Hauptinhalt

 

Jüngste Meldungen, wichtige Rundschreiben und Mitteilungen

News | 11.10.2017 | 12:16

Mehrsprachigkeit als Lieblingssprache – ein Videoprojekt

MehrsprachigkeitDas Videoprojekt »Mehrsprachigkeit ist meine Lieblingssprache« des Landesjugendbeirates der deutschen Sprachgruppe wurde am 11. Oktober vorgestellt. Foto: LPA/Ingo Dejaco

Rund 55 Personen aus unterschiedlichen Bereichen und Kulturen berichten in einer Videokampagne über ihre Erlebnisse und Meinungen zum Thema Mehrsprachigkeit.

Die Mitglieder des Landesjugendbeirates der deutschen Sprachgruppe haben sich vor einem Jahr gefragt, warum Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene dem Thema Mehrsprachigkeit mit Verschlossenheit begegnen, obwohl es gerade hier in Südtirol ein Thema ist, das uns jeden Tag begegnet. »Wir haben uns umgehört und festgestellt, dass bei vielen der Druck besteht, eine Sprache perfekt können zu müssen, der ihnen die Freude und die Lust an der Mehrsprachigkeit nimmt«, meint dazu Thomas Hofer vom deutschen Landesjugendbeirat, »wir fanden das sehr schade und wollen daher mit unserem Projekt gerade jungen Menschen Mut machen und aufzeigen, dass Sprache etwas Bereicherndes sein kann und dass man über Fehler und Sprachpatzer auch einfach lachen kann.«

Ein Jahr lang haben die Beiratsmitglieder an dem Videoprojekt gearbeitet, über das unterschiedliche Menschen in verschiedenen Sprachen ihren Standpunkt zum Thema Mehrsprachigkeit zum Ausdruck bringen. Neben den Vorteilen der Mehrsprachigkeit in der Arbeitswelt, im Sport und in der Freizeit sowie der damit verbundenen Offenheit gegenüber anderen Kulturen ist die Kernaussage der zwölf entstandenen kurzen Clips vor allem jene, dass Sprachen und Sprachenlernen keinen Druck erzeugen sollen und dass es schade ist, wenn die Freude daran durch Anspruch auf Perfektion verlorengeht.

Die entstandenen Videoclips haben am 11. Oktober Bildungs- und Kulturlandesrat Philipp Achammer gemeinsam mit Verena Mittelberger und Thomas Hofer als Vertreter des Jugendbeirates vorgestellt. Landesrat Achammer drückte seine Freude über das gelungene Projekt aus. »Sprachen sind ein Reichtum, aus dem wir schöpfen können«, betonte Achammer, »man braucht daher keine Angst davor zu haben, manchmal auch Fehler zu machen, denn aus Fehlern können wir nur lernen.« So gehe es auch bei diesem Projekt um Freude in Sprache und durch Sprache, stellte der Landesrat fest.

Verena Mittelberger berichtete über ihre persönlichen Erfahrungen beim Erlernen der italienischen Sprache und die komischen Situationen, die manchmal entstehen können, wenn man eine Sprache nicht perfekt beherrscht. »Mehrsprachigkeit erzeugt einen gewissen Druck«, bestätigte auch Mittelberger, daher sollen die Videoclips einen Beitrag zum ungezwungenen Umgang mit Sprachen leisten.

Diese Meinung teilen auch die 55 interviewten Personen. »Es war uns ein besonderes Anliegen, möglichst viele verschiedene Menschen zu befragen, und so ist es uns gelungen, vom Kleinkind über Jugendliche bis hin zu Politikern, Sportstars und Geistlichen tolle Interviews in verschiedenen Sprachen zu führen«, erklärt Mittelberger, »wir wollten nicht nur die üblichen Fragen zum Thema Mehrsprachigkeit stellen, sondern auch einige amüsante Erlebnisse und Erfahrungen einfangen.«

Unter anderem wurden auch Landesrat Philipp Achammer, Schulamtsleiter Peter Höllrigl und die Inspektorin für den sprachlich-expressiven Bereich am Schulamt, Gertrud Verdorfer, interviewt.


Die zwölf kurzen Videoclips sind unter www.youtube.com/playlist?list=PLmDmJdslqkOF4MR9eAC89qj_pn9BZlYEF

abrufbar.


(me)