Von Arbeitslosen zu Unternehmerinnen: Einwanderinnen starten durch

Acht Einwanderinnen gründen nun eine Genossenschaft und verkaufen Kunsthandwerk. Den Impuls dafür lieferte eines der 61 ESF-Projekte, die das Land seit 2017 organisiert hat.

Von Arbeitslosen zu Unternehmerinnen: Einwanderinnen starten durch. Foto: LPA/sf

Der ESF-Kurs "Ausländische Frauen und Handwerkskreationen" wurde heute, 16. April, mit einer Ausstellung von Kunsthandwerk im Kolpinghaus in Bozen abgeschlossen. Selbstgemachtes wie den ausgestellten Schmuck, Kleidung und Keramik wollen acht Einwanderinnen, die den ESF-Kurs besucht haben, nun auch selbst verkaufen. Dafür gründen sie eine Genossenschaft. Die Frauen stammen aus Kolumbien, Ukraine, Iran, Brasilien, Marokko und Nigeria und haben über den 326 Stunden umfassenden Kurs zusammengefunden.

Der Kurs wurde über den Europäischen Sozialfonds ESF und das Landesamt für den Europäischen Sozialfonds finanziert und vom Irecoop Alto Adige Südtirol organisiert. Im Kurs hätten sich die Teilnehmerinnen für den Einstieg in die Arbeitswelt vorbereitet und sich Kompetenzen im Kunsthandwerk angeeignet, sagt Luca Storti, stellvertretender Direktor im Landesamt für den Europäischen Sozialfonds.

„Jetzt möchten wir eine Genossenschaft gründen, unsere Produkte verkaufen und so auch gleichzeitig einen Einblick in unsere Kultur geben. Das gemeinsame Lernen hat uns alle bereichert“, sagt die 36-jährige Hayat Ghazi, die aus Marokko stammt, 2001 nach Italien kam und drei Kinder hat.

In solche und ähnliche Projekte zur sozialen Inklusion investiert das Land insgesamt 27,3 Millionen Euro und somit 20 Prozent der verfügbaren ESF-Gelder. Zwischen 2017 und 2019 wurden 61 Projekte finanziert, um Benachteiligte in den Arbeitsmarkt einzugliedern. Die Projekte kamen über 450 Menschen zugute. Derzeit werden 73 neue Zuschusse für Unternehmen zur Aufnahme von Menschen mit Benachteiligung überprüft und können, sofern sie genehmigt werden, in den kommenden Monaten ausgezahlt werden.

LPA/SAN

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