Lawinenschutz für Proveis

In Kürze wird nach drei Jahren Bauzeit die Lawinenverbauung oberhalb des Weilers Maierhöfe in der Gemeinde Proveis abgeschlossen.

Lawinenschutz für Proveis: Besichtigung mit Bauleiter und Projektant Peter Egger (vorne, 3.v.l.). (Foto: LPA/Landesamt für Wildbach- und Lawinenverbauung Süd)

Der Weiler Maierhöfe in der Gemeinde Proveis war in der Vergangenheit öfters von den Lawinen "Maierhöfe" und "Mitteregg" bedroht. Dank der Lawinenverbauung durch das Landesamt für Wildbach- und Lawinenverbauung Süd ist nun die Verbindungsstraße zur Außenwelt gesichert. Die etwa 20 Bewohner des Weilers dürften künftig nicht mehr von der Außenwelt abgeschnitten sein. Auch der Schülertransport und der Milchtransport sind das ganze Jahr über gewährleistet.

Die Gemeindestraße Matzlaun bildet die einzige Zufahrtsstraße zum Weiler Maierhöfe. In der Vergangenheit war sie öfters verschüttet worden, sodass sie für den Verkehr gesperrt werden musste.

Im Jahr 2016 hat das Landesamt für Wildbach- und Lawinenverbauung Süd im Anbruchgebiet der Lawine "Maierhöfe", ausgehend von einem Variantenstudium, mit dem Bau einer Anbruchverbauung begonnen. Seitdem wurden 1155 Laufmeter Schneenetze, 336 Laufmeter Holzschneerechen und 143 Dreibeinböcke aus Holz errichtet. Diese stabilisieren die Schneedecke, verhindern ein Anbrechen von Lawinen aus dem rund 6,5 Hektar großen Anbruchgebiet und garantieren somit eine uneingeschränkte Erreichbarkeit des Weilers Maierhöfe auch bei extremen Schneefällen.

Bürgermeister Ulrich Gamper und Vizebürgermeister Gotthard Gamper informierten sich mit weiteren Vertretern der Gemeinde beim Direktor des Landesamtes für Wildbach- und Lawinenverbauung Süd Peter Egger vor Ort über die Arbeiten zum Lawinenschutz des Weilers Maierhöfe. Der Bürgermeister von Proveis bedankte sich für die Arbeiten, die für die Bevölkerung, darunter auch die Schüler und Milchbauern von großer Bedeutung sei.

Aufwändige Logistik

Die Hauptarbeiten, erklärt Amtsdirektor Egger, waren das Bohren der Verankerungen mit einer Tiefe von bis zu sechs Metern sowie der Antransport und die Montage der Schneenetze, Schneerechen und Dreibeinböcke. Für die Bauarbeiten war eine umfangreiche Logistik notwendig: So wurde unweit der Cloz-Alm auf einer Höhe von rund 1700 Metern das Basislager eingerichtet. Von dort aus wurde sämtliches Bau- und Verpflegungsmaterial mit dem Hubschrauber zur Baustelle geflogen. Die Bauarbeiter gelangten mit Fahrzeugen bis zur oberen Kesselalm, von dort weiter zu Fuß zur Baustelle auf 2250 Metern. Zur Versorgung und Unterkunft der Bauarbeiter wurden eine mobile Baustellenküche und ein Schlaflager eingerichtet.

Nächstes Jahr folgt Aufforstung

Für das kommende Frühjahr sind Aufforstungsmaßnahmen geplant. Damit wird die Lawinenverbauung unterhalb der Mandelspitze abgeschlossen.

Die Gesamtkosten der Anbruchverbauung belaufen sich auf knapp 2,3 Millionen Euro. Planung und Bauleitung hatte Amtsdirektor Egger inne. Für die Ausführung der Arbeiten zeichneten Vorarbeiter Manfred Tschöll und Vorarbeiter Konrad Hofer mit ihren Mannschaften verantwortlich.

LPA/mac

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