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Laufbahn und Landeszulage des Lehrpersonals

Laufbahn des Lehrpersonals


I. Die Laufbahn des Lehrpersonals mit unbefristetem Arbeitsvertrag

  1. Die Bestätigung des unbefristeten Arbeitsvertrages
  2. Die Anerkennung der außerplanmäßigen Dienste
  3. Die Einstufung in die Gehaltstabelle

I. Die Laufbahn des Lehrpersonals mit unbefristetem Arbeitsvertrag
Der Wechsel einer Lehrperson von einem befristeten Arbeitsvertrag in ein zeitlich unbefristetes Arbeitsverhältnis ist allgemein als »Aufnahme in die Stammrolle« bekannt. Dieser Wechsel tritt ein, wenn

  • eine Lehrperson von der vordersten Position in der Rangliste
  • auf eine freie Stelle im Stellenplan der Grundschule oder auf eine freie Stelle in einer Wettbewerbsklasse der Mittel- oder Oberschule rückt

Mit dem Wechsel ändern sich einige Aspekte des Arbeitsverhältnisses: Während nämlich die Besoldung einer Supplentin oder eines Supplenten auch im Laufe vieler Dienstjahre unverändert bleibt, bringt der Übergang in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis u. a. auch ein besseres Gehalt mit sich. Dabei wird zum einen die bereits erworbene Berufserfahrung berücksichtigt – in der so genannten »Anerkennung der außerplanmäßigen Dienste«; zum anderen bringt der Beginn der so genannten »Laufbahnentwicklung« Gehaltserhöhungen mit sich.

1. Die Bestätigung des unbefristeten Arbeitsvertrages (»Bestätigung in der Stammrolle«) - zurück...

Die Lehrperson, die in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis aufgenommen wird, muss ein Probejahr und in der Regel auch ein Berufsbildungsjahr ableisten.
Das Probejahr ist gültig, wenn die Lehrperson wenigstens 180 Tage Dienst leistet.
Das Dienstbewertungskomitee und die Schulführungskraft bewerten das Probe- und Berufsbildungsjahr der Lehrperson und entscheiden darüber, ob sie beides besteht oder nicht.
Wenn die Lehrperson das Probe- und Berufsbildungsjahr bestanden hat, erfolgt die Bestätigung des Arbeitsverhältnisses am 1. September des Schuljahres, das auf das Probejahr folgt. Darauf wird der außerplanmäßige Dienst anerkannt und anschließend wird die Lehrperson in das Gehaltsschema eingestuft. Das bedeutet: Der Lehrperson wird nun ein Dienstalter zugewiesen.
Damit das Schulamt die Bestätigung des Arbeitsverhältnisses – die so genannte »Bestätigung in der Stammrolle« - vornehmen kann, muss die Lehrperson

  • um die Anerkennung der außerplanmäßig geleisteten Dienste ansuchen.
    Die Vorlagen dazu sind im Sekretariat erhältlich (Mitteilung des Schulamtsleiters vom 6. September 2006) oder hier... zu finden
  • die Erklärung der Dienste abgeben.
    Die originale Erklärung bleibt an der Schule, eine Kopie wird jeweils an das Schulamt und an das Pensionssamt für das Lehrpersonal weitergeleitet.

2. Die Anerkennung der außerplanmäßigen Dienste - zurück...
Die Anerkennung der Dienste ist durch Artikel 485 und folgende des gesetzesvertretenden Dekretes vom 16. April 1994, Nr. 297, und durch Artikel 7 Absatz 2 und Artikel 11 Absatz 14 des Gesetzes vom 3. Mai 1999, Nr. 124, geregelt.
Bei der Anerkennung der Dienste werden die folgenden Dienstzeiten berücksichtigt:

  • Die Dienstzeiten, die vor dem Abschluss des unbefristeten Arbeitsvertrages an staatlichen Schulen geleistet wurden, die so genannten »außerplanmäßigen Dienste«.
  • Die Dienstzeiten, die nach der Aufnahme in ein unbefristetes Dienstverhältnis geleistet wurden.

Hier ist zu präzisieren, dass die Lehrperson bereits mit dem Abschluss eines unbefristeten Arbeitsvertrages in jeder Hinsicht den Status einer Stammrollenlehrperson einnimmt, und nicht erst mit Bestätigung in der Stammrolle. Das heißt, dass das Probejahr bereits zu den planmäßigen Dienstzeiten zählt.

Für die Anrechnung der außerplanmäßigen Dienste für die Laufbahn müssen folgende Voraussetzungen gegeben sein:

  • Die Lehrperson muss im jeweiligen Schuljahr mindestens 180 Tage Dienst geleistet haben. Dazu zählen der Sonntag sowie der unterrichtsfreie Wochentag und beispielsweise auch die obligatorische Abwesenheit aus Mutterschaftsgründen, Elternzeit, alle bezahlten Abwesenheiten. Auch der Dienst, der ab 1. Februar ohne Unterbrechung bis zum Ende des Unterrichts geleistet wurde – einschließlich der Teilnahme an den Prüfungen - zählt als ganzes Schuljahr.
  • Nicht gerechnet werden die Wartestände ohne Bezüge wie zum Beispiel der Wartestand für Bedienstete mit Kindern oder aus Familiengründen.
  • Die Lehrperson muss die Dienstjahre mit gültigem Studientitel für das jeweilige Fach geleistet haben. Hat das Unterrichtministerium die Anerkennung des Studientitels ausgestellt, so gilt das Ausstellungsdatum für die Berechnung der Dienstjahre.
  • Die Lehrperson muss ihren Dienst ohne Beanstandung geleistet haben.

Die Lehrperson kann auch um die Anerkennung des Militär- oder Zivildienstes ansuchen.

Gemäß Dekret des Landeshauptmannes vom 28. November 2006, Nr. 68, kann eine Lehrperson auch die Anerkennung der Berufserfahrung beantragen, die sie in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union erworben hat. Dieser Dienst ist dem Lehrdienst in Italien gleichgestellt, wenn er eine Lehrtätigkeit beinhaltet, die ohne Beanstandung und mit der im jeweiligen Staat vorgeschriebenen Berufsberechtigung an Schulen geleistet wurde, die den staatlichen Schulen in Italien entsprechen.

Gleichzeitig mit der Bestätigung des unbefristeten Arbeitsverhältnisses erfolgt die Anerkennung der au-ßerplanmäßigen Dienste. Wenn mehr als vier Jahre außerplanmäßiger Dienst geleistet wurden, werden vier Jahre zur Gänze anerkannt und die restlichen Jahre werden gedrittelt: Das bedeutet, dass 2/3 davon – das sind acht Monate pro Jahr – sofort für die Berechnung des Dienstalters berücksichtigt werden. Auf diese Weise entsteht das so genannte juridisch-ökonomische Dienstalter. Die Weiterentwicklung der Laufbahn und die Zuerkennung der nächst höheren Gehaltspositionen erfolgt aufgrund dieses Dienstalters.
Das restliche Drittel – das so genannte ökonomische Dienstalter – wird berücksichtigt, sobald ein Lehrer oder eine Lehrerin 18 Jahre in der Grund- und Mittelschule oder 16 Jahre in der Oberschule erreicht. Das ökonomische Dienstalter, das bei Bestätigung in der Stammrolle entstanden ist, wird zum juridischökonomischen Dienstalter hinzugerechnet (Artikel 4 Absatz 3 des D.P.R. 399/88). Demzufolge gibt es ab diesem Datum nur noch ein juridisch-ökonomisches Dienstalter.

3. Die Einstufung in die Gehaltstabelle - zurück...
Das Gehaltsschema laut Tabelle A des gesamtstaatlichen Kollektivvertrages vom 4. August 2011 sieht  Gehaltspositionen vor. Die jeweiligen Gehaltspositionen erstrecken sich über einen Zeitraum von sechs, sieben oder neun Jahren. Jeder Gehaltsposition ein bestimmtes Grundgehalt zugeordnet.

 

Gehaltsposition Dienstalter Verbleib in der
Gehaltsposition
1. 0 - 8 Jahre 9 Jahre
2. 9 - 14 Jahre 6 Jahre
3. 15 - 20 Jahre 6 Jahre
4. 21 - 27 Jahre 7 Jahre
5. 28 - 34 Jahre 7 Jahre
6. 35 Jahre bis Dienstaustritt

Aufgrund des bei der Einstufung errechneten Dienstalters wird die Lehrperson nun in eine der obigen Gehaltspositionen eingeordnet. Mit dieser Gehaltsposition beginnt nun die Laufbahnentwicklung. Mit steigendem Dienstalter klettert also die Lehrperson in der Gehaltstabelle nach oben. Der Aufstieg in die nächste Gehaltsposition wird durch unbezahlte Wartestände, unbezahlte Sonderurlaube und unbezahlte Abwesenheiten verschoben.
Mit jedem Wechsel in der Gehaltsposition steigt folglich auch das Grundgehalt der Lehrperson.
Für das Lehrpersonal mit unbefristetem Arbeitsvertrag an der Grundschule wurde die Laufbahn bis 31. Dezember 1998 in Anwendung der Mehrbewertung für den im Grenzgebiet geleisteten Dienst laut Königlichem Dekret Nr. 1127/32 berechnet. Ab 1. Jänner 1999 wurde gemäß Artikel 22 Absatz 2 des Gesetzes Nr. 448/98 diese Mehrbewertung abgeschafft.

Zwei Fallbeispiele:
1. Fall: Eine Lehrperson wird in die Stammrolle aufgenommen und leistet das Probejahr mit positiver Bewertung ab. Sie kann nun um die Anerkennung der außerplanmäßigen Dienste ansuchen. Die Lehrperson hat vor der Aufnahme in die Stammrolle vier Jahre Dienst mit befristeten Aufträgen (»Supplenzen«) geleistet. Der Lehrperson werden die vier Jahre an außerplanmäßigem Dienst zur Gänze anerkannt und zusammen mit dem einen Jahr mit unbefristetem Arbeitsvertrag (Probejahr) weist sie bei der Bestätigung in der Stammrolle ein Dienstalter von fünf Jahren auf. Sie wird also mit fünf Dienstjahren in die 1. Gehaltsposition eingestuft.

2. Fall:
Eine Lehrperson hat sechs Jahre lang als Supplenzlehrerin gearbeitet. Hier kommt nun die Drittelung der außerplanmäßigen Dienstjahre zur Anwendung: Die ersten vier Dienstjahre werden zur Gänze angerechnet, das 5. und das 6. Jahr werden gedrittelt und zählen jeweils nur zu acht Monaten pro Schuljahr für das juridisch-ökonomische Dienstalter. Somit steht der Lehrperson bei Bestätigung in der Stammrolle das folgende Dienstalter zu:

1 Jahr Dienst in der Stammrolle (Probejahr)
+   4 Jahre an außerplanmäßigen Diensten (zählen zur Gänze)
+  1 Jahr und 4 Monate an außerplanmäßigen Diensten (= 2/3 des 5. und 6. Dienstjahres)

Insgesamt wird der Lehrperson also ein Dienstalter von sechs Jahren und vier Monaten für das juridisch-ökonomische Dienstalter anerkannt und acht Monate (entstanden durch die Drittelung) stehen der Lehr-person nur für das ökonomische Dienstalter zu. Das durch die Drittelung entstandene ökonomische Dienstalter wird Lehrpersonen der Oberschule nach Vollendung des 16. Dienstjahres und Lehrpersonen der Grund- und Mittelschulen nach Vollendung des 18. Dienstjahres zum juridisch-ökonomischen Dienstalter hinzugerechnet.

Amt für Aufnahme und Laufbahn des Lehrpersonals, 24. November 2015