Regionales Pilotprojekt zur Mediation in Trient

Um alternative Konfliktlösungen weiter zu stärken, startet die Region Trentino-Südtirol am Landesgericht Trient das Pilotprojekt "Justiz und Mediation".

Vizepräsident Maurizio Fugatti, der in der Region für das Gerichtswesen zuständig ist, hat ein Pilotprojekt zur Stärkung der Mediation lanciert. (Foto: LPA/Franco Grigoletto)

Die Regionalregierung hat in ihrer jüngsten Sitzung (29. Jänner) grünes Licht für das Pilotprojekt "Justiz und Mediation" gegeben. Dadurch soll die Zusammenarbeit der Region Trentino-Südtirol mit der juristischen Fakultät der Universität Trient, dem Landesgericht Trient und dem Amt für den offenen Strafvollzug Trient verstärkt werden und zur Einführung eines Mediationsverfahrens und einer opferorientierten Rechtsprechung führen. Bereits seit Jahren betreut die Universität Trient Forschungs- und Fortbildungsprojekte im Bereich der zivil- und strafrechtlichen Mediation, der opferorientierten Justiz und zur alternativen Streitbeilegung durch. Tätig ist hierbei die eigens eingerichtete Beobachtungsstelle (Osservatorio sulla giustizia di pace, conciliativa e riparativa) und der Forschungsgruppe "Verhandlung und Mediation", welche beide bei der juridischen Fakultät angesiedelt sind. "Die Region setzt auch dank dieses Pilotprojektes wird die Zusammenarbeit der Region mit dem Gericht und der Universität gefestigt. Damit stärken wir alternative Wege des Strafvollzugs und folgen dabei den Empfehlungen des Justizministeriums und des Europarates", betont Maurizio Fugatti, Vizepräsident der Region, auf dessen Vorschlag der Beschluss gefasst wurde.

Durch das Projekt wird es Jura-Absolventen ermöglicht, besondere Kompetenzen im Bereich der Mediation und des alternativen Konfliktlösungsmanagements zu erwerberben. Im Anschluss absolvieren sie ein zeitlich begrenztes Praktikum bei Zivil- und Strafrichtern am Landesgericht Trient oder im Amt für den offenen Strafvollzug. Im Jahr 2020 soll je ein Absolvent im Bereich des Zivilrechts und einer im Bereich des Strafrechts für maximal acht Monate eingesetzt werden. Anschließend erfolgt eine Auswertung, um jährlich über eine eventuelle Anpassung oder Ausweitung des Projekts zu entscheiden. Für die dafür zuständige Kommission sind die Dozentinnen Silvana Dalla Bontà und Elena Mattevi der juridischen Fakultät der Uni Trient vorgesehen, zudem ergänzen Alessandra Tolettini vom Landesgericht Trient und Antonella Salvan vom Amt für den offenen Strafvollzug das Team.

LPA/fg/ck

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