Jahresprogramm

Jährlich beschließt die Landesregierung das Jahresprogramm der Entwicklungszusammenarbeit, das die im Zeitrahmen geplanten Projekte vorstellt, aber auch die benötigten Mittel festlegt.

60% der von der Provinz zugewiesene Mittel sind für Entwicklungsprojekte von Südtiroler Organisationen, die in Afrika, im Nahen Osten, Asien, Lateinamerika und Osteuropa tätig sind, vorgesehen. Die Projekte sind in der Regel eher klein, können ein oder mehrere Jahre dauern, und zielen auf eine Verbesserung in den Bereichen Bildung, Wasserversorgung, fairer Handel, Gesundheit, Umweltschutz, erneuerbare Energien usw., ab. Die Mittel für Projekte und Programme zur Bewusstseinsbildung im Land betragen ca. 15% und sind für Südtiroler Organisationen vorgesehen. Die restlichen 25% des Budgets werden für die Entwicklungsprogramme verwendet, die vom Land mit Partnern in den jeweiligen Entwicklungsländern und größtenteils auch gemeinsam mit internationalen Organisationen umgesetzt werden. Als wichtigste Beispiele gelten die Programme in Afghanistan, Burkina Faso, Uganda, Tansania, Nepal, Bolivien, Ecuador oder Kap Verde.

Angesichts der dramatischen Entwicklung im Nahen Osten und den Nahrungsmittelkrisen in den Ländern südlich der Sahara hat das Land eine weitere spezifische Projektausschreibung für entwicklungsorientierte humanitäre Projekte im Nahen Osten und Afrika durchgeführt. Die genehmigten Projekte wurden im Laufe von 2016/2017 realisiert und haben zu einer Verbesserung der kritischen Situation aufgrund von Hungersnöten und Konflikten geführt sowie das tägliche Leben von Menschen besonders in Flüchtlingscamp (insbesondere in Jordanien und Libanon) erträglicher gemacht.

Bei Naturkatastrophen, Krisensituationen, Hungersnöten und in instabilen Post-Konflikt-Gebieten, schreitet das Land Südtirol mit schneller Hilfe ein. Die Mittel für diese Einsätze werden vom Reservefond des Landeshaushaltes bereitgestellt und sind für Notfallinterventionen und den Wiederaufbau gedacht.

Grundsätzlich orientieren sich die Ziele der Entwicklungszusammenarbeit des Landes für die nächsten Jahre an der Agenda 2030 und an den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung, die von den Vereinten Nationen im September 2015 in New York beschlossen wurden. Die neuen Ziele bedeuten für alle Länder die Förderung einer nachhaltigen ökonomischen, ökologischen und sozialen Entwicklung, indem Armut reduziert, Ungleichheit minimiert, Menschrechte gewährleistet, Konflikte präventiv eingedämmt und Friedensprozesse unterstützt werden.

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