Landraub

Weltweit, und besonders in Ländern im Globalen Süden, ist ein Wettlauf um die begrenzte Ressource Land im Gange. Kleinbauern verlieren ihre Lebensgrundlage, Monokulturen zerstören wertvolle Natur- und Kulturlandschaft. Die Gewinner sind einige wenige: korrupte Regierungen und große Unternehmen.

Unter dem Begriff „Landraub“ versteht man eine illegale oder teilweise illegale Aneignung von Land. Gerade in Ländern des Globalen Südens besitzt die (arme) Bevölkerung häufig keinen formellen Nachweis über den Besitz des Landes, auf dem sie lebt. Die Land Matrix Initiative schätzt, dass 1,5 Milliarden Menschen auf Land leben, das ihnen formell nicht gehört. Traditionelle Landnutzungssystem sind meistens nicht schriftlich festgelegt, es fehlen somit einklagbare Eigentumsrechte. Korrupte Regierungen können das Land an in- oder ausländische Großinvestoren verpachten, da es offiziell niemandem gehört.
Die Bevölkerung wird nicht dem Wert des Landes entsprechend entschädigt, verliert ihre Lebensgrundlage und wird vertrieben. Neben dem Zugang zu notwendigen natürlichen Ressourcen verliert die Bevölkerung auch ihre kulturelle Identität.

Die Entwicklungszusammenarbeit kann einen Beitrag dazu leisten, die Bevölkerung vor Vertreibung zu schützen. In einigen Ländern wird z.B. die Bevölkerung dabei unterstützt, einen Landtitel für ihren Besitz zu erlangen.

Aber auch Projekte zur Förderung des fairen Handels, ein Schwerpunkt der Südtiroler Entwicklungszusammenarbeit, leisten einen Beitrag zur Stärkung der Bevölkerung. Bauern und Handwerker, die für den fairen Handel produzieren, sind häufig in Genossenschaften organisiert und haben internationale Partner. Gemeinsam können sie somit ihre Rechte besser verteidigen. Durch den Kauf fairer Produkte können also auch Konsumenten in Südtirol einen Beitrag gegen Landraub leisten.


Weiterführende Informationen:

Land Matrix Initiative
International Land Coalition