Netzsperre im Töllgraben: Innovatives Bauwerk mit Informationssystem

Ein innovatives Bauwerk hat das Landesamt für Wildbach- und Lawinenverbauung West der Agentur für Bevölkerungsschutz am Töllgraben zwischen Algund und Partschins errichtet.

Innovatives Bauwerk: die Netzsperre im Töllgraben zwischen Algund und Partschins. Foto: LPA/Agentur für Bevölkerungsschutz

Das Landesamt für Wildbach- und Lawinenverbauung West hat im Töllgraben zwischen Algund und Partschins eine Netzsperre gebaut. Das ist eine Sperre, die aus Stahlseilen und Netzen errichtet und mittels Seilanker im Bachbett verankert wird. Die Sperre ist rund vier Meter hoch und zwischen sechs und zwölf Meter breit, berichtet Bauleiter Roland Schweitzer vom Amt für Wildbach- und Lawinenverbauung West in der Agentur für Bevölkerungsschutz. Dabei handelt es sich um einen innovativen Bautyp, der vom Unternehmen Maccaferri für den selektiven Rückhalt von Geröll konzipiert ist.

Die Sperre ist so ausgestaltet, dass kleinere Geröllmengen durch eine Öffnung passieren können und sie sich bei Mittelwasserereignissen und bei abklingenden Hochwassern möglichst eigenständig entleert; sie sollte somit wartungsarmer sein als geschlossene Sperrentypen.

In Zusammenarbeit mit der Fakultät für Naturwissenschaften und Technik der Freien Universität Bozen wurden Monitoringsysteme mit Kameras und Messtechnik installiert. Die Wissenschaftler erforschen dabei vor allem das Fließverhalten der Mure, die Experten der Geotechnikfirma das Verhalten von Material und die Spannung auf die Stahlseile.

Gleichzeitig soll ein neuartiges Informationssystem am Bauwerk getestet werden, das unterschiedliche Stellen rechtzeitig über den Abgang von Geschiebematerial informiert.

Das Projekt wurde im vergangenen Jahr erstellt, mit den ersten Arbeiten wurde im April begonnen und vom Trupp um Stefan Kobald umgesetzt. Die Kosten belaufen sich auf rund 50.000 Euro.

LPA/mac

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