Sammelbeschaffungen: Mehrbedarf im Energie- und Sanitätssektor

Die Landesvergabeagentur AOV hat den Zweijahresplan 2020/21 der Sammelbeschaffungen vorgelegt, aus dem ein Bedarfsplus im Bereich von Gesundheitsleistungen, aber auch von Energie hervorgeht.

Die Landesregierung hat den von der Landesvergabeagentur AOV erarbeiteten Zweijahresplan 2020/21 der Sammelbeschaffungen genehmigt. (Foto: Unsplash)

Die Landesregierung hat heute (28. Jänner) den in den letzten Wochen von der Landesvergabeagentur AOV ausgearbeiteten Entwurf des Sammelbeschaffungsplans für den Zeitraum 2020/21 genehmigt. "Ziel der Sammelbeschaffungen ist es, Geld zu sparen, den Verwaltungsaufwand der einzelnen öffentlichen Körperschaften bei der Beschaffung der Güter zu verringern und den Einkauf so zu beschleunigen", betonte Landeshauptmann Arno Kompatscher. Sammelbeschaffungen gewährleisteten zudem mehr Transparenz.

Der Planentwurf wurde auf der Grundlage der Bedarfserhebung erstellt, welche die Vergabeagentur jährlich vornimmt. Dazu werden anhand eines Fragebogens alle öffentlichen Vergabestellen befragt, von der Landesverwaltung über die Gemeinden bis hin zum Sanitätsbetrieb. Sie teilen der Agentur mit, welche Güter und Dienstleistungen sie in größerem Umfang ankaufen müssen: von Sanitätsgütern und Arzneimitteln über Gas und Strom bis hin zu Fahrzeugen und IT-Leistungen. Nicht alle Güter oder Leistungen eignen sich für Sammelbeschaffungen: Vorausgesetzt wird, dass sie standardisiert sind, ihr Bedarf planbar ist und der Auftragswert bei mindestens 500.000 Euro liegt.

System Sammelbeschaffung weiterentwickelt

"In Abstimmung mit den Vergabestellen konnten wir die Akzeptanz für die Sammelbeschaffung bei den Körperschaften, aber auch das System weiter verbessern", berichtet AOV-Direktor Thomas Mathà. An der Umfrage vom vergangenen September beteiligten sich 21 Prozent mehr Verwaltungsstellen als noch im Vorjahr 2018. Damit haben sich mit insgesamt 52 Prozent mehr als die Hälfte der öffentlichen Vergabestellen an der Erhebung beteiligt. Demnach wurde für den Zweijahreszeitraum 2020/21 ein Gesamtbedarf an anzukaufenden Gütern und Dienstleistungen 1,7 Milliarden Euro erhoben. Mit 878 Millionen Euro kommen 51 Prozent des Beschaffungsbedarfs vom Sanitätsbetrieb. Die Vergabeagentur führt die Anforderungen der verschiedenen Verwaltungen mit dem Ziel zusammen, bei einer Sammelausschreibung günstige Preisangebote und damit erhebliche Einsparungen zu erzielen.

Energiebedarf wächst

45 Kategorien an Dienstleistungen sind es, für die auf der Grundlage der geltenden Kriterien Sammelbeschaffungen erfolgen. Bei den Lieferungen sind es 36 Kategorien. Bei den Lieferungen, für die Sammelbeschaffungen im Wert von 1,1 Millionen Euro geplant sind, liegen nach den Sanitärgütern und Arzneimitteln die Lieferkategorien Stromversorgung, Erdgas, Lebensmittel, Fahrzeuge und Möbel an der Spitze. Stark steigend sind weiterhin die Ausgaben in den Bereichen Stromversorgung: 48 Millionen Euro an Sammelbeschaffungen sind 2020 vorgesehen, 2021 dürfte der Betrag auf 49 Millionen Euro steigen. Ein stetiges Wachstum verzeichnen die Kategorien Gesundheitsgüter und Arzneimittel. Demnach sollen für Gesundheitsgüter im laufenden Jahr 197 Millionen Euro und 201 Millionen ausgegeben werden, für Arzneimittel 90 Millionen Euro im Jahr 2020 und 91 Millionen Euro im Jahr 2021.

Deutlich geringer gegenüber dem vorangegangenen Dreijahreszeitraum ist hingegen der Bedarf an Dienstleistungen mit einem geschätzten Wert von 617 Millionen Euro. Besonders groß ist der Rückgang in der Kategorie "Reisen und Transporte", für den aber 2021 wieder ein großer Zuwachs gegenüber 2020 erwartet wird. Die Ausgabenplanung für die Abfallentsorgung, die Reinigungs- und Wäschereidienste, die Instandhaltung von Gebäuden und Anlagen sowie die Stromdienstleistungen zeigt hingegen nach oben. 

LPA/jw

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