Arbeitsmarktpolitik: Akteure aus Bayern, Tirol und Südtirol im Dialog

Effizient vermitteln, Fachkräfte sichern und den demografischen Wandel gestalten: Das sind gemeinsame Ziele der Arbeitsmarktakteure in Tirol, Bayern und Südtirol, die in Bozen zusammengekommen sind.

Die arbeitsmarktpolitische Dialogrunde mit Landesrat Achammer heute Vormittag im Landhaus 1 in Bozen (Foto: LPA/jw)

Trotz unterschiedlicher Größenordnungen und Rechtsvorgaben: Südtirol, Tirol und Bayern weisen ausgesprochen gute Arbeitsmarkt-Kennzahlen auf. "Alle drei Länder stehen vor ähnlichen Herausforderungen: Es gilt, Fachkräfte zu gewinnen und zu sichern, den Übergang in eine digitalisierte Arbeitswelt samt starkem Weiterbildungsbedarf zu gestalten und vor allem die Arbeitsvermittlung passgenau und effizient auszurichten", betonte heute (14. November) Südtirols Arbeitslandesrat Philipp Achammer, der Entscheidungsträger und Führungskräfte der Tiroler und der bayrischen Arbeitsmarktverwaltungen zu einem "Arbeitsmarktpolitischen Dialog" mit den Südtiroler Amtskollegen und Sozialpartnern nach Bozen eingeladen hatte.

Südtirols Landesabteilung Arbeit war durch Direktor Stefan Luther vertreten. An der Gesprächsrunde im Landhaus 1 nahmen zudem die Leiterin der Tiroler Abteilung Gesellschaft und Arbeit, Ines Bürgler, die Geschäftsführerin der Arbeitsmarktförderungs-Gmbh Tirol, Maria Streibl, der Landesgeschäftsführer des AMS Tirol, Anton Kern, und der Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit, Ralf Holtzwart, teil.

Passgenaue und effiziente Vermittlung

Im Mittelpunkt der Gespräche standen unterschiedliche Formen der Arbeitsmarktpolitik, die Arbeitsvermittlung, die Digitalisierung und die berufliche Weiterbildung. Auch über die wichtige Rolle der Arbeit zur Integration wurde gesprochen. Der Fachkräftebedarf in der Tourismusbranche war ebenso Thema wie die Kooperation der Arbeitsmarktverwaltungen mit dem ESF.

Für Abteilungsdirektor Luther ist "der grenzüberschreitende Austausch über die neuesten Entwicklungen im Bereich der Arbeitsvermittlung für alle Beteiligten von großer Bedeutung". Ob Hochkonjunktur oder Wirtschaftskrise: Die passgenaue und zügige Vermittlung sei eine wichtige Stellschraube, um Fachkräfte zu gewinnen und zu sichern. "Die vielfältigen, gut ineinandergreifenden Instrumente der Tiroler und bayrischen Arbeitsvermittlungen bieten durchaus Anregungen für Südtirol", zeigte sich Luther überzeugt.

Inspirationen für Mehrjahresplan Arbeitsmarktpolitik 2020-24

Bei dem heutigen Treffen wies Landesrat Achammer auch auf die derzeitigen Vorbereitungsarbeiten zum Mehrjahresplan für Arbeitsmarktpolitik 2020-24 hin: "Dieser wird die Maßnahmen der Südtiroler Arbeitsmarktpolitik strategisch auf die neuen Entwicklungen Fachkräftesicherung, demografischer Wandel und Digitalisierung ausrichten." Mit ihm sollen arbeitsmarktförderliche Dienstleistungen verbessert und ausgebaut werden. Ebenso sollen arbeitsmarktpolitische Maßnahmen zugunsten der Beschäftigungsfähigkeit verstärkt werden. Vereinbarkeit, Age Management und Chancengleichheit sollen zur Fachkräftesicherung beitragen und zudem will das Land Südtirol seine Zuständigkeiten im Bereich der Arbeit ausbauen.

Die strategischen Leitlinien des Mehrjahresplanes für Arbeitsmarktpolitik werden in mehreren Arbeitsgruppen unter Beteiligung der Sozialpartner definiert.

Gemeinsam  Maßnahmen entwickeln

"Der Austausch über die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt mit unseren nördlichen Nachbarn zeigt uns, wie sehr hochwertige Dienstleistungen der Arbeitsmarktverwaltungen ein Gewinn für Betriebe, Arbeitssuchende und Beschäftigte sind", unterstrich Landesrat Achammer. Dabei liege ihm die Kooperation mit Tirol besonders am Herzen: "Gerade in diesem österreichischen Bundesland gibt es interessante sozialpartnerschaftlich abgesicherte Initiativen, die für Südtirol inspirierend sind – das geht von Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität für Fachkräfte in Mangelberufen bis hin zur Digitalisierung der Arbeitsmarktverwaltung. Die zuständige Abteilung Arbeit wird mit Tirol – und auch mit dem Trentino als drittem Euregio-Land – gemeinsam und voneinander lernend Maßnahmen entwickeln."

LPA/jw

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