwerken sind 50 Mitglieder des Energieverbandes; dieser wird nun seine Mitglieder nach Lagerkapazitäten befragen. Bauernbundobmann Leo Tiefenthaler unterstrich, dass der Notstand eine entbürokratisierte Abwicklung ermöglichen solle. Nun gehe es hauptsächlich darum, dass Private und Gemeinden mit Unterstützung des Bauernbundes Lagerplätze schaffen und Säge- und Hackschnitzelwerke ebenfalls solche ausfindig machen. Für die Energieversorgung soll regionales Holz verwendet werden. Der Bauernbund ist kapillar aufgestellt und übernimmt Koordinierungsarbeiten mit Unterstützung des Forstdienstes.

Die Arbeitsgruppe trifft sich wieder in zwei Wochen.

LPA/mac

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